«Frauenhäuser müssen weg»

René Kuhn und die IG Antifeminismus wollen alle Adressen der Frauenhäuser in der Schweiz veröffentlichen. Dies ist aber erst der Anfang.

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René Kuhn von der IG Antifeminismus. (Bild: Archiv Neue LZ)

René Kuhn von der IG Antifeminismus. (Bild: Archiv Neue LZ)

Auf ihrer Website platzierte die (IGAF) - mit dem ehemaligen Luzerner SVP-Politiker René Kuhn als Vizepräsident - den Aufruf, die geheimen Adressen der Frauenhäuser zu melden. Diese sollen veröffentlicht werden.

Leben würden gefährdet

Damit würden die Leben zahlreicher Frauen und Kinder, die in den insgesamt 18 Frauenhäusern Zuflucht vor gewalttätigen Ehemännern suchen, gefährdet. Kuhn und IGAF-Präsident Urs Bleiker sehen dies jedoch nicht so. «Vielleicht könnte es unschuldige Frauen geben, die darunter etwas leiden würden», wird Kuhn in der gestrigen Ausgabe der Pendlerzeitung «20 Minuten» zitiert. Die Bevölkerung müsse wissen, wo Männerhass geschürt werde und wo sich Trainingslager zur Ruinierung der Männer befänden. Kuhn war gestern den ganzen Tag nicht zu erreichen. Urs Bleiker dagegen gab recht motiviert Auskunft - und führte aus: «Unser Ziel ist die Abschaffung der Frauenhäuser. Die müssen weg. Das Geld der öffentlichen Hand darf nicht in Institutionen fliessen, die von Feministinnen geführt werden.»

«Enttarnung wäre eine Einladung»

Wie sehr es die Institution Frauenhäuser braucht, weiss Ruedi Meier, Sozialdirektor der Stadt Luzern. «Bedrohte Leute müssen einen Zufluchtsort haben. Häusliche Gewalt an Frauen und Kindern ist eine gesellschaftliche Tatsache.» Die Forderung von René Kuhn und der Antifeministen sei extrem fahrlässig. «Die Enttarnung der Frauenhäuser wäre wie eine Einladung für jene Männer, vor denen Frauen flüchten», sagt Meier.

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.