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FLÜHLI: Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung wegen Heizpilzen: Neun Personen im Spital

Grosseinsatz bei einer Geburtstagsparty in Flühli: Weil sie sich in einer Garage aufhielten, die mit Heizpilzen geheizt wurde, litten mehrere Personen unter Atemnot. Neun von ihnen mussten ins Spital eingeliefert werden.
Solche Heizpilze sollen verboten werden. (Bild: Pius Amrein)

Solche Heizpilze sollen verboten werden. (Bild: Pius Amrein)

Es sollte eine gediegene Feier anlässlich eines 50. Geburtstags werden. Doch es kam anders: Am Dienstagabend mussten in Flühli im Entlebuch neun Personen wegen des Verdachts auf eine Kohlenmonoxidvergiftung in umliegende Spitäler überführt werden. Die Betroffenen hatten an besagter Feier teilgenommen, bei der eine Garage mit Heizpilzen beheizt wurde. Laut Gemeindepräsidentin Sabine Wermelinger handelte es sich um einen privaten Anlass in einer Garage, die sonst nicht für Feste genutzt werde, wie sie auf Anfrage sagte. Laut ersten Angaben schwebe keine der Personen in Lebensgefahr.

Laut Luzerner Polizei hätten im Verlauf des Abends erste Gäste an Schwindel, Erbrechen und Atemnot gelitten. Der Rettungsdienst 144 war mit 8 Einsatzfahrzeugen und 20 Rettern vor Ort. Auch die Rega und die Feuerwehr Flühli-Sörenberg wurden aufgeboten. 16 Personen wurden vor Ort ambulant betreut. Die Besucher des Geburtstagsfestes konnten laut Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft, die Ambulanz selbstständig informieren.

Wurden die Heizpilze sachgemäss eingesetzt?

Die Branddetektive der Luzerner Polizei haben ihre Ermittlungen inzwischen aufgenommen. Die Untersuchung führt die Staatsanwaltschaft Sursee. Zu den genauen Umständen kann Simon Kopp noch keine Aussagen machen, die Ermittlungen laufen. Aber: «Es wäre verfehlt, vor Abschluss der Untersuchungen Heizpilze generell als gefährlich zu bezeichnen. Es muss auch geklärt werden, ob sie sachgemäss eingesetzt wurden. Die Branddetektive klären zurzeit ab, ob dies der Fall war.»

Der Vorfall in Flühli ist derweil nicht der erste in diesem Jahr, bei dem durch den Einsatz von Heizmitteln Menschen in Gefahr gerieten. Besonders tragisch ist der Fall auf der Mörlialp im obwaldnerischen Giswil (Artikel vom 31. Januar). Dort starben Ende Januar zwei Menschen an einer Kohlenmonoxidvergiftung, nachdem sie an einer speziellen Vorrichtung ihren Campingbus mit Holzkohle beheizen wollten. Einen vergleichbaren Fall gab es auch Anfang 2017 in Deutschland, wo sechs Jugendliche bei einer Party in einem Gartenhaus starben, weil sie einen Stromaggregat in einem schlecht durchlüfteten Raum einsetzten.

Tückisch: Die Gefahr ist unsichtbar

Die Polizei bittet um Vorsicht mit Heizpilzen. «Wichtig ist, dass solche Heizkörper nur in gut durchlüfteten Räumen eingesetzt werden», so Simon Kopp. Regelmässig ereigneten sich auf diese Weise tragische Unfälle. Besonders tückisch sei, dass man die Gefahr nicht kommen sehe. «Der Entzug des Sauerstoffes ist bis auf eine eintretende Müdigkeit vom Körper und Übelkeit kaum bemerkbar.» Seitens des Luzerner Kantonsspitals ergänzt Sprecher Andreas Meyerhans, dass Ersthelfer unbedingt den Selbstschutz beachten sollen und sich selber und gefährdete Personen aus der Gefahrenzone bringen. Anschliessend seien sofort die Notfalldienste zu verständigen. (uus)

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