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Flüchtlinge: Hochschule Luzern empfiehlt Bündner Integrationsmodell zur Nachahmung

Das Bündner Modell für die berufliche Integration von Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen ist erfolgreich und kann auch auf andere Kantone übertragen werden. Es glänzt gemäss einer Untersuchung der Hochschule Luzern mit einer hohen Erfolgsquote und ist günstig.

(sda) Über 80 Prozent der Teilnehmenden am Modell «Teillohnplus» hätten eine Festanstellung oder eine Berufslehre angetreten, teilte die Hochschule Luzern am Montag mit. Bund und Kantone wollen die Integration von Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen forcieren. Ab Mai 2019 soll deshalb die Integrationspauschale an die Kantone verdreifacht werden.

Der Grund für das verstärkte Engagement liegt darin, dass die Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen grosse Probleme bereitet. Nach Angaben der Hochschule Luzern sind diese Personen nach fünf Jahren drei Mal weniger häufig erwerbstätig als die ständige Bevölkerung.

Direkte Eingliederung in den Arbeitsmarkt

Das Bündner Pilotprojekt «Teillohnplus» könnte die Integration beschleunigen. Statt auf Beschäftigungsprogramme setzt es auf eine möglichst direkte Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Teilnehmende am Projekt können während eineinhalb Jahren Berufserfahrung in einem Betrieb sammeln.

Ende des Monats erhalten sie vom Arbeitgeber einen Teillohn, der mit Sozialhilfe aufgebessert wird. Beim Modell steigt der Lohn stufenweise von 500 auf 2500 Franken. Im Gegenzug verpflichten sich die Arbeitgeber, die Mitarbeitenden berufspraktisch zu qualifizieren.

Vier von fünf Flüchtlingen integriert

Die Hochschule Luzern untersuchte das Bündner Pilotprojekt von 2015 bis 2018 und zieht eigenen Angaben zufolge eine positive Bilanz. 84 Prozent der Teilnehmenden hätten nach der Aneignung von Berufserfahrung eine Festanstellung gefunden oder eine Berufslehre angetreten. Eine abschliessende Bewertung des Projekts lässt allerdings die kleine Fallzahl von lediglich 57 Personen nicht zu.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotprojekts wurden überwiegend von kleinen und mittleren Betrieben KMU angestellt. Arbeit fanden sie in der Hotellerie und Gastronomie, im Baugewerbe und Metallbau, im Gesundheitswesen, in der Informatik und im Detailhandel. Kontrolleure überprüften, ob die Vorgaben zur berufspraktischen Förderung eingehalten werden und die Teilentlöhnung in Ordnung ist.

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