Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FLÜHLI: Wetter wurde Wild zum Verhängnis

Der erneute Wintereinbruch im Frühling lockte zahlreiche Hirsche in tiefer gelegene Gebiete. Dort verursachten sie massive Schäden. Das zwang Wildhüter zu einer bisher einmaligen Massnahme.
Niels Jost
Dieser Hirsch im Hirschpark Luzern wird im Gegensatz zu seinen Artgenossen im Entlebuch nicht gejagt. (Bild: Pius Amrein / LZ (19. Oktober 2015))

Dieser Hirsch im Hirschpark Luzern wird im Gegensatz zu seinen Artgenossen im Entlebuch nicht gejagt. (Bild: Pius Amrein / LZ (19. Oktober 2015))

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Der Hirsch ist im Kanton Luzern wieder auf dem Vormarsch. Das haben Bauern im Entlebuch unlängst zu spüren bekommen. Gemäss Kantonsblatt vom 22. Juli sorgte das Rotwild im Frühling dieses Jahres für «massive» Schäden bei zwei Höfen in Flühli. Diese befinden sich im eidgenössischen Jagdbanngebiet Tannhorn auf der Kantonsgrenze zu Bern, in einem Schutzgebiet für seltene und bedrohte Arten.

Wegen des erneuten Wintereinbruchs Ende April wanderten die Hirsche in tiefere Lagen und verursachten auf dem feuchten Untergrund Tritt- und Frassschäden. Als diese ein «nicht mehr tragbares Mass annahmen», ordnete die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) in Absprache mit dem Bundesamt für Umwelt eine Sofortmassnahme an: Die zuständigen Wildhüter erlegten in der Folge Anfang Mai drei Hirsche – ein männliches und zwei weibliche Jahrtiere.

Weil es sich beim Entscheid um eine Sofortmassnahme handelte, hat ihn die Dienststelle erst jetzt formell erlassen und im Kantonsblatt veröffentlicht. Dagegen kann nun innert der Frist von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden (noch bis am 20. August).

Dass die Wildhüter eine solche Sofortmassnahme vornehmen müssen, sei noch nie vorgekommen, sagt Philipp Amrein, Leiter Fachbereich Jagd und Fischerei beim Lawa. Im Vorfeld habe man alles Mögliche versucht, um die Tiere zu verscheuchen und vom Gebiet fernzuhalten. Amrein konkretisiert: «Wir haben wiederholte Vergrämungsversuche vorgenommen, indem wir Knallpetarden abgefeuert und Scheuchen aufgestellt haben. Zudem sind wir das Gelände mit Hunden abgelaufen, um Duftmarken zu setzen.» Vergebens. Die Massnahmen zur Vertreibung blieben wirkungslos, sodass die Dienststelle zur Schadenabwehr gezielte Vergrämungsabschüsse durch den Wildhüter anordnete.

Hirsche fressen 25 Prozent des frischen Grases

Das wiederum zeigte Wirkung. «Mit diesen Abschüssen verteilten sich die Tiere wieder im Banngebiet», so Amrein. «Sie suchten ruhigere und wenig intensiv genutzte Gebiete auf.» Weil zusätzlich das Tauwetter einsetzte, blieben weitere Schäden aus. Die Abschussfreigabe konnte somit nach zehn Tagen widerrufen werden. Für Rothirsche gilt ausserhalb des Banngebiets noch bis heute die Schonzeit. Die Tiere dürfen erst ab August bis Mitte Dezember gemäss speziellen Jagdbetriebsvorschriften bejagt werden.

Die Schadenssumme bei den beiden Bauernhöfen kann nicht genau beziffert werden. Laut Amrein haben Feldversuche gezeigt, dass das Rotwild auf intensiv genutzten Wiesen im Jagdbanngebiet jeweils gegen einen Viertel des ersten Aufwuchses nutzt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.