FORUM: Wohnbaugenossenschaften als dritte Kraft

Mit dem «1. Forum der Schweizer Wohnbaugenossen­schaften», das heute Freitag in Luzern stattfand, will sich die Branche als dritte Kraft zwischen Eigentümern und Mietern etablieren.

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Die Genossenschaftssiedlung Sachweidhöhe in Obernau. (Bild Mirjam Graf/Neue LZ)

Die Genossenschaftssiedlung Sachweidhöhe in Obernau. (Bild Mirjam Graf/Neue LZ)

Es handelte sich bei dem Treffen um den ersten grossen gemeinsamen Anlass der drei Dachverbände des gemeinnützigen Wohnungsbaus, die bisher aus politischen Gründen in einer Konkurrenzsituation standen.

Dass der Anlass in Luzern stattfand, ist kein Zufall. Erstens hat der gemeinnützige Wohnungsbau im Kanton Luzern eine sehr hohe Bedeutung und zweitens sind alle drei Verbände (SVM, SWE und VLB) in Luzern gegründet worden.

Vor den 300 Teilnehmenden bezeichnete die Zukunftsforscherin Karin Frick, Leiterin des Think Tank beim Gottlieb-Duttweiler-Institut, die Wohnbaugenossenschaft als Modell mit Zukunft. Der gemeinnützige Wohnungsbau sei ein Gegenpol zum bisweilen zynischen Kapitalmarkt, wie es in einer Medienmitteilung des Forums heisst.

Die Renaissance der Genossenschaft
«Der Trend geht weg vom nur schönen Wohnen hin zum individuellen, gesunden und glücklichen Wohnen», sagte Frick in ihrem Referat über die Zukunft des Wohnens. Nachhaltig wohnen mit einer ökologisch korrekten Bewirtschaftung werde immer wichtiger. Auch andere Komponenten würden in Zukunft anders gewichtet.

«Nachbarschaft wird wieder hip.» Ins Gewicht falle nicht nur, wie ich wohne, sondern auch wer mein Nachbar ist. Neue Wohngemeinschaften entstünden, weil zusammen wohnen ökologisch und sozial nachhaltiger sei als alleine wohnen. Allerdings werde das Wohnen von morgen auch Widersprüche beinhalten. Der Einzelne beanspruche immer mehr Raum für sich allein, suche gleichzeitig aber mehr soziale Nähe. Karin Frick zeigte sich überzeugt, dass das über 100-jährige Modell des genossenschaftlichen Wohnens eine Renaissance erleben wird.

160'000 Genossenschaftswohnungen in der Schweiz 
Die 1500 Wohnbaugenossenschafen in der Schweiz besitzen 160'000 Wohnungen, somit ist jede 20. Wohnung eine Genossenschaftswohnung. Weil im gemeinnützigen Wohnungsbau die Lebensqualität vor der Gewinnmaximierung durch ein möglichst optimales Investment steht, sind Wohnungen von gemeinnützigen Bauträgern rund 20 Prozent billiger als im freien Wohnungsmarkt, heisst es in der Mitteilung weiter.

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