FISCHZUCHT: Zanderzucht erntet Kritik

Zwei Landwirte aus Schötz und Kottwil haben vor kurzem auf ihren Höfen die Zanderproduktion aufgenommen. Nun melden sich Tierschützer zu Wort.

Stephan Santschi
Drucken
Teilen
Thomas Muri (links) und Reto Kaufmann mästen auf ihren Bauernhöfen Zander und verkaufen den Fisch später.

Thomas Muri (links) und Reto Kaufmann mästen auf ihren Bauernhöfen Zander und verkaufen den Fisch später.

«Fische kämen lieber nicht vom Bauernhof.» Unter diesem Titel veröffentlichte «fair-fish» vor kurzem eine Medienmitteilung und reagierte damit auf die Zanderzucht von Thomas Muri (Schötz) und Reto Kaufmann (Kottwil). Die beiden Landwirte lancierten vor zwei Wochen in leeren Räumen auf ihren Höfen eine Zanderproduktion, die ab Februar 2015 pro Jahr je 6000 Kilo Fisch abwerfen soll.

Die Tierschutzorganisation fair-fish mit Sitz in Zürich schreibt: «Wie kann ein Züchter wissen, ob es seinen Fischen gut geht, wenn nicht bekannt ist, was diese Fische bräuchten?» Der obligatorische Kurs für Fischhalter käme einer Schnellbleiche gleich.

Landwirt Thomas Muri, Vorsitzender der Geschäftsleitung und einer von vier Gesellschaftern der im Juli gegründeten Gourmet-fisch.ch GmbH, bezeichnet die Wortmeldung von fair-fish als «übertrieben. Muri weist daraufhin, dass er und Kollege Kaufmann von einem Fischwirt und von einem Bestandestierarzt betreut werden. Die als Schnellbleiche bezeichnete Ausbildung sei ein sechstägiger Kurs an der Fachhochschule für angewandte Wissenschaften in Wädenswil. «Zudem absolvierten wir ein dreimonatiges Praktikum auf einer anderen Zander-Zuchtanlage und schrieben eine Arbeit zum Betrieb.»