FOOD WASTE: Altes Brot – leckeres Süppchen

Luzerner sollen bewusster mit Lebensmitteln umgehen. Dafür startet der Kanton nun eine Kampagne, mit der er die Verschwendung um 30 Prozent reduzieren will.

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Resteverwertung an der Luga: Regierungsrat Robert 
Küng kocht mit Bäuerin Alice Bühlmann Brotsuppe. (Bild Manuela Jans)

Resteverwertung an der Luga: Regierungsrat Robert Küng kocht mit Bäuerin Alice Bühlmann Brotsuppe. (Bild Manuela Jans)

Beatrice Vogel

In der Schweiz stehen pro Tag und Person 2,2 Kilogramm Lebensmittel zur Verfügung. Das sind 800 Kilogramm im Jahr. Mehr als ein Drittel davon rund 300 Kilogramm – landen ungegessen im Abfall. Ein grosser Teil davon wird in Privathaushalten weggeworfen. Darunter Essensreste oder abgelaufene Produkte. Allein im Kanton Luzern werden jährlich 10 000 Tonnen Lebensmittel im Hauskehricht entsorgt.

Nur kaufen, was man braucht

Nun hat der Kanton Luzern eine dreijährige Kampagne gegen die Lebensmittelverschwendung gestartet. Das Ziel ist, die Bevölkerung für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren und die 10 000 Tonnen in den nächsten drei Jahren um 30 Prozent zu reduzieren.

Zur Eröffnung des Aktionsprogramms hat gestern Regierungsrat Robert Küng an der Luga eine Suppe aus Brotresten gekocht. Wie er selber zugab, ist Küng nicht unbedingt ein Hirsch in der Küche. «Ich habe nicht die Finesse fürs Saucen-kochen. Dafür ist der Grill meine Domäne. Dort kenne ich mich bestens aus», sagt er. Umso besser, dass er beim Kochen der Brotsuppe von Kochlehrerin Alice Bühlmann von den Zentralschweizer Bäuerinnen angeleitet wurde. Küng und seine Frau gäben sich Mühe, nichts Überflüssiges einzukaufen, antwortete er auf die Frage, wie er es persönlich mit der Lebensmittelverschwendung halte. Doch er müsse sich noch mehr in Selbstdisziplin üben. «Wenn ich mit meiner Frau zum Markt gehe, werde ich manchmal schon verführt, viele Leckereien einzukaufen», so Küng. «Dort muss ich besser darauf achten, was ich wirklich brauchen kann.»

Boxen zur Essensaufbewahrung

Im Rahmen der Kampagne wird während der Luga die Ausstellung «Food Waste» in der Halle 4 gezeigt. Dort lernt man, wie durch gezieltes Einkaufen, Portionieren, Lagern und Resteverwerten die Verschwendung reduziert werden kann. So kann beispielsweise schon durch vorausplanendes Einkaufen gespart werden. An der Luga gibt es übrigens an den Entsorgungsstationen braune Boxen, in welchen nicht fertig gegessene Esswaren mit nach Hause genommen werden können. In den nächsten zwei Jahren soll der Fokus der Kampagne auf Aktionen mit interessierten Institutionen, Schulen und verschiedenen Branchen liegen.