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FLÜCHTLINGE: Mehr Geld für Ausbildung

Die Regierung stellt zusätzliche Plätze in Integrationsangeboten zur Verfügung. Gefordert ist auch das Gewerbe.
Noah Knüsel
Der anerkannte Flüchtling Jean-Paul Oumolou – hier im Berufsbildungszentrum Luzern – hat 2015 eine Ausbildung im Bauhauptgewerbe begonnen. Diese gehört zum Pilotprojekt «Perspektive Bau». (Bild Pius Amrein)

Der anerkannte Flüchtling Jean-Paul Oumolou – hier im Berufsbildungszentrum Luzern – hat 2015 eine Ausbildung im Bauhauptgewerbe begonnen. Diese gehört zum Pilotprojekt «Perspektive Bau». (Bild Pius Amrein)

Aufgrund des starken Zustroms von jugendlichen Asylsuchenden zwischen 16 und 25 Jahren will der Kanton Luzern zusätzliche Plätze in Integrationsangeboten schaffen. Das ist jedoch mit Mehrkosten von insgesamt 12,5 Millionen Franken bis 2020 verbunden. Konkret heisst das: Im Jahr 2017 wird mit ungefähr 1,5 Millionen, ab 2018 jährlich mit durschnittlich rund 3,6 Millionen Franken mehr gerechnet. Das Gesamtbudget beträgt im Jahr 2017 6,3 Millionen Franken.

Folgende beiden Angebote sollen mehr Plätze erhalten:

  • Einstiegsprogramm Sprachförderung & Jobtraining (S&J): Das Angebot richtet sich an Jugendliche über 16 Jahre, die in ihrem Herkunftsland die ganze Volksschule besucht haben.
  • Integrationsbrückenangebote (IBA): Dieses Programm besuchen Jugendliche, die Deutsch mindestens auf Niveau A2 beherrschen. Neben normalem Schulunterricht werden auch Praktika in Luzerner Betrieben absolviert.

Dies sind die Angebote für spät eingereiste Flüchtlinge, jüngere besuchen die normale Volksschule. Einige besuchen danach die Verlängerungsklasse Ü 16, falls zu grosse Bildungslücken vorhanden sind. Danach besuchen diese Jugendlichen ein Einstiegsprogramm oder auch direkt ein Integrationsbrückenangebot. Ziel ist, für jeden Jugendlichen möglichst passgenaue Angebote zu finden.

100 zusätzliche Plätze bis 2017/18

Aktuell gibt es 240 Plätze im S & J sowie 70 beim IBA. Auf nächstes Jahr sollen beim S & J 30 Plätze dazukommen, und die Anzahl Plätze der IBA soll auf 140 verdoppelt werden. Auch soll die Triage-Stelle, die alle Jugendlichen – nicht nur Flüchtlinge – entsprechenden Angeboten zuteilt, um zwei Stellen ausgebaut werden. Dies wegen des zusätzlichen administrativen Aufwandes.

Ausserdem braucht es ab Sommer 2017 rund 150 Praktikumsplätze für Teilnehmer des zweijährigen Integrationsbrückenangebots. Die Erfahrungen in einem realen Arbeitsumfeld seien für die Jugendlichen sehr wichtig, sagt, Christof Spöring, Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung: «Dinge wie Pünktlichkeit, Verlässlichkeit oder Zusammenarbeit im Arbeitsumfeld lernt man nicht theoretisch.» Im zweiten Jahr des Brückenangebots sollen die Teilnehmer vier Tage in der Woche arbeiten können.

Gespräche mit der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz und dem Kantonalen Gewerbeverband Luzern sind bereits im Gange. Erste Sitzungen haben laut Spöring bereits stattgefunden, und man sei daran, Lösungen zu finden. Aber da erst ab Sommer 2017 die Stellen vorhanden sein müssen, habe man noch etwas Zeit.

1200 junge Flüchtlinge letztes Jahr

2015 lebten etwa 1200 jugendliche Flüchtlinge im Kanton Luzern, und dieses Jahr dürfte diese Zahl laut Spöring noch steigen. Bis jetzt könne man das aber noch nicht genau sagen.

Die Investition in die Bildung der jungen Flüchtlinge lohne sich, sagt Spöring: «Je schneller und intensiver man die Jugendlichen fördern kann – sprachlich, kulturell und beruflich –, desto besser gelingt die Integration.» Über eine Lehre sinkt das Risiko, später von Sozialhilfe abhängig zu werden, drastisch. Das sei eine nachhaltige Investition. «Nach einem Lehrabschluss kann ein Grossteil der Jugendlichen ihr Leben selbst gestalten.» Es sei besser, jetzt etwas Geld in die Hand zu nehmen, anstatt später Sozialhilfe zu bezahlen. «Das käme definitiv teurer.»

Aktuell werden die Programme in drei Schulhäusern in Luzern und Sursee durchgeführt. Ab Sommer 2017 braucht es jedoch mehr Platz. Da man gerade erst mit der Suche begonnen habe, sei noch gar nichts spruchreif, erklärt Spöring. «Es sollen aber bevorzugt kantonseigene oder bereits gemietete Immobilien für diesen Zweck verwendet werden.»

Noah Knüsel

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