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Frauenbund Emmen: Engagement für Frauen – fernab der Politik

Der Frauenbund Emmen feiert heuer sein 100-Jahre-Jubiläum. Dass der Verein so erfolgreich ist, liegt laut der Präsidentin an seiner Vielseitigkeit und Offenheit.
Natalie Ehrenzweig
Präsidentin Priska Widmer freut sich über das Jubiläum des Frauenbunds Emmen. (Bild: Eveline Beerkircher, Emmen, 9. Mai 2019)

Präsidentin Priska Widmer freut sich über das Jubiläum des Frauenbunds Emmen. (Bild: Eveline Beerkircher, Emmen, 9. Mai 2019)

1918 und 1919 starben in der Schweiz über 24'000 Menschen an der Spanischen Grippe. Auch in Emmen war die Pandemie ein Thema: «Um sich gegenseitig helfen zu können, wollten Emmer Frauen Krankenpflegekurse abhalten. Daraus entstand, mit 70 Gründungsmitgliedern, 1919 der Frauenbund Emmen», erzählt Vereinspräsidentin Priska Widmer. Innerhalb des ersten Vereinsjahres sei die erste Präsidentin sogar selbst an der Spanischen Grippe gestorben.

Nun feiert der Verein, der in seiner Blütezeit in den 1960er Jahren bis zu 700 Mitglieder umfasste, sein 100-Jahre-Jubiläum. Im Pfarreiheim Emmen ist zu diesem Anlass bis 30. Juni eine kleine Ausstellung zu sehen. Zudem ist am 25. Mai die «Fraue-Nacht»: «Der Abend ist wirklich nur für Frauen, wobei die Männerriege servieren wird», sagt Widmer lachend. Neben einem Dinner gibt es Musik von Frölein Da Capo mit Moderation von Sergio Sardella. DJ Urs Keller lässt den Abend ausklingen.

Mutter-Kind-Ferienheim wurde nie realisiert

In seinen Anfängen hat der Verein vor allem Kurse zu Themen wie Bügeln, Kochen, Flicken, Gemüseanbau oder Nähen angeboten. Der Jahresbeitrag betrug damals 2 Franken pro Person, die Kurse kosteten extra. «Doch der Frauenbund bekam auch andere Zuwendungen, sodass er 1962 Land in Sörenberg kaufen konnte, um ein Mutter-Kind-Ferienheim zu bauen», so Widmer. Da das Ferienheim nie realisiert wurde, verkaufte der Verein 1978 das Grundstück wieder.

Im Verlauf der Jahre hat der Frauenbund Emmen, der dem Schweizerischen Katholischen Frauenbund angehört, eine Mütterberatung aufgebaut. Auch die Spitex oder etwa die hauswirtschaftliche Schule für Sekundarschulmädchen entstand aus der Vereinsarbeit, die laut Statuten dem Wohle von Frauen zugutekommen soll. «Auch heute noch bieten wir ein sehr vielseitiges Kurs- und Veranstaltungsprogramm», sagt die ausgebildete Krankenschwester. In letzter Zeit sei der Handlettering-Kurs – bei dem man kunstvolles Schreiben lernt – der Renner. Ausserdem organisiert eine sehr aktive Gruppe innerhalb des Vereins Kinderevents wie Osterbasteln oder Waldspaziergänge. Widmer: «Und wir haben sehr viele Pensionierte, die sich in Freiwilligenarbeit engagieren.» Diese würden etwa die Senioren-Anlässe durchführen oder Mitglieder in den Altersheimen besuchen.

Keine Teilnahme am Frauenstreik

Politisch hat sich der Frauenbund Emmen nie engagiert. «Wir haben auch jetzt besprochen, ob wir am Frauenstreik mitmachen wollen und haben entschieden, dass wir dieses Jahr jubilieren, nicht streiken wollen», sagt Widmer. Obwohl der Frauenstreik auch die unbezahlte Arbeit thematisiert, die der Frauenbund leistet? «Wir machen unsere Freiwilligen aufmerksam auf Instrumente wie das ‹Dossier Freiwillig engagiert›, damit ihre Arbeit auch ausgewiesen ist. Und sonst fühlen wir uns, gerade auch von der Pfarrei, die uns unterstützt, sehr wertgeschätzt. Streiken passt nicht zu unserem Verein», findet die Präsidentin. Früher habe man sich bei allfälligen politischen Themen einfach an der Haltung der katholischen Kirche orientiert. «Katholisch sein muss man aber nicht, um bei uns mitzumachen. Wir sind offen und tolerant. Aber die ethische Grundhaltung muss stimmen», betont die 51-Jährige.

Anders als viele andere Vereine kämpft der Frauenbund nicht mit Mitgliederschwund. «Klar, wir haben auch mal Austritte. Aber die Vielseitigkeit und Geselligkeit und vielleicht auch der Rückhalt der Pfarrei machten den Verein attraktiv. Wir haben über 25 Veranstaltungen pro Jahr, für jedes Alter – wir sind wie eine grosse Familie», sagt Priska Widmer. Ausserdem seien die Emmer sehr loyal, verrät sie lachend.

Informationen zur «Fraue-Nacht»: www.frauenbund-emmen.ch/jubilaeumsfest-fraue-nacht

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