FREIDENKER: Atheisten-Werbung: In Luzern verboten

Rund 250 Plakate mit der Aufschrift «Da ist wahrscheinlich kein Gott» hängen ab Ende Oktober in der Deutschschweiz – nur in der Stadt Luzern gabs keine Bewilligung.

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Die Freidenker-Werbung, die jetzt auf Plakaten realisiert wurde. (Bild pd)

Die Freidenker-Werbung, die jetzt auf Plakaten realisiert wurde. (Bild pd)

Die Begründung: Werbung für eine Organisation, die auf ihrer Webseite Formulare für den Kirchenaustritt anbiete, entspreche nicht den ethischen Grundsätzen in Luzern, wie es auf der Website der Freidenker-Vereinigung Schweiz (FVS) heisst. Man habe jedoch keine Auskunft darüber geben wollen, ob in Luzern die Plakate der Berner «Agentur C» bleiben dürfen, die nach dem Motto «Gottes Wort an jedem Ort» in gelb auf blauem Hintergrund mit Bibelzitaten wirbt.

Plakate auch im Kanton Zug
Ab Ende Oktober hängen rund 250 «Kein Gott»-Plakate in den Regionen Aarau, Basel, Bern, Biel, Interlaken, St. Gallen, Thun, Winterthur, Zürich und Zug, wie es weiter heisst. Eine Ausweitung der Kampagne auf weitere Gebiete werde in Betracht gezogen – auch im Kanton Luzern: «Eine Anfrage an APG für Plakatstellen im Kanton Luzern läuft derzeit», wie Reta Caspar von der FVS-Geschäftsstelle auf Anfrage sagte. Eine rechtliche Auseinandersetzung mit der Stadt suche man nicht, man wolle jetzt einmal abwarten.

Eigentlich hatte die die Freidenker-Vereinigung zunächst vorgehabt, die Werbung in Bussen der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) zu platzieren. Als nach dem Publikwerden von anonymer Seite damit gedroht wurde, in Luzern Busse anzuzünden, sprach sich die VBL dafür aus, Freidenker-Werbung in ihren Fahrzeugen nicht zuzulassen. Dieser Entscheid wurde vom Stadtrat Ende Juni 2009 gestützt.

«Gleichberechtigung notwendig»
Grossstadtrat David Roth (SP), der zu jenem Zeitpunkt mit einer Interpellation aktiv geworden war, sträubt sich auch jetzt gegen den Entscheid, die Plakate in Luzern nicht zuzulassen: «Es hängen ja auch religiöse Plakate in der Stadt – da ist Gleichberechtigung dringend notwendig», sagte er gegenüber der Pendlerzeitung «20 Minuten». Falls nötig, werde er einen entsprechenden Vorstoss einreichen.

scd