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Baar: Flammen loderten aus der Dachlukarne

Bei der Bushaltestelle Inwil an der Rigistrasse hat es am Dienstagabend in einer Wohnung gebrannt.

Zoe Gwerder
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Das betroffene Wohnhaus am Tag  nach dem Brand. Bild: Zoe Gwerder (Inwil, 27. November 2019)

Das betroffene Wohnhaus am Tag  nach dem Brand. Bild: Zoe Gwerder (Inwil, 27. November 2019)

«Es kam dicker schwarzer Rauch aus der Wohnung.» Sik Zikire sitzt der Schock noch immer in den Knochen. Ein Tag nach dem Brand sitzt der 55-Jährige auf dem Sofa in seinem Wohnzimmer und erzählt von den Ereignissen des Vorabends. Er habe gehört, dass in der Wohnung über ihm die Nachbarin sehr laut wurde. «Als ich nachschaute, roch ich den Rauch.» Zikire ruft seinem Sohn zu, er soll die Feuerwehr rufen. Er selber geht nach oben – die Frau der Dachwohnung stürmt mit den Kindern nach unten. «Ich meinte, dass das kleinste der Kinder fehlt, da versuchte ich in die Wohnung zu kommen, um dieses rauszuholen.»  Die Flammen lodern derweilen bereits aus dem Fenster der Lukarne. «Ich nahm den Feuerlöscher und wollte zum Feuer, um dieses zu löschen.» Der Rauch sei aber derart dicht aus dem Zimmer gequollen, dass er sein Vorhaben abbrach. «Draussen konnte ich dann die Mutter fragen, ob all ihre Kinder draussen sind – zum Glück fehlte keines», wie Zikire erzählt Die Familie der Brandwohnung habe nichts mehr retten können. «Das ging derart schnell, dass sie gerade noch selber rauskamen – nicht mal für das Anziehen eines Pullovers oder einer Jacke hat es gereicht.»

Das Haus sei total evakuiert worden, erzählt Hauswart Darko Kostelac. Er selber wohnt zwar nicht in diesem Haus – als er jedoch von seiner Frau erfuhr, dass es brennt, sei er sofort hingegangen. «Für den Fall dass ein Schlüssel nötig gewesen wäre.» Für die Evakuierten habe die Polizei einen Bus organisiert, in dem sie von der Witterung geschützt waren und heissen Tee bekamen.

Dank wenig Wasser keine weiteren Schäden

Gemäss der Zuger Polizei war der Brand kurz vor 19.15 Uhr gemeldet worden. Wie der Einsatzleiter der Feuerwehr Baar, Vizekommandant Beat Huber, erzählt, gingen die Löscharbeiten schnell vorwärts. «Wir konnten schnell unter Atemschutz in die Wohnung vordringen, diese auf allfällige weitere Personen absuchen und mit den Löscharbeiten beginnen.» Den Hubretter, der vor dem Gebäude platziert wurde, habe man zur Sicherung mit Löschwasser gespiesen. Er sei jedoch primär zur Überwachung und Kontrolle von aussen eingesetzt worden. «Mit diesem haben wir das Dach sowie auch das Gebäudeinnere über die Lukarne im Auge behalten. Bei einem allfälligen Durchbrand hätten wir somit umgehen reagieren können, was aufgrund der guten Löscharbeiten von innen nicht notwendig war.»

Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort. (Bild: Zuger Polizei)

Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort. (Bild: Zuger Polizei)

Ebenfalls zur Kontrolle habe man einzelne Ziegel entfernt. «Wir wollten möglichst ohne grosse Wassermengen löschen, um Folgeschäden in den Wohnungen darunter zu vermeiden», erklärt Huber. Dies sei auch gelungen. Abgesehen von der Dachwohnung konnten alle Wohnungen kurz vor 22 Uhr wieder freigegeben werden. «Wir hatten alle Wohnungen und Räume kontrolliert und entsprechende Messungen durchgeführt.»

Der Brand konnte schnell gelöscht werden. (Bild: Zuger Polizei)

Der Brand konnte schnell gelöscht werden. (Bild: Zuger Polizei)

Die Dachwohnung aber ist gemäss der Polizei nicht mehr bewohnbar. Am Tag danach werden die Spuren ersichtlich. Während der kriminaltechnische Dienst der Zuger Polizei die Wohnung untersucht, baumelt der Schlüsselbund an der Tür – der Schlüsselanhänger ist versengt – was er mal darstellte ist nicht mehr zu erkennen. Draussen ist die Dachlukarne, aus deren Fenster am Vorabend die Flammen loderten, mit einer blauen Blache zugedeckt. Dort wo das Fenster war, klafft ein Loch. Verkohlte Wände und eine schwarze Decke sind sichtbar. Der Aussenbereich unterhalb der Lukarne ist mit Polizeiband abgesperrt.

Gemeinde kümmert sich um Hausbewohner

Für die Familie der Brandwohnung hat die Gemeinde Baar eine Unterkunft organisiert. «Wir haben für die Nacht des Brandes ein Hotelzimmer mit Frühstück für die Familie gebucht», erklärt Zari Dzaferi. Er ist Vorsteher der Abteilung Sicherheit und wird in solchen Fällen aufgeboten. «Uns ist es wichtig, dass wir sofort eine Lösung finden.» Nun sei man dabei, eine Notwohnung für die Familie zu organisieren. Nachbar Sik Zikire, der versuchte die Flammen zu löschen musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung zur Kontrolle ins Spital eingeliefert werden. Weitere zehn Personen wurden noch vor Ort durch die Mitarbeiter des Rettungsdienstes untersucht. Gemäss Mitteilung der Polizei standen beim Einsatz 40 Feuerwehrleute der Feuerwehr Baar gemeinsam mit vier Teams des Rettungsdienstes und mehrere Patrouillen der Zuger Polizei im Einsatz. Die Ursache ist noch nicht bekannt.