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FLÜHLI: Bote söhnt sich mit Opfern aus

Am Hirsmändig wird gnadenlos aufgedeckt, was übers Jahr passiert. Dem Hirsmändigboten ist nichts heilig. Nach den frechen Versen folgt aber die Versöhnung.
Monika Van De Giessen
Der Hirsmändigbote Guido Bucher gab seine Verse zum Besten. (Bild Pius Amrein)

Der Hirsmändigbote Guido Bucher gab seine Verse zum Besten. (Bild Pius Amrein)

Monika van de Giessen

In der Entlebucher Gemeinde Flühli wird statt dem Güdismändig der Hirsmändig gefeiert. Kernstück ist der Auftritt des Boten, der hoch zu Ross den Hirsmändigbrief verliest. Dieser wird noch heute nach altüberliefertem Muster (aus dem 17. Jahrhundert) in Knitterversen geschrieben. Pünktlich um 11 Uhr erschüt­terten Böllerschüsse das Wald­emmental. Sie signalisierten den Start zur Flühler Fasnacht, wo nur an einem Tag, am Hirsmändig Fasnacht gefeiert wird. Dafür zünftig, traditionell und urchig. Guido Bucher ist gestern zum zweiten Mal als Hirsmändigbote auf dem Dorfplatz eingeritten, um den Hirsmändigbrief vor rund 600 Besuchern zu verlesen. Unter den dem vielen Gästen auch der jodelnde FDP-Nationalrat Albert Vitali aus Oberkirch, seines Zeichens Präsident der IG Volkskultur der Schweiz. Als Cowboy verkleidet verriet er, dass er eigentlich kein Fasnächtler sei. «Ich finde es schön, dass solche Traditionen gelebt werden. Mir hats gefallen.» Gregor Schnider, Präsident der Hirsmändiggesellschaft, dankte der Hirse-Köchin Vreni Emmenegger, die während der letzten vier Tage ihre Zeit vornehmlich mit Organisieren im Kurhaus verbracht hatte.

Zum zweiten Mal hoch zu Ross

Angeführt von Trychlern zog der Hirsmändigbote Guido Bucher auf dem Dorfplatz ein, wo ihn die Besucher ungeduldig erwarteten. Einem alten Brauch entsprechend, übergab Flühlis Gemeindepräsidentin Sabine Wermelinger dem Hirsmändigkomitee für einen Tag den Schlüssel zum Gemeindehaus.

Gnadenlos und ungeschminkt kam am gestrigen Hirsmändig in Flühli alles aufs Tapet, weswegen sich im letzten Jahr die Gemüter erhitzt hatten. Vor dem Spott des Hirsmändigboten blieb fast niemand verschont. Damit all das, was der Hirsmändigbote herausposaunte, niemanden in den falschen Hals kam, stiess dieser unmittelbar nach dem Verlesen des Hirsmändigbriefes mit einem Glas zu Versöhnung an. Dann gings zum gemeinsamen Hirsemahl ins Kurhaus. Am Nachmittag sorgten dann die Botschafter aus diversen Entlebucher Gemeinden und Auswärtige mit ihren Auftritten für Lachsalven.

Hinweis: Weitere Sprüche finden Sie hier »

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