FINANZPROBLEME: Werthenstein fürchtet Zwangsfusion

Der Gemeinderat von Werthenstein reagiert harsch auf das Nein aus Luzern zum 5-Millionen-Franken-Beitrag. Er übt scharfe Kritik an der Luzerner Regierung.

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Das Kloster Werthenstein. (Bild Peter Appius/Neue LZ)

Das Kloster Werthenstein. (Bild Peter Appius/Neue LZ)

Nachdem die Regierung klargemacht hat, dass sie der stark verschuldeten Gemeinde Werthenstein nicht mit einem Sonderbeitrag von 5 Millionen Franken helfen will, ist der Gemeinderat am Mittwoch an die Öffentlichkeit getreten.

Er zeigt sich enttäuscht und äussert Unverständnis: Der Regierungsrat gebe der Gemeinde mit der Verweigerung des Sonderbeitrags «keine Chance zur Weiterentwicklung». Werthenstein fühlte sich beim Finanzausgleich gegenüber anderen ländlichen Gemeinden stark benachteiligt, heisst es in der Reaktion.

Kommt es zur ersten Zwangsfusion?
Werthenstein plagt derzeit eine Nettoschuld von 7500 Franken pro Einwohner. Und es drohen weitere Ausfälle, die durch eine mögliche kantonale Steuergesetzrevision entstehen und ein noch grösseres Loch in die Gemeindekasse reissen würden. Damit wird der finanzielle Spielraum der Gemeinde immer enger. Nach 2011 wird «die Eigenständigkeit für die Gemeinde Werthenstein schwierig», verlautet es aus dem Justizdepartement.

Die scheinbar auswegslose Lage Werthensteins hält der Gemeinderat in markigen Worten fest: «Der Regierungsrat spricht Werthenstein die Existenzberechtigung ab. Das Damoklesschwert einer ersten Luzerner Zwangsfusion schwebt über der Gemeinde.»

Thomas Oswald

Mehr zum Thema lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.