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Ein Flyer zum Horwer Wahlpodium sorgt für Aufruhr

In der Horwer Politik liegen die Nerven blank: Grund dafür ist die Einladung zum Wahlpodium vom Dienstagabend. Darauf wird ganzseitig für SVP-Kandidat Oliver Imfeld geworben und suggeriert, dass der Gewerbeverein hinter allem steht. Dies stimmt nicht.
Roman Hodel

Man könnte es mittlerweile durchaus als grotesk bezeichnen. Das, was im Vorfeld der Horwer Gemeinderats-Ersatzwahl vom 23. Juni abgeht – an jenem Sonntag geht es um die Nachfolge des zurücktretenden SVP-Gemeinderats Robert Odermatt. Zuerst sorgte die Wahlempfehlung der CVP für Wirbel. Sie empfiehlt, anstelle des offiziellen SVP-Kandidaten Oliver Imfeld den Namen des nicht kandidierenden SVP-Mitglieds Astrid David Müller auf den Zettel zu schreiben (wir berichteten).

Und jetzt ist erneut Feuer im Dach: Letzte Woche flatterte ein Flugblatt in die Horwer Briefkästen. Auf der Vorderseite ist dies zu sehen:

Der Flyer suggeriert, dass der Gewerbeverein Horw – seine Webseite lautet www.gewerbe-horw.ch – den Anlass organisiert. Doch dem ist nicht so. Richtig ist: Die Organisatoren stammen aus dem Umfeld von Oliver Imfeld. «Das wussten wir, doch mit dem Flyer ging Herr Imfeld nun zu weit», sagt L20-Kandidat Jörg Stalder. Denn der Flyer hat eben noch folgende Rückseite:

Laut Stalder hat Imfeld ihm und Francesca Schoch zwar das Gut zum Druck des Flyers vorgelegt, «aber nur die Vorderseite – wenn ich gewusst hätte, dass Imfeld auf der Rückseite für seine Person wirbt, statt das Komitee zu erklären, hätte ich mich vom Podium zurückgezogen.»

Für Stalder hat Imfeld mit seinem Vorgehen «an Treu und Glauben geritzt». Er sagt: «Ich bin seit 19 Jahren Mitglied im Gewerbeverein Horw und weiss, dass dieser sich politisch neutral verhält – deshalb ist dieses Flugblatt bewusst irreführend.» Er habe nach all diesen Vorkommnissen grosse Bedenken, dass das Podium ausgeglichen ablaufe, trotz unabhängiger Moderation. Dies sieht FDP-Kandidatin Francesca Schoch gleich – und sie sagt: «Auch uns war klar, dass letztlich Oliver Imfeld das Podium organisiert, nur wissen das die Leute draussen doch nicht.» Viele würden nach dem Lesen der Rückseite nun auch noch denken, der Gewerbeverein empfehle Imfeld zur Wahl. Sie sagt analog zu Stalder:

«Sein Vorgehen ist für mich irreführend.»

Beim Gewerbeverein Horw hat man den Flyer laut Präsidentin Barbara Binggeli «zur Kenntnis genommen». Bei ihr klingelte das Telefon deswegen zwar häufig, aber sie sagt: «Der Name Gewerbe Horw ist nicht geschützt, im Prinzip kann ihn jeder verwenden.» Deshalb habe man auch nicht interveniert. Gemäss Binggeli hatte Imfeld den Gewerbeverein tatsächlich für die Organisation des Podiums angefragt: «Doch wir sagten ab, weil es für uns zu kurzfristig war.» Innert weniger Tage sich mit dem Thema befassen, alle 174 Mitglieder informieren, ein Budget aufstellen, Gelder sprechen – das sei unrealistisch. Sie betont:

«Wir haben mit dem Podium nichts zu tun und geben auch keine Wahlempfehlung ab. In unserem Verein vereinen sich Mitglieder aus allen in Horw vertretenen Parteien.»

SVP-Kandidat Oliver Imfeld kann die ganze Aufregung nicht verstehen: «Erstens wurde der Flyer mit der Podiumsseite nach oben verteilt und zweitens ist es legitim, dass auf der Rückseite für mich geworben wird, das OK hat den Flyer schliesslich bezahlt.» Die anderen beiden Kandidierenden hätten überdies nicht explizit nach der Rückseite gefragt, «sonst hätte man bei entsprechender Kostenbeteiligung über den Platz sprechen können - die SVP hat dies gemacht.» Und was die Verwendung des Begriffs «Gewerbe Horw» betrifft, so sagt Imfeld:

«Anfänglich erhielt ich vom Gewerbeverein positive Signale bezüglich Organisation und trotz Absage unterstützen mich mehrere Mitglieder des Vereins, weshalb diese Bezeichnung gewählt wurde.»

Hinweis: Das Wahlpodium findet am Dienstagabend um 20 Uhr im Saal Egli statt. Türöffnung ist um 19.30 Uhr.

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