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FINANZEN: Verkehrshaus verliert Einnahmen

Das Luzerner Museum begründet die neuen Eintrittspreise mit der Veränderung des Familienmodells. Die finanzielle Entwicklung zeigt jedoch, dass dies nicht der einzige Grund sein könnte.
Christian Glaus
Das Verkehrshaus in Luzern schliesst das Geschäftsjahr 2013 positiv ab. Im Bild ist der Mast der Alinghi zu sehen, die Hauptattraktion der Sonderausstellung «Segelnation Schweiz» ist. (Bild: Pius Amrein / LZ)

Das Verkehrshaus in Luzern schliesst das Geschäftsjahr 2013 positiv ab. Im Bild ist der Mast der Alinghi zu sehen, die Hauptattraktion der Sonderausstellung «Segelnation Schweiz» ist. (Bild: Pius Amrein / LZ)

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Der Eintritt ins Verkehrshaus wird für eine vierköpfige Familie deutlich teurer. Seit diesem Jahr kostet er 88 statt 65 Franken, weil das Verkehrshaus das Familienticket abgeschafft hat (Ausgabe vom 3. Januar). Weiter kostet der Einzeleintritt für Erwachsene 32 statt 30 Franken, Kinder zwischen 6 und 16 Jahren zahlen dafür nur noch 12 statt 15 Franken.

Es ist das dritte Mal innert sechs Jahren, dass das Verkehrshaus die Preise anpasst. 2012 wurden sie für Erwachsene um 2 auf 30 Franken und für Kinder um 1 auf 15 Franken erhöht. Seit 2014 muss zudem für den Eintritt ins Planetarium ein separates Ticket gekauft werden.

Einnahmen seit 2012 konstant rückläufig

Für die letzte Preisänderung nennt das Verkehrshaus mehrere Gründe: Das Familienticket, das nur für zwei Erwachsene mit Kindern im selben Haushalt galt, habe Alleinerziehende diskriminiert. Der Verkauf sei schwieriger geworden, weil sich das gesellschaftliche Familienmodell verändert habe. Das neue Modell stelle eine Vereinfachung dar, da nun folgender Grundsatz gilt: eine Person = ein Eintritt.

Doch schaut man die nackten Zahlen an, drängt sich eine andere Interpretation auf: Das Verkehrshaus versucht, mit der neuen Preisstruktur mehr Einnahmen zu generieren – auf Kosten der klassischen Familien. Denn die Einnahmen durch verkaufte Tickets sind tendenziell rückläufig (siehe Tabelle).

Gleichzeitig wird der Unterhalt der Ausstellung aufwendiger. Das Verkehrshaus setzt auf Interaktion. Simulatoren, Motoren, die sich bewegen: Besucher können immer öfter selber Hand anlegen. Dies führt laut Olivier Burger, Leiter Kommunikation beim Verkehrshaus, dazu, «dass die Ausstellungsobjekte öfter repariert werden müssen». Ausserdem stehen durch den Neubau der Schienenhalle 1 Investitionen von rund 30 Millionen Franken an. Dagegen senkt der Bund seine Subventionen um 40 000 auf 1,56 Millionen Franken pro Jahr (Ausgabe vom 20. Juli 2017).

«Profitmaximierung ist nicht unsere Strategie»

Passt das Verkehrshaus also die Preisstruktur an, um wieder mehr zu verdienen? «Es wäre sicher nicht gut, wenn wir dadurch weniger einnehmen würden», sagt Burger. «Für das laufende Jahr haben wir aber keine höheren Erträge budgetiert.» Dies auch deshalb, weil man nicht weiss, wie die neue Preisstruktur bei den Besuchern ankommt. Burger betont aber: «Wir haben einen Eigenfinanzierungsgrad von nahezu 90 Prozent. Darauf sind wir stolz. Profitmaximierung ist nicht unsere Strategie.»

Ausserdem dürfe man die Subventionen nicht mit dem Besucherertrag vermischen, so Burger. Die Subventionen des Bundes sind zweckgebunden für den Unterhalt der Sammlung. Diese umfasst inzwischen rund 11 000 Objekte. Zum Vergleich: 2009 waren es noch 9000. Der Unterhalt verursacht inzwischen jährliche Kosten von mehr als 2,5 Millionen Franken. Der geplante Neubau der Schienenhalle 1 lässt sich laut Burger nicht über Eintritte decken. Dafür benötigt das Verkehrshaus Fremdkapital und Investorengelder.

Klar ist, dass das Verkehrshaus dank der neuen Preisstruktur bei den Attraktionen zulegen will. Dazu gehören das Planetarium, das Filmtheater, das Swiss Chocolate Adventure und die Media World. Neu gibt es einen Tagespass (Erwachsene 56 Franken, Kinder 22 Franken), der den Eintritt ins Museum und sämtliche Attraktionen umfasst. «Damit wollen wir die Auslastung der Attraktionen erhöhen», sagt Burger. Dass hier noch Potenzial vorhanden ist, zeigt beispielsweise das Jahr 2016. 26,5 Prozent der Eintrittserträge wurden durch die Attraktionen generiert.

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