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FRANZISKANERPLATZ: Ein Stück Stadtgeschichte entdeckt

Bei Aushubarbeiten ist ein rund 500 Jahre altes Fundament aufgetaucht. Bald muss es jedoch einem Masten für Busfahrleitungen weichen.
Hugo Bischof
Links: Das bei Aushubarbeiten entdeckte Fundament des 500 Jahre alten Anbaus des Franziskanerklosters. Rechts: Ausschnitt aus dem Schumacher-Stadtplan von 1792 mit dem Franziskanerkloster und dem Anbau (dunkelrot markiert). (Bild Roger Grütter/Plan PD)

Links: Das bei Aushubarbeiten entdeckte Fundament des 500 Jahre alten Anbaus des Franziskanerklosters. Rechts: Ausschnitt aus dem Schumacher-Stadtplan von 1792 mit dem Franziskanerkloster und dem Anbau (dunkelrot markiert). (Bild Roger Grütter/Plan PD)

Hugo Bischof

Für die neue Buslinie 5 von Kriens nach Emmenbrücke, die im Dezember 2016 in Betrieb geht, braucht es bauliche Massnahmen. Unter anderem müssen zusätzliche Masten für die Fahrleitungen der VBL-Busse erstellt werden. Einer dieser neuen, stärkeren Masten kommt im Bereich des Franziskanerplatzes, nahe der dortigen Haltestelle, zu stehen. Dort hat man nun interessante Spuren der Vergangenheit entdeckt. Dabei handelt es sich um ein Stück Mauerfundament eines Nebengebäudes des ehemaligen Franziskanerklosters.

Das rund 50 Zentimeter breite Mauerstück ist in einer Baugrube neben dem Trottoir an der Kreuzung Hirschengraben/Franziskanerplatz gut sichtbar. Die mit einem Gitter gesicherte Baugrube ist noch bis Ende Mai einsehbar. «Interessierte haben so die Möglichkeit, dieses Zeugnis des alten Luzerns zu sehen», sagt Roger Schürmann, Projektleiter des städtischen Tiefbauamts.

Zusatztrakt zum Kloster

Die Aushubarbeiten für den neuen VBL-Fahrleitungsmast wurden in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie vorgenommen. «Wir gingen von Anfang an davon aus, dass in diesem Bereich Spuren des Klosters zum Vorschein kommen könnten», sagt Fabian Küng von der Kantonsarchäologie. An der Stelle, wo heute das Mauerfundament zu sehen ist, stand früher der so genannte «Pavillon», einer der im späten Mittelalter entstandenen Zusatztrakte des Franziskanerklosters.

Genaue Datierung nicht möglich

Das Kloster selber wurde ab 1269 errichtet. Der «Pavillon» entstand erst später, im 15. oder 16. Jahrhundert. «Eine genauere Datierung ist nicht möglich, da das Erdreich dort durch Kanal- und andere Grabarbeiten stark beeinträchtigt ist», erklärt Küng.

Dank den jetzigen Sondierungen habe die Lage des Gebäudes «erstmals exakt vermessen werden können», so Küng. Der «Pavillon» grenzte unmittelbar an die damalige Stadtmauer und das Ober- oder Kriensertor. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde im Gebäude ein Teil der kantonalen Realschule eingerichtet.

Gebäude wurde 1858 abgebrochen

Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich die Stadt Luzern dann aber daran, die Stadtbefestigung inklusive Kriensertor abzubrechen. Der «Pavillon» fiel 1858 dem Abbruchhammer zum Opfer.Der neue VBL-Fahrleitungsmast wird Anfang Juni wie geplant eingebaut. «Das alte Mauerfundament wird dabei verschwinden», sagt Fabian Küng. Dies sei das übliche Schicksal archäologischer Befunde. «Wichtig war aber, dass wir den Fund vorgängig angemessen dokumentieren konnten.»

Die Arbeiten für die neue Buslinie 5 kosten rund eine Million Franken. Zwei Drittel zahlt der Kanton, ein Drittel übernimmt der Bund.

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