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FISCHBACH: Vermisst: Fasnachtsstimmung

Kein Umzug, keine Zunft, keine Guuggen- musig: Die Gemeinde Fischbach scheint gegen das Fasnachtsvirus immun. Ein Augenschein.
Daniel Schriber und Roger Rüegger
unknown (Bild: kanton@luzernerzeitung.ch)

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Daniel Schriber und Roger Rüegger

Ganz Luzern ist von den Rüüdigen besetzt. Ganz Luzern? Nein, eine kleine Gemeinde im Hinterland wird von der Fasnacht verschont oder ausgelassen. Zumindest den Start am Schmutzigen Donnerstag verpasst das Dorf seit Jahren. Auf der Strasse ist an diesem Morgen praktisch null Verkehr. Passanten? Ebenfalls Fehlanzeige! Ah! Doch nicht ganz. Ein Mann spaziert mit seinem schwarzen Labrador gemütlich Richtung Grossdietwil. «Fasnacht? Hier in Fischbach? Nein, das gibt es schon lange nicht mehr. Zumindest nicht am Schmudo, da passiert gar nichts», sagt André Henseler, der selber auch kein rüüdiger Kerl sei, wie er sagt. Die Fischbacher würden Fasnacht in Zell oder in Dietu, wie sie Grossdietwil nennen, feiern. «Das ist wie am Sonntag. Da geht man auch in die beiden Dörfer zur Messe», weiss er. Für ein Bild ist er nicht zu haben. «Nei, lieber ned», sagt er und schlendert weiter.

Ersatz in Zell und Altbüron

Ist diese Gemeinde wirklich immun gegen das Fasnachtsvirus? Wir wollten es genauer wissen und haben versucht, telefonisch bei der Gemeindepräsidentin Martha Stöckli-Riedweg nachzufragen. Ohne Erfolg. Frau Stöckli sei in den Ferien, teilte uns die Dame auf der Verwaltung mit. Aha! Auch das Oberhaupt der Gemeinde kann offensichtlich nicht viel mit der Fasnacht anfangen. Dafür ist Markus Maurer da, der Sozialvorsteher. Und tatsächlich: «Die Begeisterung für die Fasnacht hält sich in unserem Dorf in Grenzen», weiss Maurer. Zwar gebe es den einen oder anderen Fischbacher, der sich durchaus an der fünften Jahreszeit erfreue er selber gehört auch dazu –, diese Einzelmasken seien am Schmudo jedoch vornehmlich in Zell oder an der Tagwache in Altbüron anzutreffen. Auch die jungen Fasnächtler hätten der Heimatgemeinde längst den Rücken gekehrt. «Anderswo ist halt einfach mehr los.»

Sind die Berner schuld?

Woher die Fischbacher Fasnachts­müdigkeit kommt, kann auch Sozialvorsteher Maurer nicht mit Sicherheit sagen. «Vielleicht liegts ja an unserer geografischen Nähe zum Kanton Bern.» Viele Fischbacher hätten Berner Wurzeln und die Hauptstädter gelten nun mal nicht als besonders eifrige Fasnächtler.

Wer weiter recherchiert, findet bald heraus: Ein bisschen Fasnacht gibt es auch in Fischbach diese wird jedoch von «artfremden» Vereinen ins Dorf gebracht. So hatte der örtliche Wehrverein in der Vorfasnacht wöchentlich die «Fasnachtsbar im Schützenhaus» ins Leben gerufen, und die Frauengemeinschaft der Pfarrei Zell organisiert am 16. Februar eine Kinderfasnacht. Und dann ist da noch der Männerchor Schützenchörli, der gestern Abend nach einem Jahr Pause wieder einen Maskenball in der Mehrzweckhalle durchgeführt hat. Drei Guggenmusigen aus benachbarten Gemeinden sorgten tatsächlich für Stimmung. Dass die Fischbacher bei ihrer Fasnachtsveranstaltung auf den Goodwill der Zeller oder der Altbürer angewiesen sind, stört Sozialvorsteher Markus Mauer und Chorpräsident Urs Grüter nicht. «Wir freuen uns über jeden einzelnen Fasnächtler – egal woher!» Hauptsache ein kleines bisschen Fasnachtsfieber.

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