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Einsprache gegen Freilaufzone: Jetzt ziehen Luzerner für ihre Hunde vors Bundesgericht

Der Verein Pro Hund Tribschen kämpft vor Bundesgericht gegen die Pläne der Stadt Luzern, am Tribschenhorn eine Freilaufzone zu erstellen. Die neue Zone bedrohe die «unkomplizierte Idylle».
Simon Mathis

Der Widerstand gegen die geplante Hundefreilaufzone am Tribschenhorn bricht nicht ab. Es sind Hundefreunde selbst, die den Plan kritisieren: Der Verein Pro Hund Tribschen reichte Beschwerde beim Kantonsgericht ein. Da das Kantonsgericht auf die Beschwerde nicht eingetreten ist, zieht der Verein nun vors Bundesgericht.

Hundefreunde stellen sich gegen eine Freilaufzone – weshalb das? Der Verein Pro Hund Tribschen bemängelt, dass die Zone mit etwa 3000 Quadratmetern viel zu klein und zu schmal sei. Die Vierbeiner müssten da die ewig gleiche Runde drehen. Vor allem aber stören sich die Hundehalter daran, dass der Bau der Zone eine Durchsetzung der Leinenpflicht rund um das Gebiet zur Folge hätte.

Ob am Tribschenhorn bereits Leinenpflicht herrscht, ist umstritten. Das Kantonsgericht hält dazu bloss fest: Die Leinenpflicht gelte nur schon dann, wenn das Gebiet Tribschenhorn per Gesetz eine Parkanlage sei. Ob letzteres zutrifft, lässt das Gericht allerdings offen.

Die grosse Frage nach der Leinenpflicht

«Seit über 25 Jahren spaziere ich mit dem Hund am Tribschenhorn», erzählt Pius Mahnig, Präsident des Vereins Pro Hund Tribschen.

«Mir ist niemals eine Busse wegen verletzter Leinenpflicht untergekommen.»

Auf dem Wagnerareal lebe man ein friedliches Miteinander von verschiedensten Wiesenbenutzern, darunter auch Hundehaltern. Die neue Zone bedrohe diese unkomplizierte Idylle.

Pius Mahnig betont, dass der Verein offen für Gespräche mit dem Stadtrat sei, sofern sich der Verein kreativ einbringen könne. Doch wurden Vorschläge des Verein durch die Stadt bisher nicht ernsthaft geprüft. Das Kantonsgericht hingegen sieht keinen Grund, auf die Beschwerde der Hundehalter einzutreten. Der Grund: Die Beschwerdeführer – sieben Mitglieder des Vereins – seien nicht einspracheberechtigt, da sie gar nicht negativ betroffen seien.

Denn die Freilaufzone an sich wirke sich nicht negativ auf die Hundehalter aus; und dies unabhängig von der Frage, ob auf dem übrigen Areal Leinenpflicht herrsche oder nicht, heisst es im Urteil. Das Kantonsgericht trennt die Aspekte Freilaufzone und Leinenpflicht klar; es könne lediglich über die Zone befinden, da die Leinenpflicht nicht Teil der gesprochenen Baubewilligung sei.

Für Pius Mahnig ist diese Argumentation nicht schlüssig. Da die Leinenpflicht bisher nicht praktiziert wurde, habe die Errichtung der Freilaufzone gewichtige Nachteile.

«Wir haben sehr wohl etwas zu verlieren. Und wir wünschen eine inhaltliche Auseinandersetzung durch das Gericht.»

Weil sich das Kantonsgericht dieser Auseinandersetzung entziehe, gelangen die Hundehalter ans Bundesgericht. Mahnig ist der Meinung, dass das Gericht den Hundehaltern ein Beschwerderecht zugestehen sollte. Grundsätzlich gegen eine Freilaufzone ist der Verein nicht. Wie gross diese Zone idealerweise sein sollte, darauf will sich Mahnig nicht festlegen: «Wenn ich eine konkrete Flächenzahl nennen würde, wäre das willkürlich.»

Pius Mahnig mit seiner Frau Bettina und Hund Domingo auf der Wiese am Tribschenhorn. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern 17. September 2019)

Pius Mahnig mit seiner Frau Bettina und Hund Domingo auf der Wiese am Tribschenhorn. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern 17. September 2019)

Kurse und Sensibilisierung statt Ausgrenzung

Am liebsten wäre Mahnig, unter Kontrolle geführte Hunde könnten sich im Tribschenquartier auch in Zukunft weiterhin frei bewegen. Mahnig könnte sich vorstellen, dass obligatorische Hundekurse die Hundebesitzer sensibilisieren und die Eigenverantwortung erhöhten. «Dann ist ein Miteinander möglich. Und ein Ausgrenzen des Hundefreilaufes könnte sich erübrigen.» Der Verein Pro Hund Tribschen zählt ungefähr 120 Mitglieder. Den Gang vors Bundesgericht wird durch Mitgliederbeiträge und Spenden mitfinanziert.

Bauherrin im Gebiet Tribschenhorn ist die Stadtgärtnerei Luzern. Aufgrund des laufenden Verfahrens nimmt diese zu den Vorwürfen des Vereins momentan keine Stellung. »Wir nehmen den Schritt des Vereins ans Bundesgericht zur Kenntnis», sagt Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei. «Klar ist, dass es dadurch zu weiteren Verzögerungen kommen wird.» Welches Ausmass diese annehmen, lasse sich noch nicht einschätzen.

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