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Schlechtere Verbindung von Luzern zum Flughafen: Bundesrat gibt SBB Rückendeckung

Rückschlag für den Krienser CVP-Ständerat Konrad Graber: In einem Vorstoss unterstellte dieser den SBB und dem Bund, die Zentralschweiz in ÖV-Fragen systematisch zu benachteiligen. Auslöser war der Plan der Bundesbahnen, den Fahrplan Luzern-Zürich Flughafen anzupassen, was zu einer Verschlechterung führt. Nun stellt sich das Departement Leuthard hinter die SBB. Für Graber kein Grund aufzugeben.
Kilian Küttel
Die Zufahrt zum Bahnhof Luzern im Bereich Bundesstrasse. (Bild: Pius Amrein, 16. Juni 2017)

Die Zufahrt zum Bahnhof Luzern im Bereich Bundesstrasse. (Bild: Pius Amrein, 16. Juni 2017)

Es waren markige Worte, die Ständerat Konrad Graber an die Adresse des Bundesrats richtete: «Der vorgesehene SBB-Fahrplan 2019 hat in der Zentralschweiz grossen Ärger verursacht. Diese Schlechterstellung der Zentralschweiz ist für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Luzern nicht haltbar.»

Grund für Grabers Aufregung sind die neuen Pläne der SBB: Mit dem neuen Fahrplan wollen diese eine Direktverbindung vom Bahnhof Luzern an den Flughafen Zürich kippen. Betroffen sind jene Züge, welche Luzern jeweils stündlich um xx:10 Uhr verlassen. Die Züge sollen nur noch bis zum Hauptbahnhof Zürich verkehren. Wer ohne Umsteigen an den Flughafen will, muss auf jene Züge ausweichen, die um xx:35 Uhr in Luzern abfahren, aber wegen zusätzlicher Halte unter dem Strich später am Flughafen ankommen werden. Damit verlängert sich die Reisezeit gemäss Grabers Interpellation um mindestens sechs Minuten, oder um 10 Prozent. Hinzu kommt, dass auch die Direktverbindung nach Zürich Oerlikon entfällt, die viele Luzerner Pendler nutzen.

Direktverbindung erst ab 2021 wieder angepeilt

Bei der Interpellation handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk der beiden Luzerner Ständeräte. Denn nebst Graber hat auch FDP-Politiker Damian Müller (Hitzkirch) den Vorstoss unterschrieben. Und nicht nur bei ihnen sorgt das Vorhaben für Aufsehen. Mehrere Interessenverbände schlugen Alarm, auch in Leserkreisen gingen die Wellen hoch.

Nun ist die Antwort des Bundesrates zur Grabers und Müllers Vorstoss eingetroffen. Dieser stellt zwar nicht in Abrede, dass die Reisezeit an den Flughafen länger wird, und dass die Anschlüsse in Luzern für Reisende aus den Kantonen Ob- und Nidwalden sowie aus dem Luzerner Hinterland schlechter werden. Nichtsdestotrotz stellt sich die Landesregierung hinter die Pläne der SBB.

Neue Flugbus-Verbindung nach Basel

Seit mehreren Jahren besteht eine Frühverbindung mit dem Flugbus aus der Zentralschweiz an den Flughafen Zürich-Kloten. Nun folgt per 28. September eine Verbindung ab Beckenried via Buochs, Stans, Horw, Kriens, Luzern und Sursee nach Basel. So werden gemäss Mitteilung der Verkehrsbetriebe die frühen Flüge erreicht. Die Rückfahrt erfolgt jeweils um 23.30 Uhr. (pd/zfo)

In seiner Stellungnahme schreibt der Bundesrat, die SBB seien innerhalb des vom Bund mit Konzessionen und Netznutzungsplans vorgegebenen Rahmens frei, den Fahrplan selber festzusetzen: «Der Fahrplanentwurf 2019 steht nicht im Widerspruch zu diesen Vorgaben.» Zudem handle es sich um vorübergehende Anpassungen. Das stimmt. Denn gemäss Angaben der SBB soll das neue System nur für die Jahre 2019 und 2020 gelten, ab 2021 soll wieder courant normal herrschen. Ausschlaggebend für das neue Regime sind gemäss den Bundesbahnen Änderungen im Raum Zürich/Ostschweiz, die eine Änderung der verfügbaren Trassen mit sich gebracht hätten. «Die Züge von Luzern können nicht mehr im Flughafen Zürich enden und müssen in die Ostschweiz durchgebunden werden», sagte SBB-Sprecher Reto Schärli in einem früheren Gespräch mit unserer Zeitung.

In der Antwort des Bundesrats auf Grabers Vorstoss kommt nun aber noch ein weiterer Grund an die Öffentlichkeit; nämlich die verspätete Auslieferung der neuen Fernverkehrszüge. Bekanntermassen ist es in der Vergangenheit zu Komplikationen zwischen der SBB und dem Zugshersteller Bombardier gekommen, da die neuen Züge nicht den Anforderungen entsprachen. Die Folge: eine mehrjährige Verspätung. Erst Anfang 2020 sollen sämtliche 59 neuen Bombardier-Züge auf dem Schweizer Netz eingesetzt werden. Bis anhin haben die SBB diesen Punkt aber nie kommuniziert. Weshalb? Auf Anfrage erklärt SBB-Sprecher Schärli: «Bei der verspäteten Auslieferung handelt es sich nicht um eine ausschlaggebende Tatsache. Diese hat sich schon abgezeichnet, als wir das Konzept ausgearbeitet haben.» Weiter macht er nochmals klar, dass die Änderungen im Raum Zürich/Ostschweiz ausschlaggebend für das vorläufige Ende des Flughafenzugs gewesen seien.

Graber: «Widerstand wird Pflicht»

Was sagt aber nun Konrad Graber zum Bescheid aus Bundesbern? Der CVP-Ständerat spricht weiterhin von einer Benachteiligung der Zentralschweiz, die «augenfällig» sei: «Ich kriege den Eindruck, dass die SBB in dieser Frage viel zu wenig sensibel vorgehen. Die Bedenken des Kantons Luzern wurde nicht Ernst genommen.» Etwas salopp ausgedrückt, könne man gar sagen: «Die SBB führen zwar der guten Ordnung halber ein Gespräch und machen nachher trotzdem, was sie wollen.» Für Graber ist die Causa noch nicht abgeschlossen – obwohl der Bundesrat den SBB den Rücken stärkt. In der anstehenden Debatte im Ständerat, die in der Herbstsession erfolgen dürfte, werde er sich nochmals «energisch für die Anliegen und gegen die Fortsetzung der Benachteiligung zur Wehr setzen». Es sei zwar nicht Sache des Parlaments und des Bundesrates, sich in die Fahrplangestaltung der SBB einzumischen. Aber: «Trotzdem, wenn eine Landesgegend systematisch benachteiligt wird, ist Widerstand Pflicht.»

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