«FIRST-DOG»-MANIA: Noch ist Hundetrend hier nicht angekommen

Der Deutsche Tierschutzbund befürchtet wegen des weltweiten Wirbels um den neuen Hund der US-Präsidentenfamilie, den Portugiesischen Wasserhund «Bo», eine neue Modehunde-Welle. In Winikon spürt man noch nichts davon.

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Die ersten deutschen Züchter meldeten bereits «ausverkauft». Dabei sei der Portugiesische Wasserhund ein Rassehund mit besonderen Ansprüchen, der viel Auslauf benötige, betonte der Tierschutzbund. Schon in der Vergangenheit habe es immer wieder «tierische Modetrends» mit tragischen Folgen gegeben. So gab es nach dem Kinofilm «101 Dalmatiner» eine Dalmatinerschwemme. Auch der Chihuahua war als Modetier beliebt. Viele solcher Modetiere endeten nach kurzer Zeit im Tierheim, weil die Halter der Tiere überdrüssig würden oder mit der Haltung überfordert seien. Das Tier werde zum Opfer menschlicher Modetrends.

Erst zwei Anfragen erhalten
In der Schweiz ist von einer «Bo»-Mania bisher nichts zu spüren. Bei Corinne Kaufmann im luzernischen Winikon, der einzigen offiziell anerkannten, aktiven Züchterin Portugiesischer Wasserhunde in der Schweiz, gab es erst zwei Anfragen von Personen, die einen «Obama-Hund» wollten, wie Kaufmann auf Anfrage sagte. Einige weitere Anfragen kamen von Allergikern oder Bekannten von Allergikern, welche durch die Medien erfahren hätten, dass die Rasse für Hundehaar-Allergiker in Frage komme. Bei Kaufmann gibt es aber frühestens 2011 wieder Junghunde. Zudem wähle sie unter den potenziellen Hundehaltern sehr streng aus, sagte Kaufmann. Denn der Portugiesische Wasserhund sei ein anspruchsvoller Hund.

«First Dog» Bo hatte in dieser Woche seinen ersten Tag im Weissen Haus: Das Hündchen der Kinder Malia und Sasha zog am Dienstag offiziell bei der Familie von US-Präsident Barack Obama ein. Obama hat mit dem Welpen ein Wahlkampfversprechen an seine Töchter erfüllt. Ausgesucht hat das schwarz-weisse Tier Senator Ted Kennedy, der mehrere Portugiesische Wasserhunde besitzt.

ap