FLÜHLI: Heisse Hirse und freche Sprüche

Der Hirsmändig-Bote beglückt die Fasnächtler mit einem Resümee des Jahres. Und hat dabei keine Skrupel.

Drucken
Teilen
Flotte Sprüche zur Politik: der Hirsmändig-Bote Bruno Schmid. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Flotte Sprüche zur Politik: der Hirsmändig-Bote Bruno Schmid. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Die Flühler huldigten am Montagmittag einem der ältesten und traditionellsten Fasnachtsbräuche im Kanton Luzern: dem Hirsmändig.

Nach dem 11-Uhr-Schlag von der Dorfkirche erschütterten Böllerschüsse das Waldemmental. Angeführt von Trychlern und der einheimischen Guggenmusig Rüdigchönner zog der Tross der Hirsmändig-Gesellschaft auf dem Dorfplatz ein: Als wichtigster Mann hoch zu Pferd und mit Standarte der Hirsmändig-Bote.

Mit Spannung wurde er auf dem Dorfplatz von viel fasnächtlichem und vor allem gwundrigem Fussvolk erwartet. In traditionell vorgetragenen Knittelversen verlas der Bote den Hirsmändig-Brief: Darin vieles von dem, was das vergangene Jahr hindurch in der weitern und engeren Heimat passiert war - allesamt Ereignisse und Vorkommnisse, die manch einer und eine gerne für sich behalten hätte (siehe Kasten).

Versöhnungstrunk
Aber gar so bös war es nicht, was der Hirsmändig-Bote Bruno Schmid verlas. Zuhörer und auch die Betroffenen selbst konnten mitschmunzeln und mitlachen und nachher wurde in alter Manier ein Versöhnungstrunk eingenommen. Dann gings zum gemeinsamen Hirsenmahl. Mit Hirse vom eigenen Anbau, notabene. Am Nachmittag trafen Botschafter aus dem ganzen Entlebuch ein und berichteten in fasnächtlicher Weise aus der weiteren Entlebucher Welt.

Hannes Bucher