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FLÜHLI: Hirsmändig in Flühli: Seine träfen Verse begeistern

Am Hirsmändig wird schonungslos aufgedeckt, was übers Jahr passiert. Nach den frechen Sprüchen folgt aber die Versöhnung.
Hoch zu Ross: Hirsmändigbote Guido Bucher. (Bild: Philipp Schmidli (Flühli, 27. Februar 2017))

Hoch zu Ross: Hirsmändigbote Guido Bucher. (Bild: Philipp Schmidli (Flühli, 27. Februar 2017))

Monika van de Giessen
kanton@luzernerzeitung.ch

In der Entlebucher Gemeinde Flühli wird statt des Güdismontags der Hirsmändig gefeiert und auf traditionelle Weise begangen. Kernstück des Anlasses ist der Auftritt des Hirsmändigboten, der hoch zu Ross auf dem Dorfplatz Flühli Sprüche zum Besten gibt.

Hirsmändigbote ist seit vier Jahren FDP-Kantonsrat und Schulleiter Guido Bucher. In unzähligen Stunden dichtet er träfe und freche Sprüche und nimmt das regionale Geschehen sowie die nationale und kantonale Politik aufs Korn. Niemand wird verschont – obschon der Hirsmändigbote lustige Geschichten herausposaunt, die eigentlich niemand erfahren sollte.

«Professionell und pointiert»

Gar so bös war es dann aber auch wieder nicht, was der Hirsmändigbote in Versen verlas. Denn nach seinem Auftritt auf dem Dorfplatz wird auf die Versöhnung angestossen, so der Brauch. Gemeindepräsidentin Sabine Wermelinger übergibt jeweils der Hirsmändig-Gesellschaft fiktiv den Schlüssel des Gemeindehauses. Denn an diesem Tag sollen in der Gemeinde Flühli die Narren regieren.

Pünktlich um 11 Uhr erschüttern Böllerschüsse das Waldemmental. Sie signalisieren den Start zur Flühler Fasnacht, die nur an einem Tag gefeiert wird – dafür aber zünftig. Unter den rund 600 Besuchern auf dem Dorfplatz fand sich auch der letztjährige LFK-Präsident Roland Barmet aus Luzern. Er verrät unserer Zeitung, dass er erstmals den Hirsmändig besuche. Barmet sei sehr herzlich aufgenommen worden. «Mir gefällts hier.» Roland Barmet fand die Sprüche des Hirsmändigboten genial und zollte diesem grosse Anerkennung und Respekt. «Die Sprüche sind pointiert und super professionell vorgetragen. Einfach lässig», lobte er den Boten. Nach dem Verlesen des Hirsmändigbriefes wird zum traditionellen Hirsemahl ins Kurhaus eingeladen.

Zermatt und Flühli kooperieren

Der Auftritt des Hirsmändigboten ist wohl das Highlight des Festes, aber auch auswärtige Botschafter bieten am Nachmittag im Kurshaussaal durchaus Paroli. Immer wieder für eine Überraschung gut ist die Gruppe der Sankt-Jakobs-Gesellschaft aus Luzern, die sich heuer mit Chinesen, Japanern, Indern und weiteren Touristen präsentierte und gewaltig Stimmung machte. Peter Kalbermatten, «Tourismuspräsident» aus Zermatt, liess gestern eine Bombe platzen: «Neu wird Zermatt eine Kooperation mit Flühli-Sörenberg eingehen.» Die Geschäftsleitung von Tourismus Zermatt habe beschlossen, sich in der «dritten Welt» zu engagieren. Der absolute Knüller: Das Matterhorn sei demnächst von Flühli-Sörenberg aus zu sehen. «Ganz einfach, man muss nur die Berner Alpen sprengen», so Kalbermatten, der im normalen Leben aus Brig kommt und Schauspieler ist. Er versprach, dass Flühli-Sörenberg einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung erleben werde. René Koller, Direktor der Sörenberg-Bahnen, freut sich. «Es ist vollbracht. Die Partnerschaft zwischen Zermatt und Flühli-Sörenberg wird endlich wahr.» Schon bald werde in Flühli die erste chinesische Reisegruppe eintreffen.

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