Freie Fahrt durch den neuen Tunnel

Seit Mittwochmittag ist der neue Rontalzubringer offen. Damit ist nach jahrelangen Planungs- und Bauarbeiten das teuerste Strassenbauprojekt des Kantons Luzern dem Verkehr übergeben worden.

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Max Pfister (links) ehrt den ersten Autofahrer, Guido Jutz aus Hochdorf, mit einem Geschenkkorb. (Bild: René Meier)

Max Pfister (links) ehrt den ersten Autofahrer, Guido Jutz aus Hochdorf, mit einem Geschenkkorb. (Bild: René Meier)

Es war 11.41 Uhr, als der Luzerner Baudirektor Max Pfister und Jürg Röthlisberger, Vize-Direktor des Bundesamt für Strassen (Astra) die Ampeln auf Grün schalteten und das mit 125 Millionen Franken bisher teuerste Strassenbauprojekt des Kantons für den Verkehr freigaben.

Als erstes durchfuhr Guido Jutz aus Hochdorf den neuen Tunnel, der gerade im M-Parc seine Einkäufe erledigt hatte. Max Pfister überreichte ihm einen Geschenkkorb. Eine halbe Stunde später gab die Polizei die Spur auch für den Gegenverkehr frei. Von der Grenze Dierikon/Ebikon führt neu eine offene Rampe zur gedeckten, 160 Meter langen Brücke über das SBB-Gleis und die Ron. Direkt anschliessend folgt ein 891 Meter langer Tunnel und schliesslich der Anschluss auf die Autobahn A 14 in Buchrain. Die Zubringer ist 1419 Meter lang. In Spitzenzeiten können rund 2500 Fahrzeuge pro Stunde durch den Tunnel fahren.

