FRANZÖSICH-UNTERRICHT: Hochschule will das «Franz» retten

Der Widerstand gegen Französisch in der Primarschule wächst. Die Pädagogische Hochschule Luzern will Gegensteuer geben und lanciert eine Französich-Offensive.

Robert Knobel
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Heute üblich: Französisch in der Primarschule. (Bild: Archiv Neue LZ)

Heute üblich: Französisch in der Primarschule. (Bild: Archiv Neue LZ)

Der zweiten Schweizer Landessprache weht ein steifer Wind entgegen. So sammelt etwa der Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband (LLV) derzeit Unterschriften für eine Initiative «nur eine Fremdsprache in der Primarschule». Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis Französisch in der Volksschule marginalisiert wird?

So weit will es die Pädagogische Hochschule (PH) Luzern nicht kommen lassen. Sie hat sich die Stärkung des Französisch auf die Fahnen geschrieben. So ist sie als erste Deutschschweizer PH in die «Agence Universitaire de la Francophonie» (AUF) aufgenommen worden. Zudem hat die PH Austauschprojekte mit Partnerhochschulen in Marokko und Kamerun aufgebaut. «Nächstes Ziel sind Partnerschaften mit einer belgischen oder kanadischen Hochschule», sagt Michael Eisner, Fachleiter Französisch an der PH Luzern. Auch gemeinsame Forschungsprojekte sind geplant.

Nur wenige belegen Französisch

Wie dringend die Stärkung des Französisch ist, zeigt sich in der PH-Statistik: Nur 197 von insgesamt 1151 Studierenden belegen zurzeit das Fach. Zum Vergleich: Beim Englisch sind es 514. «Französisch hat in der Deutschschweiz ein gesellschaftliches Problem», stellt Eisner fest. Die Sprache leide an mangelnder Akzeptanz, und der Unterricht müsse gegen vorgefasste Meinungen ankämpfen, die oft nicht berechtigt seien.

Selbst im Fachkonzept der PH heisst es: «Französisch rangiert in der Beliebtheitsskala der Fächer meist im unteren Bereich.» Michael Eisner: «Der Unterricht in der Volksschule hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht.» Pingeliges Herumreiten auf Grammatikregeln sei passé, heute werde «kompetenzenorientiert» unterrichtet.