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So üppig ist der Fischfang im Vierwaldstättersee und im Sempachersee

Aktuelle Zahlen zeigen: Die Felche ist der wichtigste Fang der Berufsfischer. Die Zahl der gefangenen Fische im Vierwaldstättersee und im Sempachersee bleibt konstant. In den Bächen hingegen müssen die Fischer im kommenden Jahr mit Einbussen rechnen.
Urs-Ueli Schorno
Berufsfischer Thomas Hofer holt am frühen morgen die Netze auf dem Sempachersee ein. (Symbolbild: Manuela Jans)

Berufsfischer Thomas Hofer holt am frühen morgen die Netze auf dem Sempachersee ein. (Symbolbild: Manuela Jans)

Zunächst zu einer Prognose, für die es keine Glaskugel braucht: Die Chancen auf ergiebigen Fischfang für das nächste Jahr stehen zumindest in den Bächen des Kantons Luzern – und wohl auch der restlichen Zentralschweiz – schlecht. Denn: Es war kein guter Sommer für die Fische in den Fliessgewässern. Insbesondere die Äschen und die Bachforellen litten unter dem trockenen und heissen Sommer. Weil die Wassertemperaturen über 26 Grad anstiegen, drohte ein grösseres Fischsterben, vor allem in kleinen Bächen. Bei den Fischereiverantwortlichen des Kantons bekam man deshalb Anfang August auf E-Mail-Anfragen folgende automatische Antwort: «Wegen der anhaltenden Trockenheit sind wir mit Notabfischungen beschäftigt. Ihr Mail wird zurzeit nicht gelesen», hiess es etwa bei Philipp Amrein, Leiter Fachbereich Jagd und Fischerei bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern.

Rund 15 000 bis 20 000 Fische wurden so vor dem sicheren Tod gerettet, schätzen die Verantwortlichen. Mitarbeiter der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald leisteten 136 Stunden für diese Notabfischungen. Hinzu kamen 30 Stunden für die Bearbeitung von Anfragen seitens Bevölkerung und Medien. Wegen dieses Notstands blieb auch ein Dossier liegen, das zur jährlichen Routine gehört: die Auswertung der jährlichen Fischereistatistik des Vierwaldstättersees, bei welcher die Seeanrainerkantone Luzern, Schwyz, Nidwalden, Obwalden und Uri ihre Zahlen zusammenführen.

Konstante Fangzahlen in den Seen

Von einem «Erfolg» der Notabfischungen zu sprechen, da hüten sich die Verantwortlichen. Denn wie gross der Schaden am Fischbestand tatsächlich ist, das könne man nicht abschätzen, sagt Amrein. «Die Dunkelziffer ist einfach zu gross.» Man habe viele tote Fische in den Gewässern gefunden, die aber nicht gezählt wurden. Schlicht, weil die Rettung der noch lebenden Fische Vorrang hatte. «Der Sommer 2018 wird sich bestimmt in der Fischereistatistik des kommenden Jahres niederschlagen – das war auch schon im Jahr 2003 der Fall.» Solche Ereignisse brauchten auch eine Erklärung, sagt Amrein. Die Gewässer seien weiterhin in kritischem Zustand. «Der Wasserstand ist so tief wie im August, der Pegel in vielen Grundwasserreservoiren ist weiter gesunken.» Immerhin: «Nachts ist auch wieder mehr Sauerstoff im Wasser gebunden und der Tau am Morgen bringt wenigstens eine minimale Feuchtigkeit.» Welche weiteren Massnahmen in den kommenden Monaten notwendig sind, kann Amrein noch nicht sagen. «Erst einmal hoffen wir auf Regen, dass sich die Gewässer gut erholen.»

Konstanz gibt es auf der anderen Seite mit Blick auf die beiden grossen Seen im Kanton. Die Zahlen liegen inzwischen vor: Mit insgesamt 108 Tonnen Fisch­ertrag bewegt sich der Vierwaldstättersee auf dem Niveau des Vorjahres. Aus dem Sempachersee, einem der im Verhältnis zu seiner Grösse ertragreichsten Seen der Schweiz, zogen Berufs- und Sportfischer gemeinsam rund 80 Tonnen Fisch aus dem See. «Es ist wie an der Börse», kommentiert Fachleiter Philipp Amrein. Ein komplexes Zusammenspiel von Faktoren entscheidet darüber, wie viele Fische tatsächlich im See schwimmen und auch gefangen werden. Wetterereignisse, allgemeines Klima und der Nährstoffgehalt sind einige davon. Im Vierwaldstättersee sind neun Vollzeit-Berufsfischer aktiv, acht Teilzeit-Profis fischen ebenfalls mit Netzen. Im Sempachersee sind es drei Berufsfischer.

Die Felche ist der Brotfisch der Profis

Wichtigste Aktie, quasi der «Bluechip» unter den Speisefischen, bleibt dabei in beiden Seen die Felche mit ihren Unterarten. Im Vierwaldstättersee wurden 72 Tonnen aus dem Wasser gezogen, die meisten davon von Berufsfischern (siehe Grafik). Im Sempachersee sind es gar 75 Tonnen. Berufsfischer fangen sie mit Schwebnetzen. Sportfischer fangen sie mit feinen Ruten, der sogenannten Hegene, an der mehrere mit Haken versehene künstliche Insektennymphen befestigt sind. Am zweitmeisten werden Egli gefangen: Rund 14 Tonnen sind aus dem Vierwaldstättersee gezogen worden, knapp 8 Tonnen aus dem Sempachersee. Hechte werden vor allem im Vierwaldstättersee gefangen.

Zu den riskanteren Investitionen an der Fischbörse gehört hingegen die Seeforelle. «Wir haben in den vergangenen Jahren einen Trend zum Fang der Seeforellen festgestellt», sagt Amrein. Das seltene «Silber» wird vor allem von ehrgeizigen Sportfischern angepeilt, Berufsfischern gehen sie als Beifang ins Netz. Sie zu erwischen benötigt Geduld und viel Wissen. Der Fischer unterscheidet dabei zwischen Schwebforellen, die im freien Wasser schwimmen, und Grundforellen, die ihre Nahrung an Bodennähe suchen. Schwebforellen werden mit der Flug- oder der Spinnangel vom Boot aus erbeutet. Für Grundforellen benutzt man kräftige Spinnruten mit Blinker oder totem Köderfisch am System. Häufigste Methode ist das Schleppfischen vom Boot aus, in mittleren und grossen Tiefen.

Beliebte und weniger beliebte Exoten

Wie sich die Fangerträge in den beiden grossen Seen im kommenden Jahr entwickeln, ist wie die Voraussage von Aktienkursen Spekulation. Sicher ist, dass gerade im Sempachersee die Chancen auf Exoten gutstehen: Der Wels kommt in der Schweiz natürlicherweise nur in den Jurarandgewässern vor, gedeiht aber auch zwischen Sempach und Sursee prächtig. Im Alpnacher Becken des Vierwaldstättersees wiederum fühlt sich der Zander wohl. Auch er gehört eigentlich nicht in unsere Gewässer, ist aber für einheimische Fischarten eine kleinere Bedrohung als der Wels. Auch wegen seines Fleisches beliebt, wird sein Vorkommen eher begrüsst, als dasjenige anderer «Einwanderer». Als Geheimtipp für den Zanderfang gilt allerdings der Sarnersee, wo regelmässig stattliche Exemplare aus dem Wasser gezogen werden.

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