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Flühli: Erstmals schaffen es zwei Kantonsrätinnen an die Spitze

SVP-Politikerin Vroni Thalmann-Bieri (48) ist zur höchsten Luzernerin gewählt worden. Da auch das Vizepräsidium mit einer Frau besetzt ist, geht der gestrige Wahltag in die Luzerner Politikgeschichte ein.
Evelyne Fischer
In der Kutsche mit der Familie: Vroni Thalmann mit ihrem Sohn Martin beim Einfahren auf den Dorfplatz. (Bild: Pius Amrein (Flühli, 20. Juni 2017))

In der Kutsche mit der Familie: Vroni Thalmann mit ihrem Sohn Martin beim Einfahren auf den Dorfplatz. (Bild: Pius Amrein (Flühli, 20. Juni 2017))

In ihrer ersten Amtshandlung als Kantonsratspräsidentin ging sie den Männern gleich mal an den Kragen: «Löst eure Krawatten!», sagte Vroni Thalmann (48), bevor im Kurhaus die geladenen Gäste «urchig und gemütlich» mit ihr feiern sollten. Ihre Ratskollegen verdankten es: Heiss war es, als die SVP-Politikerin gestern nach 18 Uhr mit ihrer Familie in der Kutsche Richtung Dorfplatz fuhr. Fahnen zierten die Kandelaber, die Musikgesellschaft Sörenberg setzte zum «Bundesrat-Gnägi-Marsch» an, Oldtimer-Traktoren begleiteten sie, am Strassenrand applaudierten die Flühler ihrer Sozialvorsteherin. Von der Aufwartung überwältigt, wischte sich diese hie und da eine Träne weg.

Thalmann hat das Kantonspräsidium nach 1999 zum fünften Mal ins Entlebuch geholt. Als erste Frau, erstmals nach Flühli. Sichtlich stolz über die «unermüdliche» Politikerin zeigte sich auch Gemeindepräsidentin Sabine Wermelinger: «Ich bin zuversichtlich, dass Vronis Energie für den ganzen Kanton reicht.»

88 Kantonsräte hatten Thalmann die Stimme gegeben. 20 Wahlzettel blieben leer. Thalmann hatte ein Resultat «in diesem Rahmen» erwartet und zeigte sich zufrieden. Immerhin: Es waren 13 Stimmen mehr als bei ihrer Wahl zur Vizepräsidentin. Dieses Amt übernimmt nun Hildegard Meier-Schöpfer (FDP, Reiden) mit 93 Stimmen (siehe Grafik). Präsidium und Vizepräsidium sind damit erstmals in der Luzerner Geschichte in Frauenhand. Neu besetzt wurde auch das Regierungspräsidium: Gewählt ist mit 84 Stimmen Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (CVP, Pfaffnau). Baudirektor Robert Küng (FDP, Willisau) sicherte sich mit 94 Stimmen das Vizepräsidium.

Buch als Geschenk, um Grenzen auszuloten

Der abtretende Regierungspräsident Marcel Schwerzmann (parteilos) überbrachte Thalmann Geschenke: einen Regenschirm, der gestern kurzerhand als Sonnenschutz herhielt. Ein Notizbuch für ihre Erlebnisse des nächsten Jahres – auch wenn er wisse, dass die Computerfachfrau sonst ganz auf elektronische Medien setze. Und das Buch «Grenzwanderung», um «die Grenzen des Kantons» auszuloten. Ob er damit auf «Sozialvorsteherin setzt Grenzen» anspielte, Thalmanns Slogan bei ihrer Nationalratskandidatur?

Die Beschenkte jedenfalls versprach: «Ich bin so wie ich bin und werde so bleiben. Mit allen Ecken und Kanten.» Zugleich lud Thalmann ihre Kantonsratskollegen ein, auch mal dem «höchsten Luzerner», dem Brienzer Rothorn, die Aufwartung zu machen und den «wilden Westen» Luzerns von oben zu betrachten.

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