FÖRDERUNG: Massnahmepaket für Talentierte beschlossen

Talentierte Berufslernende sollen ihr Potenzial besser ausschöpfen. Das Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern hat dazu ein Massnahmenpaket vorgestellt.

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Nachdem der Kanton Luzern in den letzten Jahren den Fokus eher auf die Förderung von schulisch schwachen Lernenden gesetzt hat, will er nun die Berufsbildung mit einem Massnahmenpaket für leistungsstarke Lernende noch attraktiver machen. Lernende mit berufspraktischer Leistungsexzellenz sollen frühzeitig zu erkannt, gefördert und ausgezeichnet werden. 

Die wichtigsten Massnahmen sind ein Beobachtungsbogen, um Talente besser zu erkennen. Damit lässt sich bereits während der ersten Monate der Berufslehre ermitteln, ob der bzw. die beobachtete Lernende zur Gruppe der besonders Leistungsstarken gehört oder nicht. Später soll ein Diagnose-Tool eingesetzt werden, das es erlaubt, den Entwicklungsstand der «getesteten» Person mit demjenigen von 15'000 anderen Lernenden zu vergleichen. Schliesslich wird auch die verbesserte Lernortkooperation via Internet-Tool dazu beitragen, Leistungsstarke früher und besser zu erkennen.

Sind die Talente erst mal erkannt, bedürfen sie einer speziellen Förderung. Auf schulischer Ebene will der Kanton bestehende Angebote wie den bilingualen Unterricht, freiwillige Sprachkurse mit Diplomen oder die Talents School für sportlich oder künstlerisch Begabte besser aufeinander abstimmen und ausbauen. 

Um ihre leistungsstarken Lernenden systematisch fördern zu können, sollen Ausbildungsbetriebe ihre Arbeitsinstrumente und Erfahrungsberichte gegenseitig austauschen. Zu diesem Zweck nimmt die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung im Sommer 2009 die Website in Betrieb. Neben einer online-«Werkzeugkiste» stehen hier zahlreiche Kontaktadressen zur Verfügung. So erhalten die Betriebe für die individuell angepasste Förderung ihrer leistungsstarken Lernenden Unterstützungsangebote und konkrete Lehrmaterialien und gleichzeitig ein Kommunikationsmedium für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

Des Weiteren ist ein jährlicher Netzwerk-Event geplant, der Bildungspartner zusammenführt, die sich in der Talentförderung engagieren. 

Leistungsstarke Lernende sollen künftig noch mehr Ausbildungsangebote für branchen- und fachspezifische Vertiefungen nutzen sowie an interdisziplinären Projekten mit Wettbewerbscharakter teilnehmen können. Durch gezielte Förderung an den Berufsfachschulen soll erreicht werden, dass talentierte Luzerner Berufslernende eigene Projektarbeiten lancieren, die den Kriterien von «Schweizer Jugend forscht» entsprechen.

In einem späteren Schritt sollen leistungsstarke Lernende während der Lehre von eigens dafür ausgebildeten «Coaches» bei ihrer Karriereplanung begleitet und unterstützt werden. Der Aufbau dieses Angebots erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden.

Lehrbetriebe und Organisationen der Arbeitswelt, die sich besonders für die Förderung leistungsstarker Lernender im Kanton Luzern einsetzen, können sich neu um das Label «Wir investieren in Talente» bewerben. Die Erfüllung der Label-Kriterien wird von einer Kommission, bestehend aus Vertretern der Bildung, Wirtschaft und Politik, vor Ort beurteilt. 

Beruflich begabte Lernende haben seit Jahren die Möglichkeit, als Vertreter eines Berufsverbandes an schweizerischen oder internationalen Berufsmeisterschaften teilzunehmen. Dafür werden sie im Vorfeld im Betrieb und in den überbetrieblichen Kursen neben der regulären Ausbildungszeit trainiert.

rem