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FLÜHLI: Lammschlucht: Kanton Luzern sondiert vor

Die Kantonsstrasse in der Lammschlucht soll breiter werden. Bis Ende August wird sie aber noch schmaler – wegen Sondierarbeiten. Das nehmen Gemeinde und Tourismus in Kauf, solange der Baustart 2020 erfolgt.
Alexander von Däniken
Eine Delegation von Gemeinde- und Kantonsvertretern anlässlich einer Begehung in der Lammschlucht. (Bild: Dominik Wunderli (15. April 2016))

Eine Delegation von Gemeinde- und Kantonsvertretern anlässlich einer Begehung in der Lammschlucht. (Bild: Dominik Wunderli (15. April 2016))

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

Sie ist mehr ein Wolf im Schafspelz denn ein Unschuldslamm: die Lammschlucht zwischen Schüpfheim und Flühli. Immer wieder stürzen Steinbrocken auf die Kantonsstrasse K36, die sich durch die von der Waldemme durchflossene Schlucht schlängelt. Jeden Frühling werden deshalb die Felsen oberhalb der Strasse präventiv gereinigt. Der Gemeinderat Flühli, die Bergbahnen Sörenberg AG, Sörenberg Flühli Tourismus und der Gewerbeverein Entlebuch kämpfen schon seit Jahren für eine sicherere Strasse (wir berichteten).

Bislang hatte es der Kanton nicht eilig. Immerhin: Im aktuellen Bauprogramm der Kantonsstrassen 2015–2018 sind im Topf A 600000 Franken für Planungsarbeiten eingestellt. Für das eigentliche Bauprojekt sind 20 Millionen Franken budgetiert. Dieses Geld befindet sich aber derzeit im Topf B – und wird frühestens innerhalb eines Zeithorizonts von 2019 bis 2022 freigegeben. Rutscht es nach der Beratung des neuen Bauprogramms im Kantonsrat – voraussichtlich im Herbst 2018 – in den Topf A, wird die aktuell maximal 6,5 Meter breite Strasse verbreitert, sodass die Fahrzeuge besser kreuzen können.

Wie nun der Gemeinderat von Flühli mitteilt, kommt Bewegung in das Schluchtproblem. Bis am 31. August lässt der Kanton Sondierbohrungen ausführen. Bis dahin dürfte die Fahrspur noch enger werden. Lotsen oder ein Lichtsignal regeln den Verkehr.

«Wichtigste Verbindung zum Tourismusgebiet»

Dass sich der Kanton der Lammschlucht annimmt, freut die regionalen Gremien. Tourismus­direktorin Carolina Rüegg: «Für uns ist die Strasse die wichtigste Verbindung zum grössten Tourismusgebiet. Jedes Mal, wenn sich auf der Strasse ein Auto und ein Postauto kreuzen, wird es sehr eng. Darum freut es uns, wenn der Kanton nun erste Schritte zum Ausbau macht.»

Sabine Wermelinger, FDP-Gemeindepräsidentin von Flühli, schliesst sich an: «Es freut uns sehr, dass endlich etwas geht.» Aller Vorfreude zum Trotz: Gemeinde, Tourismus, Bergbahn und Gewerbe pochen darauf, dass die Lammschluchtstrasse im nächsten Bauprogramm in den Topf A kommt – und mit den Bauarbeiten 2020 begonnen wird.

Dazu kann der Kanton noch keine Garantien abgeben. Auch zu den definitiven Kosten des Projekts gibt es noch keine Angaben, weil die Planungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Paloma Meier, Mediensprecherin des Bau- und Umweltdepartements, bestätigt immerhin, dass die Sondierungen im Zusammenhang mit dem Strassenprojekt stehen.

Wie die neue Strasse dereinst aussehen könnte, hat Regula Meier, damalige Studentin der Hochschule Rapperswil, 2012 in ihrer Bachelorarbeit aufgezeigt. Sie schlug eine einheitliche Fahrbahnbreite von 7 Metern vor, mit neuer Linienführung in den Berg hinein, damit talseitige Strassensicherungen auf ein Minimum reduziert werden können. Zusätzlich könnte die Zahl der Kunstbauten von heute 30 auf 6 reduziert werden. Das Projekt sei mit Auflagen an einen Totalunternehmer zu vergeben.

Bereits im Gang sind die Arbeiten an der Chrutacherbrücke ausgangs der Lammschlucht. Die bestehende Brücke wird im September abgerissen. Bis dann steht die neue Brücke, die 13 Meter über der Schlucht stehen soll. Allein für dieses Projekt sind 3,9 Millionen Franken veranschlagt. Noch in Planung ist ein Ersatz der Chlusbodenbrücke. Es dürfte also noch etwas dauern, bis die Schlucht gezähmt ist.

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