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Die Anwohner des Flugplatzes in Beromünster sind besorgt über «zu viele Unfälle»

Nach dem Helikopter-Unfall kritisiert eine Interessengemeinschaft die Betreiber. Es ereigneten sich zu viele Unfälle, sagt sie. Der Betreiber und die Behörden widersprechen.
Matthias Stadler
Der Unfall beim Flugplatz Beromünster gibt bei Anwohnern zu reden. (Bild: Luzerner Polizei, 16. Januar 2019)

Der Unfall beim Flugplatz Beromünster gibt bei Anwohnern zu reden. (Bild: Luzerner Polizei, 16. Januar 2019)

Der Unfall vom Mittwoch vergangener Woche beim Flugplatz Beromünster verlief glücklicherweise glimpflich. Auf einer Flughöhe von rund 150 Metern fiel der Motor eines Helikopters aus, woraufhin der Pilot mit einem Gleitflug eine Notlandung machen musste. Dank der geistesgegenwärtigen Reaktion gab es keine Verletzten, sondern «nur» Sachschaden (Artikel vom 17. Januar).

Der Verein IG Fluglärm Beromünster kritisiert nun in einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, die Flugbetreiber. Der Unfall sei von den Verantwortlichen als Bagatelle schöngeredet worden. «Wenn der Motor eine Minute später ausgefallen wäre, wäre der Helikopter möglicherweise über bewohntem Gebiet oder einem Wald gewesen und hätte dort irgendwie notlanden müssen», sagt Werner Furrer von der Interessengemeinschaft. «Kaum auszudenken, was dann passiert wäre», sagt der Anwohner. «Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis ein Unfall mal nicht so glimpflich ausgeht.» Die IG weist denn auch darauf hin, dass es auf dem Flugplatz in den vergangenen Jahren mehrere Zwischenfälle gegeben hat.

Flugplatz wird vom Bund kontrolliert

In der Tat führt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust sechs Zwischenfälle mit Flugzeugen, Helikoptern oder sonstigen Maschinen in den letzten sechs Jahren auf (inklusive demjenigen von vergangener Woche). Andere Flugplätze wie etwa derjenige in Triengen haben während dieser Zeit keine von der Sust registrierten Zwischenfälle gehabt.

Flugplatzbetreiber Hans Rudolf Müller lässt die Kritik jedoch nicht gelten: «Die IG macht Polemik. Wir bagatellisieren gar keine Gefahr. Der Flugplatz wird regelmässig vom Bundesamt für Zivilluftfahrt geprüft. Wenn der Flugplatz unsicher wäre, würde er von der Bundesbehörde sanktioniert oder geschlossen.» Florian Reitz von der Sust, der mit dem Fall betraut ist, ergänzt: «Der Flugplatz hat wegen seiner Graspiste gewisse Nachteile etwa wegen Unebenheiten. Aber grundsätzlich zu behaupten, dass er das Bermudadreieck für Kleinflugzeuge wäre, ist völlig falsch.»

Er weist auch Kritik von der IG zurück, die den Betreibern fehlende Meldung an die Polizei unterstellt. «Ein Flugunfall muss der Rega gemeldet werden, diese informiert dann umgehend den jeweiligen Untersuchungsleiter in Bereitschaft. Das wurde in diesem Fall vorbildlich und sehr schnell gemacht.» Nur wenige Minuten nach dem Unfall um 11.30 Uhr ging die Meldung bei der Rega ein, erklärt Florian Reitz.

Das sieht auch Betreiber Hans Rudolf Müller so: «Der Pilot hat alles korrekt gemeldet und auch während des Vorfalls super reagiert. Besser kann man einen solchen Zwischenfall nicht handhaben.» Nun gelte es, den Unfall zu analysieren. Dies ist die Aufgabe der Sust, welche einen Bericht erstellen wird. «Und daraus werden wir dann allfällige Lehren ziehen», ergänzt Müller.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass sich die IG Fluglärm Beromünster und die Verantwortlichen des Flugplatzes in die Haare geraten. Die Vereinigung, zu der rund 70 Flugplatzanwohnerinnen und -Anwohner zählen, zog 2017 etwa bis vor Bundesgericht, um gewisse Einschränkungen im Flugbetrieb zu erreichen (wir berichteten). Das Gericht wies die Beschwerde jedoch ab, soweit überhaupt darauf einzutreten war.

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