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Flanierzone am Pilatusplatz spaltet die Stadtluzerner Parteien

Die Mehrheit der Stadtluzerner Parteien begrüsst die Abklärungen für eine neue Verkehrsführung. Es gibt aber auch viel Kritik – und es droht ein Veto auf kantonaler Ebene.
Stefan Dähler
So könnte der verkehrsberuhigte Abschnitt der Obergrundstrasse beim Pilatusplatz aussehen. (Visualisierung: Stadt Luzern)

So könnte der verkehrsberuhigte Abschnitt der Obergrundstrasse beim Pilatusplatz aussehen. (Visualisierung: Stadt Luzern)

Weil der Krienbachkanal saniert werden muss, sind am Pilatusplatz Umbauarbeiten nötig. Zwei Projekte stehen zur Diskussion: Bisher verfolgte der Stadtrat eine Variante, die wenig Änderungen vorsah. Nun prüft er zusätzlich die sogenannte Y-Lösung. Demnach soll ein Teil der Obergrundstrasse zur verkehrsberuhigten Zone werden. Dafür müssten bis zu 46 Parkplätze aufgehoben werden, ein Teil könnte man in der Flanierzone ersetzen. Bei der bisherigen Variante würden aus Sicherheitsgründen 26 bis 34 Parkplätze wegfallen.

Die Prüfung der Y-Variante geht auf eine Aufforderung der Quartiervereine zurück. «Die Aufenthaltsqualität würde stark steigen», sagt Andreas Gervasi, Co-Präsident des Quartiervereins Obergrund. Es gibt aber auch skeptische Stimmen. «Ich persönlich würde den Abbau der Parkplätze sehr bedauern. Es bräuchte eine Kompensation», sagt Matteo Schaffhauser, Präsident des Quartiervereins Kleinstadt. «Auch ist noch nicht klar, wie unser Quartier bei der Y-Lösung erschlossen würde.» Markus Schulthess, Co-Präsident des Quartiervereins Hirschmatt-Neustadt, betont, dass bei beiden Projekten Parkplätze wegfallen. «Wenn dafür in der Flanierzone neue Kurzzeitparkplätze geschaffen werden, ist der Unterschied am Ende nicht mehr gross.» Grundsätzlich ist er der Meinung, dass man solch ein grosses Umbauprojekt für eine städtebauliche Aufwertung nutzen sollte.

Skepsis bei Gewerbevertretern

Kritisch äussern sich Gewerbevertreter. Es entstünde zwar ein «attraktives Tor zur Kleinstadt», sagt Alexander Gonzalez, Präsident des städtischen Wirtschaftsverbands. Doch die Verkehrsbelastung für die Anwohner des Hallwilerwegs würde steigen. «Und der Parkplatz-Abbau wäre für die dortigen Geschäfte ein grosses Problem.» Dass die Stadt in Aussicht gestellt hat, in der Flanierzone neue Kurzzeitparkplätze zu schaffen, sei positiv. «Aber die Pläne sind noch sehr vage.»

Für die City Vereinigung ist das Y-Projekt aufgrund des Parkplatz-Abbaus keine Option, so Vorstandsmitglied André Bachmann. «Mit einem Bestattungsunternehmen, dem kantonalen Passbüro und auch dem städtischen Sozialzentrum Rex befinden sich in diesem Gebiet neben den weiteren Detaillisten wichtige Dienstleister, welche für alle uneingeschränkt erreichbar sein müssen.»

Plan der Y-Lösung mit Flanierzone und neuer Verkehrsführung. Visualisierung: Stadt Luzern

Plan der Y-Lösung mit Flanierzone und neuer Verkehrsführung. Visualisierung: Stadt Luzern

CVP und SVP sind kritisch

Die Stadtparteien haben das Y-Projekt noch nicht im Detail behandelt, geben aber eine erste Einschätzung ab. «Die Entlastung der Obergrundstrasse würde zwar eine Lärmreduktion und auch mehr Sicherheit für die Velofahrer bieten», sagt CVP-Fraktionschefin Mirjam Fries. «Wir bezweifeln aber, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis gut ist. Der Bus würde ja weiterhin auf der Obergrundstrasse fahren, also ist es fraglich, wie gut man dort flanieren könnte.» Der Abbau der Parkplätze sei nicht zu verantworten, es bräuchte eine Kompensation. Zudem sei «unklar, ob ein allfälliger Linksabbieger vom Hirschengraben Richtung Kleinstadt/Parkhaus Kesselturm realisierbar wäre wegen der Rückstaus Richtung Kasernenplatz». Aufgrund des Parkplatz-Abbaus steht auch SVP-Präsident Dieter Haller dem Y-Projekt ablehnend gegenüber.

Für SP-Grossstadtrat Mario Stübi dagegen ist das Projekt eine «grosse Chance, die man packen sollte». Es gebe «eine Entflechtung der Verkehrsträger, davon profitieren Busse wie Autos». Die Reduktion der Parkplätze sei «verkraftbar, da sich gleich in der Nähe das Parkhaus Kesselturm befindet». Für Grünen-Fraktionschefin Korintha Bärtsch ist die Y-Lösung gar ein «genialer Wurf». «Man kann mit der bestehenden Strasseninfrastruktur eine massive Aufwertung erreichen.» Dies gelte auch für die Sicherheit. So würde «der gefährlichste Fussgängerstreifen der Stadt» auf der Obergrundstrasse wegfallen. GLP-Fraktionschef Jules Gut fügt an, es könnten Synergien mit der aufgewerteten Kleinstadt und später der Bahnhofstrasse entstehen. Über Kompensationsmassnahmen für die wegfallenden Parkplätze könne man noch reden, finden GLP, SP und Grüne. «Aber es wäre schade, das Projekt nur deswegen von Anfang an abzulehnen», so Gut.

«Man kann mit der bestehenden Strasseninfrastruktur eine massive Aufwertung erreichen.»

Korintha Bärtsch, Fraktionschefin Grüne

Offen ist FDP-Präsident Fabian Reinhard. «Es ist grundsätzlich positiv, dass der Stadtrat die Y-Variante abklärt.» Kritisch sieht auch er den Abbau der Parkplätze. «Es bräuchte eine Kompensation. Ausserdem muss die Planung mit dem Kanton abgestimmt werden.»

Tatsächlich hängt es von diesem ab, ob das Projekt letztendlich realisiert werden kann. Denn die betroffenen Strassen gehören dem Kanton. Dieser nimmt inhaltlich noch keine Stellung. Das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement werde das alternative Projekt zuerst prüfen, heisst es auf Anfrage. «Das Y-Projekt dürfte im Kantonsrat kaum durchkommen», prophezeit dagegen Dieter Haller, selbst Kantonsrat.

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