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FISCHBACH: Kritik an Windkraft-Plänen

Die geplanten Windkraftwerke in Fischbach sorgen in der Bevölkerung für Unsicherheit. Eine Gruppe lädt nun zu einer eigenen Informationsveranstaltung ein.
So könnte der Windpark auf dem Schönenthül in der Gemeinde Fischbach dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So könnte der Windpark auf dem Schönenthül in der Gemeinde Fischbach dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Roseline Troxler

Auf dem Schönenthül, einem Hügelzug knapp einen Kilometer vom Dorfkern von Fischbach entfernt, sollen schon bald bis zu fünf Windkraftwerke von 100 Metern Nabenhöhe Strom erzeugen (Ausgabe vom 23. Februar 2015). Die Kosten für die Anlagen liegen bei rund 25 Millionen Franken. Der Stromertrag von fünf Anlagen liegt laut der Gemeinde bei zirka 18 000 Megawattstunden. Damit können 3500 Haushalte mit Strom versorgt werden. «Zurzeit liegt die Zonenplanänderung beim Kanton zur Vorprüfung», erklärt Markus Maurer, Gemeinderat von Fischbach und Präsident der Genossenschaft Windenergie. Frühestens im Frühling 2016 werden die Stimmbürger über die Zonenplanänderung abstimmen können. «Dies ist aber abhängig von der Anzahl und Art der Einsprachen.»

Flugblatt lädt zu Veranstaltung ein

Nun hat sich in Fischbach eine Gruppe mit dem Namen Altra Verita formiert, die Zweifel am Standort für den geplanten Windpark äussert. In diesen Tagen wird bei den rund 240 Fischbacher Haushalten ein Flugblatt verteilt. Darauf laden mehr als sechzig Bürger zu einer öffentlichen Orientierung über die Windkraftwerke ein, die sie selbst organisiert haben. Damit soll dem Wunsch nach einer unabhängigen Information nachgekommen werden, wie die Gruppe auf dem Flugblatt schreibt.

Der Gemeinderat hat Kenntnis von der Gruppierung. Markus Maurer sagt: «Einerseits sind wir froh, dass nun eine Diskussion stattfindet, welche die Argumente für und gegen Windparks darlegt. Wir finden es aber schade, dass die Gruppe nicht direkt das Gespräch gesucht hat.» Die Gemeinde prüft nun, im Winter ein eigenes Podium mit Befürwortern und Gegnern der Windenergie durchzuführen, und organisiert für interessierte Bürger einen Ausflug zu einem bestehenden Windpark.

Gruppe: Zu wenig Infos zu Risiken

Hugo Steinmann, der ebenfalls zur Gruppe Altra Verita gehört, erzählt: «Bis vor einem halben Jahr war ich der Meinung, dass ein Windpark in Fischbach eine gute Sache ist.» Nun hege er aber Zweifel und finde, dass von Seiten der Behörden die Bürger viel zu wenig über die Immissionen informiert wurden. Es mache den Anschein, als solle der Windpark durchgesetzt werden, so der Fischbacher weiter, «obwohl das Windaufkommen am geplanten Standort sehr fragwürdig ist». Im kommunalen Gesamtkonzept Windenergie Fischbach heisst es: «Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit am Standort Fischbach beträgt 4,6 Meter pro Sekunde.» Damit entspreche das Gebiet einem Schwachwindgebiet. Bürger der Gruppe Altra Verita sagen: «Die Windkraftwerke in Fischbach lohnen sich wirtschaftlich nur wegen der Kosten deckenden Einspeisevergütung.»

Laut Gemeinderat Markus Maurer wurden während 18 Monaten Windmessungen durchgeführt. «Sie zeigen, dass die Windverhältnisse leicht über der Minimalanforderung liegen.» Die genaue Abklärung der Wirtschaftlichkeit sei dann Aufgabe der Investoren, so Maurer. Verträge mit Investoren wurden noch keine abgeschlossen. «Interessiert an einer Zusammenarbeit ist die Fribourger Firma Groupe E Greenwatt», sagt Maurer.

Abstand als zu gering kritisiert

Die Gruppe von Fischbacher Bürgern fürchtet sich vor den Immissionen der Windkraftanlagen in ihrer Gemeinde vor allem vor der Lärmbelastung, dem Schattenwurf, Eisabwurf sowie dem Infraschall (siehe Box).

Die Gruppe betont, dass sie nicht generell gegen Windenergie sei, aber den Abstand zum Wohngebiet als zu gering betrachte. Zum Dorf beträgt der Abstand knapp einen Kilometer, einige Bauernhöfe stehen aber sehr nahe zu den geplanten Standorten der Windkraftwerke. Der vom Bund empfohlene Mindestabstand liegt bei 300 Metern. Trotzdem sagt Erwin Rupp, ein weiterer besorgter Bürger: «Auch bei einem Abstand von 1000 Metern gibt es starke Belastungen etwa durch Lärm, Schatten oder eben gerade auch durch Infraschall.» Laut Maurer von der Genossenschaft Windenergie wurde die Lärm- oder Infraschallbelastung für Fischbach nicht extra abgeklärt. Er sagt aber: «Wir halten hier die gesetzlichen Vorgaben ein.»

Mehrere Projekte am Laufen

Der geplante Windpark in Fischbach ist nicht das einzige derartige Projekt im Kanton Luzern. Weitere Windkraftanlagen sind auch in Triengen und Kirchleerau an der Kantonsgrenze zwischen Luzern und Aargau, in Rickenbach, Geuensee und Beromünster sowie auf dem Lindenberg im Seetal geplant. Bisher gibt es im Kanton Luzern vier Anlagen, drei im Entlebuch und eine in Rickenbach.

Hinweis

Die Veranstaltung der Gruppe Altra Verita für Einwohner der Gemeinde Fischbach und weitere Interessierte findet am Mittwoch, 24. Juni, um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle in Fischbach statt.

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