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FRAUENFUSSBALL: Die Träume einer 15-Jährigen

Sie liebt ihren Sport und Popmusik. Géraldine Reuteler aus Stans ist die Jüngste im FCL-Team und hegt grosse Pläne.
Géraldine Reuteler, hier vor der Swissporarena in Luzern, möchte einmal Profi werden. (Bild: Philipp Schmidli)

Géraldine Reuteler, hier vor der Swissporarena in Luzern, möchte einmal Profi werden. (Bild: Philipp Schmidli)

Theres Bühlmann

Sie gehört eher zu den ruhigen Zeitgenossinnen. Doch wenn die Sprache auf den Fussball kommt, dann ist sie im Element. Sie, das ist Géraldine Reuteler, die im April 16 Jahre alt wird und beim NLA-Frauenteam des FC Luzern spielt, aber nicht nur. Doch davon später. Froh ist sie, dass es heute Sonntag (14.00, Allmend Süd) nach der langen Winterpause gegen St. Gallen wieder losgeht. Und die Mittelfeldspielerin doppelt nach, in ihrem jugendlichen Jargon: «Ich freue mich mega.» Das Team von Trainer Bigi Meier liegt zurzeit an dritter Stelle, «und wir haben durchaus die Möglichkeit, diese Saison auf dem zweiten Platz abzuschliessen», sagt die in Stans wohnhafte Fussballerin und schiebt nach: «Ich möchte alle noch ausstehenden fünf Spiele gewinnen.» Den Titel zu holen, dies sei wohl etwas schwierig, «denn die Zürcherinnen erweisen sich als sehr stark».

Fünf Einsätze fünf Tore

Géraldine Reuteler ist die Jüngste in dieser FCL-Truppe, hat mit dem Fanionteam fünf Einsätze hinter sich und wird in der Torschützenrangliste mit gleich vielen Treffern geführt. Ihr Debüt auf höchster nationaler Ebene gab sie am 24. August 2014. Die Luzernerinnen waren damals beim heutigen Gegner St. Gallen zu Gast, gewannen mit 5:1 auch dank den zwei Toren des «Neulings». Der FCL geht gut vorbereitet in den Rest der Saison, das Trainingslager in Side, einer Feriendestination an der türkischen Riviera, sei ein Erfolg gewesen, sagt Reuteler. Zweimal trat das Team gegen die österreichischen Meisterinnen von St. Pölten an, einmal resultierte ein 0:0, und einmal mussten sich die Schweizerinnen mit 0:4 geschlagen geben. Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, «denn wir konnten viele taktische Varianten und Standardsituationen ausprobieren», blickt die Stanserin auf diese Zeit zurück.

Unter lauter Männern

Die Leidenschaft für den Fussball begann im Alter von 7 Jahren. Ihr heute 19-jähriger Bruder Julien frönte dieser Sportart, und die kleine Géraldine eiferte ihm nach, begann in Stans bei den F-Junioren und durchlief alle Abteilungen bis zur C-Stufe. Dann wechselte sie zum FCL-U-14-Team und bestritt im November 2013 die erste Partie mit dieser Equipe als einziges Mädchen notabene. Was von den Medien nicht unbemerkt blieb und als «historisches Ereignis» gewertet wurde. Heute gehört Reuteler, sie ist im Besitz einer Doppellizenz, nicht nur dem NLA-Frauenteam an, sondern auch noch der U-15-Mannschaft – weiterhin allein unter Männern. «Doch», sagt sie, «am Anfang habe ich mich in den Knabenteams doch etwas einsam gefühlt, jetzt komme ich damit aber gut zurecht.»

Absolventin der Akademie

Weil Fussball ihre ganz grosse Passion ist, besuchte sie während dreier Jahre das Ausbildungszentrum des Schweizerischen Fussballverbandes, zwei Jahre in Huttwil, dann dislozierte die Akademie 2013 nach Biel. Gewohnt wird jeweils bei Gastfamilien, zusätzlich steht auch der Besuch der Schulen auf dem Programm. In Biel war es eine deutschsprachige, «aber ich konnte viel für mein Französisch profitieren.» Und wie war der ganze Aufenthalt? «Megacool.»

Nun besucht sie die Talents School der Frei’s Schule in Luzern, trainiert wöchentlich etwa 10 Stunden, und wenn noch etwas Zeit übrig bleibt, geht sie gerne mit Kolleginnen und Kollegen aus oder hört Musik: Rock und Pop, was in den Charts halt gerade so angesagt ist. Und sie weiss auch, wo es beruflich hingehen soll: «Ich möchte Profispielerin werden.» Wunschdestination hat sie keine, ihr Vorbild ist Lara Dickenmann. Einen kleinen Schritt ist sie ihrem Ziel nähergekommen, denn seit diesem Jahr gehört Géraldine Reuteler der U-17-Nationalmannschaft an und absolvierte kürzlich ein viertägiges Trainingslager.

Zurück zum FC Luzern. Als Jüngste in der Mannschaft sei sie sehr gut aufgenommen worden, «und die Stimmung im Team ist gut». Trainer Bigi Meier sei streng, aber sehr kompetent, «und, wenn nötig, dann kann er durchaus auch einmal etwas lauter werden».

Nun hofft Géraldine Reuteler, möglichst häufig im NLA-Team zum Einsatz zu kommen, und das wäre für sie genau: «megacool».

Frauenfussball, NLA

14. Runde: Staad - Rapperswil-Jona 0:0 (0:0). Heute: Grasshoppers Zürich - FC Basel (12.00). FC Zürich - Yverdon (14.00). FC Luzern - St. Gallen (14.00, Allmend Süd). Young Boys Bern - Neunkirch (15.00).

Rangliste: 1. FC Zürich 12/33. 2. FC Basel 13/29. 3. FC Luzern 13/28. 4. Neunkirch 13/22. 5. Yverdon 13/17. 6. Staad 13/16. 7. St. Gallen 12/13. 8. Grasshoppers Zürich 13/12. 9. Young Boys Bern 13/11. 10. Rapperswil-Jona 13/4.

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