FLÜHLI: Unwetter: Gemeinden packen an

Die Unwetter im Juli und August sorgen für Schäden von rund einer Million Franken. Nun liegt das Sanierungsprojekt auf.

Stephan Santschi
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In den Gemeinden Flühli, Escholzmatt und Luthern (im Bild) beschädigten die Unwetter vom Juli mehrere Strassen schwer. (Bild Nadia Schärli)

In den Gemeinden Flühli, Escholzmatt und Luthern (im Bild) beschädigten die Unwetter vom Juli mehrere Strassen schwer. (Bild Nadia Schärli)

Hochwasserschäden im Lutherer Dorfteil Willmisbach. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
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Hochwasserschäden im Lutherer Dorfteil Willmisbach. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Hans Nyffenegger bei Aufräumarbeiten vor der Nachbarsscheune im Lutherer Dorfteil Willmisbach. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Familie Birrer befreit ihr Ackerland von angeschwemmtem Holz der Seewag. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Josef Bircher in Nottwil hat durch das Hochwasser rund 20 Ferkel verloren. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Landwirtfamile Bircher wurde vom Hochwasser schwer getroffen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Famile Bircher wurde vom Hochwasser schwer getroffen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Vom Mannebach angeschwemmtes Material wird weggeräumt. 
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Schüpfheim. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Schüpfheim. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Josephine Müller aus Schüpfheim vor dem Spielplatz während der Aufräumarbeiten. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Schüpfheim. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Beim Mannebach in Schüpfheim hat das Hochwasser viel Schlamm zurückgelassen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Beim Bahnhof Nottwil ist ein Bach über die Ufer getreten... (Bild: Leserreporter Michael Müller)
... und hat die Geleise überspült. (Bild: Leser Michael Müller)
Der Eglibach tritt in der Rohrmatt bei Willisau über die Ufer. (Bild: Leser Alois Gassmann)
Sempach: Aufräumen nach dem Unwetter. Was noch bleibt, sind die Beweis-Fotos für die Versicherungen. (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Luthern: der gleichnamige Bach sucht sich einen eigenen Weg. (Bild: Leserreporter)
Die Luthern ist in Zell über die Ufer getreten. (Bild: Leser Franz Wüest)
7cm Wasser im Heim Violino in Zell (Bild: Leser Franz Wüest)
Randvoll: Sarner Aa in Sarnen (Bild: Keystone)
Aufräumen nach dem Unwetter: Die Melchaa ob Kriens brachte viel Geschiebe. (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Keystone)
Menznau (Bild: Kilian Scheiber)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Ein Surfer beim Perlen Reusswehr. Links donnern Baumstämme gegen den Brückenpfeiler (Bild: Leserreporter)
Wasser kann auch mein Spielkamerad sein..... fotografiert bei Hellbühl. (Bild: Heidi Köpfli)
Hochgehende Luthern in Nebikon. (Bild: Leserreporter)
Neuer Damm in Buttisholz hält Wasser zurück. (Bild: Leserreporter)
Im Oberberg in Schüpfheim können die Matten das Wasser nicht mehr aufnehmen. (Bild: Leserin Bernadette Fallegger)

Hochwasserschäden im Lutherer Dorfteil Willmisbach. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

«Wir hatten riesiges Glück.» So lautet die Bilanz von Flühlis Gemeindeammann Hans Lipp zu den Unwettern vom letzten Juli und August. «Leider ertrank ein Rind, Menschen wurden aber keine verletzt. Auch die Schäden an Gebäuden hielten sich in Grenzen.» Ein Nachspiel haben die grossen Regenfälle trotzdem. Gemeindeammann Lipp beziffert die Schäden auf rund eine Million Franken.

Die Sanierungsmassnahmen sind derart umfangreich, dass sie in ein Strassenprojekt mit Bundesbeteiligung aufgenommen worden sind – so wie es im Kanton Luzern nur noch in zwei weiteren Gemeinden der Fall ist: in Escholzmatt-Marbach und Luthern (siehe Kasten). Die Pläne für Flühli liegen seit Mittwoch während 20 Tagen bei der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) in Sursee auf. «Das ist nur eine Formsache, Einsprachen erwarten wir nicht. Was gemacht werden muss, muss gemacht werden», erklärt Lipp.

«Ein Sommer zum Vergessen»

In Flühli zogen die Regenfälle, die Lipp in dieser Konzentration als «Jahrhundertereignis» bezeichnet, vor allem die ländlichen Güterstrassen abseits der Gemeinde in Mitleidenschaft. «Diese Strassen, welche die Bauern als Transportwege benutzen, sind unterspült oder teilweise sogar komplett weggespült worden», erzählt Lipp. Betroffen seien insgesamt 25 bis 30 landwirtschaftliche Betriebe und Ferienhäuser. «Für die betroffenen Bauern ist es ein Sommer zum Vergessen.»

Da die Witterung auch nach dem Unwetter nass blieb, haben sie ihre Felder nur bedingt von Schlamm, Steinen und Gehölz befreien können. «In steilen Gebieten war es gefährlich, zudem riskierten sie, den Landschaden zu vergrössern.» Mit Sofortmassnahmen habe man mittlerweile allerdings alle Zu- und Wegfahrten wieder benutzbar gemacht. Die im Strassenprojekt aufgeführten Arbeiten umfassen in erster Linie die Wiederherstellung des früheren Zustands. Auf den Naturstrassen werden, wo erlaubt, Betonspuren erneuert, Gräben in den Strassenmitten aufgefüllt, Risse an Böschungen und Abhängen verbaut.

Zudem gilt es, die Durchflüsse, in denen das Wasser unter den Strassen abfliesst, von Holz und Schlamm zu befreien. Schutzmassnahmen zur Vorbeugung für den Fall eines ähnlichen Unwetters seien indes kaum möglich. «Sollte es wieder Bindfäden in dieser Konzentration regnen, sind wir machtlos», so Lipp.

Hilfe von Bund und Kanton

Die Kosten für die Sanierung der Naturstrassen belaufen sich auf rund 750 000 Franken. Bund und Kanton übernehmen zwei Drittel, 20 Prozent zahlt die Gemeinde, der Rest von rund 15 Prozent fällt auf die betroffenen Privatbetriebe. Weitere 150 000 bis 200 000 Franken kosten Sanierungen auf den Privatgrundstücken der Betroffenen. Gemeindeammann Lipp hat schriftlich schon mal um finanzielle Unterstützung bei Caritas-Bergeinsatz und der Glückskette für Subsidiärhilfe gebeten. Privatpersonen könnten zudem Hilfe beim Fonds für nicht versicherbare Elementarschäden beantragen.

Flühli fehlt nun Geld für Tourismus

Ferner wird die Gemeinde mit dem Kanton an verschiedenen Stellen im Hohwäldlibach und in der Waldemme Sicherungsmassnahmen treffen, was zusätzliche Kosten von rund 100 000 Franken nach sich zieht. Die Gesamtkosten für die Gemeinde Flühli belaufen sich damit auf rund 250 000 Franken. «Das sind zwei Steuerzehntel. Geld, welches wir für andere Projekte, insbesondere für touristische Zwecke, sehr gut hätten verwenden können. Es hat nicht sollen sein», bedauert Hans Lipp. Die Sanierungsarbeiten in Flühli sollen bis im nächsten Sommer abgeschlossen sein.