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FOTOGRAFIE: Brücken sind seine grosse Leidenschaft

Mario Burger (67) hat lange in den USA gelebt. Dort hat er ein ungewöhnliches Hobby für sich entdeckt. Nun ist er zurück in der Schweiz und macht dort weiter, wo er aufgehört hat.
Sebastian Hofer
Die Autobahnbrücke in der Stadt Luzern – aufgenommen von Mario Burger. (Bild: Mario Burger)

Die Autobahnbrücke in der Stadt Luzern – aufgenommen von Mario Burger. (Bild: Mario Burger)

Sebastian Hofer

sebastian.hofer@luzernerzeitung.ch

Anzug, Krawatte, Aktenkoffer – so stellt man sich den typischen Businessman vor. Doch diesem Bild entspricht Mario Burger nicht. Im Gegenteil. Wüsste man es nicht besser, würde man denken, er hätte nie in einem Büro gearbeitet, geschweige denn einen Anzug getragen. Jeans, Strickpullover und eine Baseballkappe mit dem Logo der New York Yankees: In diesem Outfit fühlt sich der 67-Jährige wohl. «Ich mag es gerne leger, ich bin nicht gerne im Mittelpunkt. Deshalb stehe ich hinter und nicht vor der Kamera», sagt Burger lachend. Kaum zu glauben dass dieser Mann, der eher wie ein amerikanischer Tourist aussieht, jahrelang für eine Schweizer Bank tätig war.

Inzwischen hat sich Mario Burger jedoch zur Ruhe gesetzt und widmet sich voll und ganz seiner grossen Leidenschaft, der Fotografie. Seine Bilder präsentiert er auf dem sozialen Medium Flickr. Viele davon zeigen Brücken. Ob sie bekannt sind oder nicht, spielt für Burger grundsätzlich keine Rolle.

Es begann am Hudson River

Zurückhaltend und eher schüchtern erzählt der sympathische Zürcher, der heute in Weggis wohnt, wie er zu seinem ausgefallenen Hobby kam: 1984 zog es Burger nach Amerika. Während langen Jahren arbeitete er in New York und wohnte in New Jersey, in der Nähe des Hudson River, nur einen Sprung von der George Washington Bridge entfernt, die Manhattan mit New Jersey verbindet. «Diese wurde von einem Schweizer, Othmar Ammann, gebaut», erzählt Burger.

«Eigentlich war es eine Reihe von Zufällen. Es hat sich einfach so ergeben», sagt Burger. Bei einer gemütlichen Kajakfahrt auf dem Hudson sei ihm aufgefallen, wie viele schöne Brücken es in der Umgebung gab. «Es wäre eine Schande, diese nicht zu verewigen», befand er. Und so kam es, dass Mario Burger seit 2005 Tausende von Brücken fotografiert hat. Von riesigen Stahlbrücken bis zu kleinen Holzbrücken. «Eine Brücke verbindet. Das fasziniert mich – selbst wenn es nur ein Holz­balken über einem kleinen Bach ist», sagt Burger. Einige seiner Bilder hat der Hobbyfotograf sogar verkaufen können.

Obwohl Mario Burger sehr gerne in den USA gelebt hat, ist er nun zurück in der Schweiz und lebt seit Januar 2016 mit seiner Frau in Weggis. «Wir haben uns gemeinsam entschieden, wieder in die Schweiz zu kommen. Es gab viele Gründe dafür, einer davon war meine Pensionierung. Ausserdem hatten wir bereits eine Ferienwohnung in Weggis. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass ich zurückkommen würde.»

Alle Brücken von Ron und Reuss im Kasten

Jetzt macht Burger dort weiter, wo er aufgehört hat. «Auch in der Schweiz gibt es viele schöne Brücken zu fotografieren.» An der Reuss und an der Ron habe er bereits alle Brücken fotografiert, insgesamt über 200. Alles, was er dafür braucht, sind eine Landkarte und seine Kamera. Lange Vorplanung ist dabei nicht immer möglich: «Ich versuche, soweit ich kann, vorauszuplanen, zum Beispiel möglichst alle Brücken auf der Karte zu markieren. Manchmal fehlt aber auch die Zeit dafür. Deshalb muss ich dann flexibel sein und mich überraschen lassen.» Das richtige Transportmittel parat zu haben, sei für ihn jedoch wichtig. «In meinem Kofferraum befindet sich immer mein Klappvelo. So kann ich je nach Bedarf umsatteln. Auch ein längerer Fussmarsch kann mal vorkommen, denn nicht alle Brücken sind gut zugänglich.»

Zuletzt war Mario Burger im Kanton Zug unterwegs und hat dort die Brücken an der Lorze fotografiert. «Als Nächstes ist der Rhein dran.» Sein Ziel ist es, alle Brücken der grossen Schweizer Flüsse zu fotografieren, wie Rhein, Aare und Rhone. «Danach sehen wir weiter.»

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