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FLÜHLI: Schafmarkt: Naht das Ende?

Der traditionelle Schafmarkt hat Existenzsorgen: Es werden immer weniger Schafe angeboten. Dem Markt droht das Aus.
Wie lange es solche Szenen noch zu beobachten gibt, ist ungewiss. Die Schafe am Flühler Schafmarkt werden angeliefert und bald darauf zum Kauf angeboten. (Bild Pius Amrein)

Wie lange es solche Szenen noch zu beobachten gibt, ist ungewiss. Die Schafe am Flühler Schafmarkt werden angeliefert und bald darauf zum Kauf angeboten. (Bild Pius Amrein)

Matthias Stadler

Ein Schaf tut einen unsicheren Tritt aus dem Viehtransporter. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schafe im Pferch – ganze 85 Artgenossen zählte man in Flüeli. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Zwei Züchter. Fachsimpeln sie über die gefallenen Preise? (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Blick eines Nutztiers – scheinbar gedankenvoll versunken. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Herde steht dicht gedrängt. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Weitere Tiere kommen an. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Ein Nachzügler muss trotzdem raus. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Gruppenweise gehts auf die Wägestation. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
8 Bilder

Schafmarkt in Flühli – das letzte Mal?

Es ist trist an diesem Donnerstag­morgen in Flühli. Nasskaltes Wetter beherrscht das Dorf im Entlebuch. Und dieses Wetter passt zur Stimmung einiger anwesender Bauern: Sie bieten an diesem Vormittag ihre Schafe am traditionellen Schafmarkt zum Verkauf an. 85 Schafe sind es an der Zahl – ein tiefer Wert. Die Verantwortlichen sind enttäuscht: Vor einem Jahr wurden noch 150 Schafe angeboten, im Jahr zuvor sogar 180. Zum Vergleich: Im Kanton Luzern werden rund 17 000 Schafe gehalten.

Viel Idealismus

Schon vor ein paar Jahren stand der Markt, welcher seine Ursprünge im Jahr 1812 hat, vor dem Aus. Und dieses Jahr sagt Werner Hüsler vom Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband, dass man den Schafmarkt wegen der niedrigen Anzahl Tiere eigentlich nicht mehr organisieren müsse. Aber es sei ein traditioneller Markt. Landwirt Ernst Vogel hat um die 50 Schafe zum Verkauf gebracht. Er sagt: «Es ist sehr schade, aber es sieht so aus, als ob der Markt eingehen wird.» Selbst die Entlebucher Bauern würden ihre Schafe nicht mehr an den Schafmarkt in Flühli bringen. Er selber reist seit Jahren von Schwarzenberg an.

Es stecke viel Idealismus im Anlass, erklärt der Sörenberger Landwirt Werner Wicki, der ebenfalls Schafe zum Verkauf anbietet. Das Problem des serbelnden Marktes sei vielschichtig. So werde die Schafshaltung immer aufwendiger. Die Raubtierproblematik beschäftigt die Bauern und zwingt sie zu mehr Schutzmassnahmen. Zudem sei die Schafshaltung wirtschaftlich herausfordernd.

Preise «in einem guten Rahmen»

Mit dem diesjährigen Preis von 5.80 bis 6.10 Franken für das Kilo Lebendgewicht sind die Landwirte aber zufrieden. Werner Wicki sagt: «Die Preise sind dieses Jahr in einem guten Rahmen.» Auch der Küssnachter Händler Michael Fässler ist mit dem Preis zufrieden. Er hat an diesem Morgen 30 Schafe gekauft.

Nach dem Verkauf der Schafe ziehen die Händler und die Landwirte weiter. «Jetzt geht es um das Gesellige», sagt Werner Wicki. Schliesslich hat der Markt nicht nur Schafe zu bieten, diverse Stände bieten Waren an. Die Festbeizen füllen sich langsam, und in den Restaurants wird Schaffleisch serviert. Auch den Kindern wird etwas geboten. Ueli Müller aus Wolhusen zeigt den Zuschauern, wie man Schafe schert. Falsche Zurückhaltung ist dabei nicht angebracht, er packt das Schaf und fängt sogleich an zu scheren. Die Kinder sind fasziniert.

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