FINANZPOLITIK: Luzerner Parlament spart auch bei der Kultur

In Luzern müssen das Theater, das Sinfonieorchester, das Kunstmuseum, das Verkehrshaus und Lucerne Festival ab 2018 mit weniger Subventionen über die Runden kommen. Der Kantonsrat hat am Dienstag wie erwartet den kantonalen Beitrag um 1,2 Millionen Franken gekürzt.

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Blick auf das Luzerner Theater. (Archivbild Pius Amrein)

Blick auf das Luzerner Theater. (Archivbild Pius Amrein)

Da die öffentliche Finanzierung der grossen Kulturbetriebe über einen Verteilschlüssel zwischen der Stadt und dem Kanton geregelt ist, dürften die Kürzungen schlussendlich höher ausfallen. Die Kulturinstitutionen befürchten auch, dass es schwieriger werde, Sponsoren zu finden. Heute erhalten sie rund 28 Millionen Franken aus dem Zweckverband Grosse Kulturbetriebe ausbezahlt.

Mit der Sparmassnahme würden die Luzerner Leuchttürme in der Weiterentwicklung und teilweise in der Existenz gefährdet, sagte Marcel Budmiger (SP). Markus Baumann (GLP) sagte, Luzern sei eine Musik- und Festivalstadt. Der Standortvorteil Kultur dürfe nicht leichtsinnig gefährdet werden. Baumann befürchtete, dass die Kürzung einen eigentlichen Rattenschwanz nach sich ziehe.

Der Kantonsrat stimmte der vom Regierungsrat geplanten Kürzung ab 2018 mit 79 zu 35 Stimmen zu. Alle müssten einen Sparbeitrag leisten, sagte Guido Roos (CVP).

Die Kulturbetriebe sind unterschiedlich von öffentlichen Geldern abhängig. Das Luzerner Theater hat einen Eigenfinanzierungsgrad von unter 20 Prozent, das Lucerne Festival erreicht über 90 Prozent.

Der Rat hatte am Montag eine Motion von Andreas Moser (FDP) überwiesen, die eine Überprüfung der öffentlichen Finanzierung der grossen Kulturhäuser verlangt. Die Kulturhäuser hätten ein Recht zu wissen, wie es weitergehe, hatte Moser seinen Antrag begründet.

Der Rat beauftragte die Regierung mit 76 zu 34 Stimmen ferner damit, zu prüfen, ob die Universität nicht stärker mit Drittmitteln statt mit Staatsbeiträgen finanziert werden könnte. Finanzdirektor Marcel Schwerzmann warnte vergeblich davor, dass diese vermeintliche Sparmassnahme zum Bumerang werden könnte. Die Linke lehnte das von der Finanzkommission ins Spiel gebrachte "angelsächsische Modell" ab, weil sich der Staat nicht aus der Bildung verabschieden dürfe. (sda)