Kanton Luzern

2020 starben doppelt so viele Fische wie im Vorjahr – auch die Zahl der Gewässerverschmutzungen ist höher

Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Luzern 92 Fälle von Gewässerverschmutzungen registriert. 16 dieser Fälle hatten ein Fischsterben zur Folge. Zugenommen hat die Zahl der Gewässerverschmutzungen, die auf Entwässerungs- oder Kanalisationsanlagen zurückgeführt werden konnte.

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(stg) Im Kanton Luzern wurden im vergangenen Jahr 92 Gewässerverschmutzungen registriert, was einer Zunahme um vier Fälle gegenüber dem Vorjahr entspricht (88 Fälle). Das teilt der Kanton am Freitagmorgen mit. Die Zahl liege über dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2019 (76 Fälle).

  • Für 35 Fälle (Vorjahr 33) waren Industrie- und Gewerbebetriebe verantwortlich.
  • 20 Verschmutzungen (Vorjahr 21) stammten von landwirtschaftlichen Betrieben.
  • 35 Verschmutzungen (Vorjahr 31) sind in der Kategorie Diverse erfasst worden. Darin sind Verschmutzungen durch Privatpersonen, unnatürliche Trübungen und Verschmutzungen, die auf Entwässerungs- oder Kanalisationsanlagen zurückzuführen waren, zusammengefasst.

Mehr Fälle von Fischsterben

Markant gestiegen gegenüber dem Vorjahr seien die Gewässerverschmutzungen, die ein Fischsterben zur Folge hatten. Im Jahr 2020 seien insgesamt 16 (Vorjahr 8) Fischsterben aktenkundig geworden. Diese Zahl liege über dem Mittelwert der Jahre 2013 bis 2019 (12). Im Vorjahr waren erfreulicherweise deutlich weniger Fischsterben registriert worden.

Gewässerverschmutzung des Rickenbachs in Rickenbach: Durch eine verstopfte Abwasserleitung wurde Reinigungsmittel oder Seife über das Überlaufsystem in den Bach geleitet, was ein Fischsterben zur Folge hatte.
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Gewässerverschmutzung der Pfaffnern in Pfaffnau. Durch einen leckgeschlagenen Schlauch gelangte Gülle über die Sickerleitung und Drainage in die Pfaffnern. Ein Mitarbeiter der Luzerner Polizei entnimmt eine Wasserprobe.
Gewässerverschmutzung in Kastanienbaum: Aus einer undichten provisorischen Kanalisationsleitung gelangte Fäkalwasser in das Oberflächengewässer der Baustelle. Zusätzlich entwich Wasser aus einer Erdsondenbohrung.

Gewässerverschmutzung des Rickenbachs in Rickenbach: Durch eine verstopfte Abwasserleitung wurde Reinigungsmittel oder Seife über das Überlaufsystem in den Bach geleitet, was ein Fischsterben zur Folge hatte.

Bild: Luzerner Polizei (Rickenbach, 6. Juni 2020)

Das sind die häufigsten Gründe für die Gewässerverschmutzungen

Baustellenabwässer

Die Zahl der Gewässerverschmutzungen durch Baustellenabwässer hat gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen. Die Zahl der Fälle sank auf 18 (Vorjahr 20). Sie machten rund 51 Prozent aller Gewässerverschmutzungen durch Industrie- und Gewerbebetriebe aus.

Landwirtschaftsbetriebe

20 Gewässerverunreinigungen wurden durch Landwirtschaftsbetriebe verursacht. Die Anzahl liegt unter dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2019 (27). In acht Fällen (Vorjahr 2) führten diese Verschmutzungen zu einem Fischsterben.

Die Ursache der meisten Gülleunfällen war, wie in den Vorjahren, die ungenügende Überwachung beim Umschlag. Durch ein unsachgemässes und unbeaufsichtigtes Umpumpen sowie Fehlmanipulationen durch falsches Stellen von Schiebern besteht die Gefahr, dass Gülle austritt und in Gewässer gelangen kann.

Kanalisations- und Entwässerungsanlagen

In 17 Fällen waren Gewässerverschmutzungen auf Kanalisations- und Entwässerungsanlagen zurückzuführen. Diese Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr (3) stark an. Diese Zunahme sei einerseits auf mangelnden Unterhalt und Wartung, andererseits auf Fehlanschlüsse oder Falschentsorgung von verschmutztem Abwasser in einer Meteorwasserleitung zurückzuführen. Für die Wartung und den Unterhalt von Kanalisations- und Abwasserreinigungsanlagen sind die Betreiber, wie Private, Gemeinden und Abwasserverbände, zuständig.