FINANZKRISE: Weniger Amerikaner besuchen Luzern

Bis jetzt trotzt der Schweizer Tourismus der Finanzkrise erfolgreich. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass sich das nächstes Jahr ändert.

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Amerikanische Touristen amüsieren sich beim «Fötelen» auf der Luzerner Kappellbrücke. (Archivbild Fabienne Arnet/Neue LZ)

Amerikanische Touristen amüsieren sich beim «Fötelen» auf der Luzerner Kappellbrücke. (Archivbild Fabienne Arnet/Neue LZ)

Auf den ersten Blick läuft das Hotelgeschäft wie geschmiert: Im August zählte man in den Empfangshallen der Schweizer Hotels knapp 4,3 Millionen Übernachtungen. Das sind 3,5 Prozent mehr als im Rekordjahr 2007.

Der Kanton Luzern steigerte sich auf höchstem Niveau noch einmal um 3 Prozent. Ausser Schwyz, dem letztes Jahr im Sommer ein grosser Sprung nach vorne gelang, liegen alle andern Zentralschweizer Kantone ebenfalls im Plus.

Europäische Gäste retten das Geschäft
Der zweite Blick offenbart am Beispiel der US-Amerikaner, wie die Finanzkrise ihre Spuren im Tourismusgeschäft doch hinterlässt. Aus den Vereinigten Staaten, wo sich die Immobilienkrise bereits letztes Jahr zur Finanzkrise ausweitete, machten 10 Prozent oder 17'000 weniger Europareisende in der Schweiz Halt. Der Rückgang trifft die Stadt Luzern besonders hart, dort tummelten sich im August 18 Prozent weniger Überseetouristen in den Hotels. Erschwerend kommt für die Reisenden aus dem Land des Finanzkrisen-Epizentrums der schwache US-Dollar hinzu, der Europareisen verteuert.

Dass die Stadt Luzern das Wegbleiben der englischsprachigen Touristen wegsteckt, hat sie den ungebremst gestiegenen Aufenthalten von Hotelgästen aus der Schweiz, aus Deutschland, Italien, Frankreich und den Beneluxländern zu verdanken.

«Wenn sich Milliarden in Luft auflösen, bleibt das nicht folgenlos»
Ende Jahr dann wird in Engelberg Hochbetrieb herrschen. In der grössten Winterdestination der Zentralschweiz wo am Wochenende die Gletscher-Skisaison begann macht man sich wenig Gedanken über die Amerikaner. Werner Lüönd, Marketingleiter bei Engelberg-Titlis Tourismus: «Der grösste Teil der Hotelgäste stammt aus Europa.»

Obwohl die Finanzkrise längst von den USA auf die ganze Welt übergeschwappt ist, fürchten die nationalen Marketingstrategen keine bösen Überraschungen. Marcel Perren von Luzern Tourismus meint jedoch: «Dem nächsten Jahr sehe ich skeptisch entgegen. Wenn sich auf den Finanzmärkten gigantische Milliardensummen in Luft auflösen, bleibt das nicht folgenlos.» Er rechnet bei den Logiernächten mit einem Rückgang von 4 bis 5 Prozent auf hohem Niveau, wie er betont, die Stadt Luzern habe in den zurückliegenden zwei Jahren um 200'000 Hotelübernachtungen zugelegt.

Rainer Rickenbach

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.