Jürg Röthlisberger, Vize-Direktor des Bundesamts für Strassen (links) und Max Pfister, Luzerner Baudirektor, stellen die Ampel auf Grün. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
85 Bilder
Guido Jutz fährt als Erster durch den neuen Tunnel. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Markus von der Firma Marti AG ist der erste Lastwagenchaffeur, der durch den neuen Tunnel fährt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Die Strasse ist für den Verkehr freigegeben. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Signalisiert ist im Tunnel Tempo 80. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Viel Prominenz verfolgte die Rede von... (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
... Max Pfister, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements des Kantons Luzern. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Die Umgebungsarbeiten werden bis Ende Jahr fertigstellt. Links vom neuen Zubringer sind die Baugerüste für das Ebisquare-Parkhaus ausgesteckt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Urs Waldispühl, Gemeindepräsident von Buchrain. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Hans Burri, Gemeindepräsident von Dierikon. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Zubringerfest: Am 11. Juni stand der Tunnel für die Bevölkerung offen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Die Trychlergruppe Bueri trychlet ihren Weg durch den neuen Tunnel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Die Trychlergruppe Bueri trychlet ihren Weg durch den neuen Tunnel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Die Trychlergruppe Bueri trychlet ihren Weg durch den neuen Tunnel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Ansprache des Kantonsingenieurs Rolf Bättig. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Ansprache von Urs Waltispühl, Gemeinderat Buchrain. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Ansprache von Hans Burri, Gemeindepräsident Dierikon. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Besucher des Festes im Tunnel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Besucher des Festes im Tunnel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Besucher des Festes im Tunnel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Besucher des Festes im Tunnel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Sven (5), Urs (37), Marcel (8), Fabian (9), Silvia (34) und Jan (4) Wittmer aus Inwil marschieren durch den neuen Tunnel Richtung Dierikon. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Wurststand im Tunnel. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Patrick Studer (11) aus Emmen vergnügt sich auf der Baggerwiese neben dem Tunnelausgang. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Martin Schmid (7) übt sich im grossen Bagger auf der Baggerwiese neben dem Tunnelausgang. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Der seitliche Fussgängersteg ist offen für den Langsamverkehr. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Der Tunnel Rontal ist bezugsbereit. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Eine durchgehend doppelte Sicherheitslinie trennt die beiden Fahrbahnen. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Noch ist die Brücke und der Tunnel gesperrt. Eröffnet wird der Tunnel am 22. Juni. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Sicherheit wird gross geschrieben. Notausgänge in den Sicherheitsstollen. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Alle 250 Meter... (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
... sind Notausgänge platziert. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Sie führen direkt in den Sicherheitsstollen. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Kurt Waber, kantonaler Projektleiter, führt durch den Sicherheitsstollen. «In den Schleusen und im Stollen herrscht Überdruck, damit im Brandfall der Rauch draussen bleibt». (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Im Technikraum werden Ampeln, Lüftung und Brandmeldeanlagen gesteuert. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Rund 16'000 Kubikmeter Beton verschlingt das Bauwerk. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Laut dem kantonalen Projektleiter Kurt Weber hat der Tunnel die neusten sicherheitstechnischen Kriterien erfüllt. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
32'000 Tonnen Strassenbeläge wurden benützt. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Die Brücke ist vollständig verglast. Kaum noch Lärm dringt nach aussen. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Das ganze Projekt wird rund 125 Millionen Franken kosten. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Die Umgebungsarbeiten werden bis Ende 2011 fertiggestellt. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Im Bereich des Zubringers Rontal und des Autobahnanschlusses Buchrain entstehen vier neue Lichtsignalanlagen. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Blick auf das Bauwerk: Die Brücke führt auch über die SBB-Linie Luzern-Zug und die Ron. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
1070 Meter lang ist der neue Tunnel insgesamt. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Auch rund um den neuen Zubringer wird gebaut. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Bild: Manuela Jans/Neue LZ
10. Mai 2011: Die letzten Arbeiten stehen an. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)
Bild: Remo Nägeli/Neue LZ
Bild: Remo Nägeli/Neue LZ
4.2.2011: Der Brückenkasten der 160 Meter langen Rontalbrücke.
4.2.2011: Projektleiter Kurt Waber steht im 900 Meter langen Tunnel. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
4.2.2011: Die Arbeiten kommen planmässig voran. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
4.2.2011: Bauarbeiten im 900 Meter langen Tunnel. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
4.2.2011: Kurt Waber erklärt die technischen Einrichtungen im Tunnel. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
4.2.2011: Arbeiter der Firma Marti beim Betonieren. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
26. Oktober 2010: Ohne Markierung, aber die Fahrbahn wäre befahrbar. (Bild: Eric Bohnenblust/pd)
22. September 2010: Die Arbeiten an der Autobahn A14 Ein- und Ausfahrten sind schon weit fortgeschritten. (Bild: Eric Bohnenblust/pd)
20. Juli 2010: Einbau der Brückenabdichtung. (Bild: Eric Bohnenblust/pd)
3.5.2010: Die zweispurig befahrbare Rontalbrücke befindet sich noch im Bau. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
22. September 2010: Flugaufnahme vom Zubringer Ost. (Bild: Eric Bohnenblust/pd)
12.9.2009: Tag der offenen Baustelle. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
12.9.2009: Der Rontalzubringer öffnet für die Bevölkerung seine Tore. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
12.9.2009: Die grossen Baumaschinen werden bestaunt. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
12.9.2009: Besucher der Tag der offenen Baustelle bekommen einen Einblick in die Tätigkeit der Maschinen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
12.9.2009: Tag der offenen Baustelle. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
12.9.2009: Riesige Tunnelfräse. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
12.9.2009: St. Barbara - die Schutzheilige der Bergleute. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
24.6.2009: Bauführer Franz Dahinden auf der Rontalbrücke. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
24.6.2009: Die seitlichen Stahlfachwerke werden montiert. (Bild: Manuela Jans/ Neue LZ)
24.6.2009: Die Rontalbrücke im Bau. (Bild: Manuela Jans/ Neue LZ)
23.6.2009: Bauarbeiten am Rontalzubringer. (Bild: Boris Bürgisser/ Neue LZ)
23.6.2009: Die Baustelle auf der Seite in Richtung Dierikon. (Bild: Boris Bürgisser/ Neue LZ)
23.6.2009: Bauarbeiten im Innern des Tunnels. (Bild: Boris Bürgisser/ Neue LZ)
23.6.2009: Ein Bauarbeiter überwacht die Arbeiten. (Bild: Boris Bürgisser/ Neue LZ)
6. April 2009: Der Tunnel wird verkleidet. (Bild: Eric Bohnenblust/pd)
12.12.2008: Durchstich beim Stollen Portal West, Seite Perlen. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)
12.12.2008: Durchstich beim Stollen Portal West, Seite Perlen. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)
12.12.2008: Durchstich beim Stollen Portal West, Seite Perlen. (Bild: Boris Bürgisser/ Neue LZ)
12.12.2008: Durchstich beim Stollen Portal West, Seite Perlen. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)
4. März 2008: Der Pilotstollen ist ausgebrochen. (Bild: Eric Bohnenblust/pd)
25.2.2008: Bauarbeiten am Rontalzubringer. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
26. September 2007: Regierungsrat Max Pfister (links) unterzeichnet den Werksvertrag im Beisein von Marcel Matter von der Restruktor Bau AG. (Bild: Fabienne Arnet)
26. September 2007: Kaspar Lang, Gemeindeammann von Buchrain, bei seiner Ansprache. (Bild: Fabienne Arnet)
25. September 2005: Die Luzerner Bevölkerung stimmt ab und befürwortet mit 61 Prozent das Projekt. Politiker stossen an (von links): Herbert Lustenberger, Klaus Peter Schmid, Guido Müller, Peter Schilliger, Kaspar Lang und Patrick Meier. (Bild: Eveline Beerkircher)
18. April 2002: Kantonsingenieur Paul Zosso (links) und Kurt Margadant, Ingenieur des Verkehrsamtes Luzern, erläutern das Projekt. (Bild: Archiv Neue LZ)

