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FLÜELEN: Luzerner wollen die Seerose auch nicht

Der Urner Regierungsrat hat entschieden, dass die Seerose den Urnersee verlassen muss. Während sich die Besitzer der Plattform in Schweigen hüllen, regt sich Widerstand gegen allfällige Standorte im Kanton Luzern.
Die Seerose ankert nach wie vor in Flüelen – obwohl die Bewilligung dafür längst abgelaufen ist. (Bild: Urs Hanhart (Flüelen, 24. Oktober 2017))

Die Seerose ankert nach wie vor in Flüelen – obwohl die Bewilligung dafür längst abgelaufen ist. (Bild: Urs Hanhart (Flüelen, 24. Oktober 2017))

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Seit Herbst 2015 liegt die Seerose, das 50 Meter breite und 16 Meter hohe Konstrukt, beim Areal der «Kompanyy» in Flüelen vor Anker und rostet dort vor sich hin. Die Farbe der einst knallig pinken schwimmenden Plattform ist inzwischen verblasst. Dennoch erhitzt die Seerose nach wie vor die Gemüter, denn längst ist sie ein Politikum geworden.

Nun hat der Urner Regierungsrat entschieden: Die Seerose muss weg. Zwar ist dieser Entscheid noch nicht rechtskräftig: Die Besitzer der Plattform können innert zwanzig Tagen beim Obergericht Uri Beschwerde einreichen. Doch sobald der Entscheid rechtskräftig ist, haben sie nur noch einen Monat Zeit, den Stahlkoloss abzuholen.

IG mit 200 Mitgliedern kämpft gegen die Seerose

Die Seerose wurde vor drei Jahren extra für das Tourismusfestival Gästival gebaut. Während des Sommers 2015 legte die schwimmende Plattform an mehreren Häfen am Vierwaldstättersee an, und es fanden darauf verschiedene Veranstaltungen wie etwa Konzerte statt.

Nach dem Ende des «Gästivals» übernahm Peter Pühringer, Besitzer des Parkhotels in Vitznau, die Plattform und stellte sie dem Verein MuTh (Nationales Zentrum für Jugend, Musik und Theater) zur Verfügung. Dieser plant, die Plattform als Veranstaltungsbühne im Seebecken von Vitznau zu platzieren. Doch daraus wurde bis jetzt nichts, und so ankert die Seerose seit 2015 «vor­übergehend» in Flüelen. Die dazu nötige provisorische Baubewilligung von 2015 wurde 2016 um ein Jahr verlängert – bis zum 31. Oktober 2017.

Die Seerose müsste also längst weg sein. Doch im Herbst 2017 reichte der Verein MuTh bei der Baukommission Flüelen erneut ein Gesuch ein, um die Seerose weiterhin im Urnersee zwischenlagern zu können. Darauf traten die Flüeler Behörden jedoch nicht ein, weil der Kanton als Besitzer des Sees dafür seine Zustimmung nicht gegeben hatte. Danach gelangten die Seerose-Verantwortlichen mit einem Wiedererwägungsgesuch an den Urner Regierungsrat. Gleichzeitig forderte die Baukommission der Gemeinde Flüelen den Verein auf, die Plattform bis am 31. Januar 2018 zu entfernen. Passiert ist jedoch nichts. Schliesslich drohten die Flüeler den Seerose-Besitzern gar, die Plattform auf deren Kosten zurückzubauen.

Die Betreiber der Plattform versuchten immer wieder, Zeit zu gewinnen. Denn gegen ihre Pläne, die Seerose in Vitznau als Veranstaltungsbühne im See zu installieren, regt sich Widerstand. Es hagelte Einsprachen – unter anderem von Anwohnern und Landschaftsschützern. Zudem formierte sich eine IG mit 200 Seerose-Gegnern. Dadurch hat sich das Bewilligungsverfahren in die Länge gezogen.

Vitznau müsste Zonenplan überarbeiten

Inzwischen ist klar, dass die Gemeinde Vitznau eine Zonenplanrevision vornehmen muss, bevor grünes Licht für die Seerose gegeben werden kann. Die Revision ist aufgegleist, doch auch wenn die Bevölkerung diese gutheissen sollte, werden wohl mindestens noch zwei Jahre verstreichen, bis die Betreiber mit einer Bewilligung rechnen dürfen.

Die Verantwortlichen der Seerose waren gestern für eine Stellungsnahme nicht erreichbar. Gemäss Recherchen unserer Zeitung suchen sie aber nach einem Zwischenstandort. Es schwebt ihnen vor, die Seerose künftig im Winter in Vitznau zu ankern und in der wärmeren Jahreszeit verschiedene Häfen anzufahren, um Veranstaltungen durchzuführen. Die Suche nach einem Winterquartier dürfte harzig werden. «Ein Winterlager im Kanton Luzern erachte ich aufgrund der zu erwartenden Beschwerden als höchstproblematisch», sagt Mario Conca vom Amt für Raum und Wirtschaft des Kantons Luzern auf Anfrage.

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