FLÜHLI: Bergbahnen sind startklar für den Ausbau

In den nächsten zwei Wochen erwarten die Bergbahnen Sörenberg die Bewilligung für den Ersatz des alten Sessellifts beim Eisee. Wird sie nicht rechtzeitig erteilt, müsste der Winterbetrieb eingestellt werden.

Roseline Troxler
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Der Sessellift vom Eisee aufs Rothorn soll abgerissen werden. (Bild: Pius Amrein (Sörenberg, 3. August 2017))

Der Sessellift vom Eisee aufs Rothorn soll abgerissen werden. (Bild: Pius Amrein (Sörenberg, 3. August 2017))

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Die Zeit drängt: Ende Jahr läuft die Konzession des 2er-Sessellifts Eisee beim Brienzer Rothorn ab. Da eine weitere Verlängerung des Lifts nicht in Frage kommt, braucht es dringend einen Ersatz, wie es bei den Bergbahnen Sörenberg heisst. Geplant ist ein 4er-Sessellift (wir berichteten). Dafür soll der 2er-Sessellift rückgebaut werden. Theo Schnider, Verwaltungsratsmitglied der Bergbahnen Sörenberg, hat im vergangenen Februar betont, wie wichtig es sei, «dass wir im Sommer mit dem Bau beginnen können». Ohne Neubau müsste der Skibetrieb beim Eisee im nächsten Winter eingestellt werden.

Doch der alte Lift steht noch immer. Theo Schnider zeigt sich auf Anfrage dennoch optimistisch: «Wir erwarten in den nächsten zwei Wochen eine Rückmeldung vom Bundesamt für Verkehr.» Ein Baustart in diesem Sommer beurteilt er «nach wie vor als realistisch». Gregor Saladin, Mediensprecher beim Bundesamt für Verkehr, bestätigt auf Anfrage: «Das Verfahren für die Konzession und Plangenehmigung für die Sesselbahn Eisee– Brienzer Rothorn ist im Gang.» Wann es abgeschlossen sei, könne im Moment nicht präzis gesagt werden. «Es ist davon auszugehen, dass die Verfügung in den nächsten Wochen eröffnet wird», teilt er weiter mit.

Obwohl die Bergbahnen Sörenberg noch auf eine Rückmeldung warten, wurden bereits Unternehmen für den Rückbau des alten Sessellifts und für den Bau der neuen Anlage verpflichtet. Theo Schnider sagt denn auch: «Wir sind startklar. Sobald wir die Bewilligung haben, können wir loslegen.» Von einem negativen Entscheid werde «sicher nicht ausgegangen», so Schnider auf Anfrage.

Die Bergbahnen planen, die Talstation des Lifts nicht wieder im Gebäude des Restaurants zu bauen, sondern dem bestehenden Gebäude vorzulagern. Der Ersatz des Sessellifts beim Eisee ist nur ein Teil des Projekts, für das nun das Plangenehmigungsverfahren läuft. So wird der Skilift Eisee, der heute parallel zum Sessellift verläuft, abgebaut. Er wird zur Talstation der Rothorn-Seilbahn transportiert und als neuer Lift Schönenboden–Ober Habchegg wieder aufgebaut. Ausserdem wird im Skigebiet Eisee und bei der Abfahrt nach Schönenboden eine Beschneiungsanlage installiert. Die Kosten für das Projekt schätzt Theo Schnider auf rund 11,8 Millionen Franken.

Gegen das Projekt gab es vier Einsprachen. Eine wurde gemeinsam von Pro Natura, WWF und der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz eingereicht, eine weitere stammt von der BKW Energie AG. Vom Einspracherecht Gebrauch gemacht hat auch eine Privatperson. Zusätzlich haben die Umweltschutzverbände auch in Giswil Einsprache eingereicht. Der Grossteil des Skigebiets Eisee liegt in der Obwaldner Gemeinde. «Die Einsprachen haben wir bereinigt, indem wir gewisse Auflagen wie Ersatzmassnahmen für die Eingriffe in die Natur erfüllen», erklärt Schnider.

Gesamtprojekt wurde etappiert

Beim vorliegenden Projekt handelt es sich um die erste Etappe, wie Theo Schnider betont. Das gesamte geplante Investitions­volumen des Projektes Sörenberg Rothorn beträgt rund 39 Millionen. Das Projekt wird, wie im vergangenen Jahr kommuniziert, etappiert. «Sobald die Bewilligung der ersten Phase vorliegt, wird die nächste Etappe in Angriff genommen.» Die Kosten für den Zusammenschluss der Skigebiete Sörenberg-Rothorn und Dorf wurde zunächst auf 35 Millionen Franken geschätzt. Diese sind aufgrund von Auflagen aber angestiegen. Zum Gesamtprojekt gehört auch eine neue 8er-Gondelbahn aufs Rothorn.

Kanton greift Bahnen unter die Arme – Grüne dagegen

Für den Zusammenschluss erhalten die Bergbahnen vom Kanton 6 Millionen Franken – 4,2 Millionen als Bürgschaft, 1,8 Millionen in Form eines Darlehens. Die Grünen verlangen in einem Vorstoss die Neubeurteilung der Gelder, da das Projekt redimensioniert worden sei.

Die Regierung hingegen beantragt, das Postulat abzulehnen. Es soll in der Septembersession beraten werden. So heisst es in der Antwort der Regierung: «Das eigentliche Ziel, das heisst der Zusammenschluss der beiden Skigebiete Sörenberg-Rothorn und Dorf, wird beibehalten.» Laut der Antwort sollen alle Teilprojekte bis Ende 2021 umgesetzt werden. Die Regierung hält in ihrer Antwort aber fest, dass der Vertrag über das Darlehen von 1,8 Millionen Franken erst abzuschliessen sei, «wenn die rechtsgültigen Baubewilligungen für die erste Etappe vorliegen».

Die Bürgschaft in der Höhe von 4,2 Millionen Franken soll ausserdem erst dann ausgelöst werden, wenn klar ist, dass das ganze Projekt realisiert wird. Thomas Buchmann, Departementssekretär des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements, sagt auf Anfrage: «Wir warten die Baubewilligungen für die erste Etappe ab. Liegen diese vor, lassen sich die Inhalte des Darlehensvertrags festlegen.» Aus dem Austausch mit den Bergbahnen Sörenberg sei allerdings hervorgegangen, dass diese das Projekt nach wie vor wie ursprünglich geplant realisieren wollen – wenn auch in Etappen.