Jürg Röthlisberger, Vize-Direktor des Bundesamts für Strassen (links) und Max Pfister, Luzerner Baudirektor, stellen die Ampel auf Grün. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)

«Denkwürdiges Ereignis»

In seiner Rede würdige Max Pfister die Inbetriebnahme als «denkwürdiges Ereignis weit über das Rontal hinaus. «Es ist das letzte Bauwerk, das ich als Luzerner Baudirektor in Betrieb setzen darf und es freut mich, dass die Eröffnung noch just in meine letzten Arbeitstage fällt», schmunzelte ein bewegter Max Pfister.

Voll des Lobes über den Luzerner Regierungsrat war Jürg Röthlisberger, Vizedirektor des Bundesamt für Strassen: «Max Pfister blies Bern den Marsch. In Bern bot er eine Mitfinanzierung durch den Kanton Luzern an und vertrat unermüdlich seine Ansichten, bis Max und Moritz schlussendlich eine tragfähige Lösung gefunden hatten.»

 

Umfahrung von Buchrain

Nicht nur lobende, auch kritische Worte gabs von den Gemeindepräsidenten: Urs Waldispühl (Buchrain) hofft, dass – nebst all den positiven Auswirkungen – Buchrain nun vom Durchgangsverkehr vollständig befreit werde. «Mit flankierenden Massnahmen hoffen wir, dieses Anliegen in den Griff zu bekommen.»

Stau im Rontal?

Für Hans Burri, Gemeindepräsident von Dierikon, beginnt heute eine neue Zeitrechung. Mit dem neuen Zubringer werde es bestimmt einen Entwicklungsschub geben. Er befürchtet aber, dass der Individualverkehr wegen der enormen Bautätigkeit im Rontal zeitweise zum Erliegen kommen werde. «Ich hoffe, dass der Kanton dann auch entsprechende Massnahmen unterstützt, zum Beispiel eine separate Busspur bis nach Luzern.» Seine Rede schloss er euphorisch: «Die Hände sind wieder frei, packen wir den Tiefbahnhof Luzern – mit der Verbindung ins Rontal – an.»

rem