FINANZPOLITIK: Stadt braucht mehr Geld für ihre Spielplätze

Die Stadt Luzern hat in den letzten Jahren ihre Spielplätze vernachlässigt. Damit nicht Spielgeräte abgebaut oder Spielplätze geschlossen werden müssen, soll in den nächsten Jahren für den Erhalt der Anlagen drei Mal mehr Geld ausgegeben werden als bisher.

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Spielende Kinder auf einem Luzerner Spielplatz (Bruchmattobel). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Spielende Kinder auf einem Luzerner Spielplatz (Bruchmattobel). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Neben den 56 Spielplätzen bei Kindergärten und Schulanlagen gibt es in der Stadt Luzern 55 öffentliche Spielplätze mit einer Spielfläche von 64'000 Quadratmetern. Die Stadtregierung geht davon aus, dass ein Spielplatz alle 25 Jahre komplett erneuert werden muss, wie sie in ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht an das Parlament schreibt. Damit fallen in Luzern pro Jahr Erhaltungskosten von 450'000 Franken an.

Von 2009 bis 2013 standen dem für die Spielplätze zuständigen Tiefbauamt im Schnitt aber nur 150'000 Franken für diese Aufgabe zur Verfügung. Grund dafür sei, dass der Leistungsauftrag des Tiefbauamtes ausgeweitet worden sei, und dass das Amt Sparbeiträge haben leisten müssen.

Der Zustand der Plätze ist folglich schlechter, als er sein sollte. Gemäss einer Auflistung der Stadtgärtnerei sind nur 30 Prozent der Grundinfrastruktur in einen guten oder annehmbaren Zustand. 46 Prozent der Anlagen sind schadhaft. Bei 18 Prozent ist der Zustand schlecht und bei 6 Prozent so schlecht, dass die Nutzung eingeschränkt werden muss.

In einem etwas besseren Zustand sind die Spielgeräte. Hier sind 50 Prozent in einem guten oder annehmbaren Zustand. 31 Prozent der Geräte sind schadhaft. 15 Prozent sind in einem schlechten und 4 Prozent in einem so schlechten Zustand, dass die Nutzung beschränkt werden muss.

Uneingeschränkter Betrieb angestrebt

Der Stadtrat möchte, dass künftig alle Spielplätze voll genutzt werden können und nirgends Nutzungseinschränkungen nötig sind. In einem schlechten Zustand sollen maximal 10 Prozent sein. Zudem soll es weniger schadhafte Grund- Spielinfrastrukturen geben, aber mehr Infrastrukturen, die in einem guten oder annehmbaren Zustand sind.

Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss die Stadt jährlich 300'000 Franken mehr in die Spielplätze investieren. Der Stadtrat beantragt dem Grossen Stadtrat deshalb einen Sonderkredit von 2,5 Millionen Franken für den Zeitraum von zehn Jahren. Zudem will er jährlich 50'000 Franken aus dem Spielplatzfonds entnehmen.

In den Spielplatzfonds müssen die Bauherren einzahlen, die bei ihren Wohnhäusern die gesetzlich verlangten Spielplätze nicht realisieren. Die Abgabe beträgt neu 200 statt 150 Franken pro nicht erstellten Quadratmeter Spielplatz. Im Durchschnitt der letzten acht Jahre nahm die Stadt dank dieser Abgabe jährlich 50'000 Franken ein. Das Fondsvermögen beträgt zur Zeit 380'000 Franken.

sda