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FLÜHLI: Landwirt sichtet Bär im Kanton Luzern

Ein Landwirt beobachtete, wie ein Bär über das Gelände seiner Liegenschaft zottelte. Seit dem 19. Jahrhundert wurden im Kanton Luzern keine wild lebenden Bären mehr gesichtet. Über seine Beobachtung ist der Bauer aber gar nicht glücklich.
Thomas Heer
Ende Mai wurde ein Bär in der Berner Gemeinde Eriz gesichtet. Mutmasslich dieses Tier wurde später von einem Bauern aus Flühli beobachtet. (Bild: Keystone/Jagdinspektorat Kanton Bern)

Ende Mai wurde ein Bär in der Berner Gemeinde Eriz gesichtet. Mutmasslich dieses Tier wurde später von einem Bauern aus Flühli beobachtet. (Bild: Keystone/Jagdinspektorat Kanton Bern)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

An jenen Nachmittag zu Beginn des vergangenen Monats erinnert sich Hans Bieri noch bestens. Es war zirka 14.30 Uhr, als er damit beschäftigt war, auf seiner Liegenschaft Spierweid in der Gemeinde Flühli einen Zaun zu erstellen. Plötzlich bemerkte er ein Tier – ein grosses Tier. Bieri erzählt: «Es war zirka 10 bis 12 Meter von mir entfernt. Langsam bewegte es sich durchs Gelände. Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass es sich dabei um einen Bären gehandelt hat.»

Was ging Bieri bei diesem Anblick durch den Kopf? «Natürlich war ich überrascht. Das habe ich nicht erwartet.» War der Landwirt über den Anblick auch erfreut? Bieri verneint. «Auch das noch», mag er sich womöglich gedacht haben. Denn der Berglandwirt hat keine Freude, wenn sich potenziell schadenstiftende Wildtierarten auf seinem Landwirtschaftsbetrieb herumtreiben. Denn der Flühler ist in Sachen Raubtiere ein gebranntes Kind. Vor Jahren hielt er auf seinem Hof, der sich auf einer Höhe zwischen 1100 und 1450 Meter befindet, noch einige Schafe. Mittlerweile hat der 49-Jährige aber ganz auf Mutterkuhhaltung umgestellt. Zu gross erschien ihm das Risiko, dass Luchse oder gar Wölfe seine Schafpopulation weiter ausdünnen.

Beobachtungen auch im grenznahen Bern gemacht

Daher mag Bieri die Fleischfresser nicht auf seinem Hof. Er sagt: «Der Mensch und seine Nutztiere müssen im Alpen- und Voralpenraum den Vorrang haben.» Es könne nicht sein, so der Landwirt weiter, dass ein Wolf zuerst so und so viele Schafe gerissen haben muss, bevor er zum Abschuss freigegeben wird. Bieri bereiten aber nicht nur Bär, Wolf und Luchs Sorgen. Auch die Rothirsche, die sich im Kanton Luzern und vor allem im Entlebuch zusehends verbreiten, lösen beim Flühler Landwirt ein ungutes Gefühl aus. Im Zusammenhang mit den Hirschen spricht Bieri gar von einer «Plage». Denn diese Tiere fühlen sich auf den Alpweiden pudelwohl und verköstigen sich im grossen Stil am wohlschmeckenden Gras, das auch auf Bieris Hof wächst. Gras aber, das der Bauer bevorzugt seinen Kühen verfüttern würde.

Zurück zum Bären: Beim Tier, welches Hans Bieri beobachtete, handelt es sich wahrscheinlich um jenen Bären, der im vergangenen Frühling auch im Kanton Bern gesichtet wurde. Das war Ende Mai in der Gemeinde Eriz der Fall. Eriz grenzt zwar nicht an Luzern, ist aber nicht allzu weit von der Kantonsgrenze entfernt. Eine Distanz, die ein Bär in wenigen Tagen im gemütlichen Trott zurücklegen kann.

Seit dem 19. Jahrhundert wurden im Kanton Luzern keine wild lebenden Bären mehr gesichtet. Bieris Beobachtung ist damit umso bemerkenswerter. Was sagt Philipp Amrein, Fachleiter Jagd und Fischerei bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald, zur Aussage des Entlebucher Bauern? Amrein hält es für durchaus möglich, dass der «Erizer» Bär auch das Kantonsgebiet von Luzern durchstreifte. Amrein sagt aber auch: «Einen gesicherten direkten Nachweis haben wir jedoch nicht.»

Das wäre zum Beispiel eine Fotografie von guter Qualität, Kotspuren, Fussabdrücke, Haarproben oder die Beobachtung eines Wildhüters. Beim Kanton gingen verschiedene Hinweise ein, dass sich ein Bär in Luzern aufgehalten haben soll. Aber die Meldungen wurden allesamt mit grosser Verspätung gemacht. Das heisst zwei und mehr Wochen, nachdem das Tier gesehen wurde. Amrein: «Für uns wäre es wichtig, dass wir möglichst rasch informiert werden. Das kann auch via Polizei erfolgen.»

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