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Finanzierung von grossen Kulturbetrieben: So machen es andere Städte

Der Kanton Luzern soll künftig weniger Geld an die fünf grossen Kulturbetriebe zahlen. Zusätzlich zur Kasse gebeten wird dafür die Stadt. Allzu schlecht stünde diese trotzdem nicht da, wie ein Vergleich mit anderen Schweizer Städten zeigt.
Stefan Dähler

Die neue Zauberformel lautet 60 zu 40 Prozent: Künftig soll der Kanton Luzern 60 Prozent der Finanzierung des Zweckverbandes Grosse Kulturbetriebe übernehmen, zu dem das Luzerner Theater, das Sinfonieorchester, das Kunstmuseum, das Verkehrshaus und das Lucerne Festival gehören. Auf die Stadt entfallen 40 Prozent der total 28,5 Millionen Franken pro Jahr. Bisher lautete das Verhältnis 70 (Kanton) zu 30 (Stadt).

Das Luzerner Theater ist einer der Betriebe, die Geld von Stadt und Kanton erhalten. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzern, 29. November 2018)

Das Luzerner Theater ist einer der Betriebe, die Geld von Stadt und Kanton erhalten. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzern, 29. November 2018)

Rechnet man Abgeltungen für Infrastruktur und unentgeltliche Leistungen der Stadt hinzu, beträgt das Vollkosten-Verhältnis künftig etwa 50 zu 50. Kanton und Stadt Luzern beteiligen sich also ungefähr im gleichen Masse an der Finanzierung der grossen Kulturbetriebe.

Der neue Verteilschlüssel wird, sofern die jeweiligen Parlamente zustimmen, ab 2023 schrittweise eingeführt, wie Kanton und Stadt kürzlich bekannt gaben. Die Änderung hätte für die Stadt jährliche Mehrkosten von 3 Millionen Franken zur Folge. Entsprechend reagieren die Stadtparteien nicht gerade euphorisch auf den neuen Verteilschlüssel. Dennoch stünde die Stadt Luzern im Vergleich mit anderen Städten auch künftig nicht allzu schlecht da, wie ein Blick über die Kantonsgrenzen zeigt.

St. Gallen macht's fast wie Luzern

Im von der Grösse her mit Luzern vergleichbaren St. Gallen gilt derselbe Verteilschlüssel wie aktuell in Luzern:

Dieser wurde 2010 eingeführt, wie der Kanton St. Gallen auf Anfrage mitteilt. Ist der Kanton Luzern im Vergleich zu St. Gallen also knausrig? So einfach ist diese Frage nicht zu beantworten. Denn der St. Galler Verteilschlüssel gilt nur für die Institution Konzert und Theater, die total 28,4 Millionen Franken erhält. Im Gegenzug muss die Stadt St. Gallen für das Kunst-, Natur- und Historische Museum mehr bezahlen, während in Luzern das Kunstmuseum zum Zweckverband Grosse Kulturbetriebe zählt und Natur- und Historisches Museum sogar vollständig vom Kanton finanziert werden. Berechnet man alles mit ein, kommt man auch in St. Gallen ungefähr zu einem Schlüssel von 60 zu 40 Prozent.

Bern: Auch die Nachbargemeinden zahlen mit

Ein Vergleich mit Bern ist etwas schwieriger, weil dort verschiedene Verträge zwischen Stadt, Kanton, weiteren Gemeinden und teils noch der Burgergemeinde existieren. Für das Konzert Theater Bern, das Kornhaus Forum, La Cappella, das Buskers-Festival, das Orchester Camerata, das Theater an der Effingerstrasse und das Kammerorchester gilt laut der Stadt folgender Verteilschlüssel:

Weitere Institutionen wie das Schlachthaus-Theater, die Dampfzentrale und die Kunsthalle werden von der Stadt alleine unterstützt, das Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee wiederum nur vom Kanton.

Zürich: Klare Zuständigkeiten

In Zürich sind die Häuser fix Kanton beziehungsweise Stadt zugeteilt. Das kantonale Stimmvolk 1994 folgende Regelung angenommen: Der Kanton ist alleine für das Opernhaus zuständig, die Stadt für die anderen grossen Stadtzürcher Kulturbetriebe: Schauspielhaus, Kunsthaus und Tonhalle. Für das Opernhaus bezahlte der Kanton im Jahr 2018 rund 80 Millionen Franken. Drei anderen Institutionen wurden von der Stadt total mit rund 63 Millionen Franken unterstützt, das ergibt folgendes Verhältnis:

Ähnlich wie in Luzern geplant trägt allerdings auch in Zürich die Stadt grosse Lasten für Bauprojekte. Die Tonhalle wird derzeit für rund 170 Millionen Franken saniert, für das Schauspielhaus ist ein Umbau schon seit längerer Zeit in Planung.

Luzern: So viel erhalten die einzelnen Betriebe

Folgende Institutionen erhalten Beiträge des Zweckverbands Grosse Kulturbetriebe Luzern: das Luzerner Theater rund 20,7 Millionen Franken, das Luzerner Sinfonieorchester 3 Millionen, das Kunstmuseum Luzern 2 Millionen, das Verkehrshaus 1,3 Millionen und das Lucerne Festival 1,2 Millionen Franken. In Zukunft soll zudem auch die Stiftung Rosengart (0,3 Millionen) in den Zweckverband integriert werden.

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