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Freiwillige pflanzen im Entlebuch einen ganzen Schutzwald – von Hand

Seit zehn Jahren helfen Freiwillige den Schutzwald im Hilfernthal wieder aufzuforsten – in mühseliger Handarbeit. Auf diesen Einsatz sind nicht nur die Behörden angewiesen, sondern auch die Bevölkerung.
Niels Jost
Freiwillige bei Unterhaltsarbeiten im Schutzwald im Hilfernthal, wo «Lothar» vor fast 20 Jahren wütete. Bild: Eveline Beerkircher (29. August 2018)

Freiwillige bei Unterhaltsarbeiten im Schutzwald im Hilfernthal, wo «Lothar» vor fast 20 Jahren wütete. Bild: Eveline Beerkircher (29. August 2018)

An die zerstörerische Wucht von Stürmen wie Lothar im Jahr 1999, Burglind und den darauffolgenden Föhnsturm in diesem Januar dürften sich noch viele erinnern. Was so manch einer wohl nicht ahnen würde: Unsere Wälder haben sich noch von keinem dieser Naturereignisse erholt.

Auch nicht jener im Hilfernthal, im Gemeindegebiet von Escholzmatt-Marbach. Mächtige Baumstrünke liegen dort noch immer umgeknickt auf dem Boden, über 100 Kubikmeter Holz werden tagtäglich über eine 800 Meter lange Transportbahn ins Tal befördert. Dabei müsste dieser Bergwald die darunter liegenden Strassen und Häuser schützen. Eine Wiederaufforstung ist daher unumgänglich. Nur: das dauert. Und die finanziellen und personellen Ressourcen der kantonalen und kommunalen Behörden sind begrenzt.

Abhilfe schafft das «Bergwaldprojekt», eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Graubünden. Im Hilfernthal ist sie nun seit zehn Jahren aktiv. 15 bis 20 Freiwillige helfen jährlich während zwei Wochen den Schutzwald wieder aufzuforsten und zu pflegen. Ein Einsatz, der es in sich hat: Nur schon die Anreise zum Staatswaldgebiet Hürnli führt von Escholzmatt eine gute halbe Stunde über kurvige Kiesstrassen und schliesslich zu Fuss über steile Abhänge. Während die Forstarbeiter die frischen Schäden am oberen Teil des auf 1500 Metern liegenden Schutzwaldes mit schweren Maschinen angehen, sind die Freiwilligen beim unteren Teil beschäftigt, wo «Lothar» vor fast 20 Jahren wütete. Hier pflanzen die Freiwilligen fünf verschiedene Baumarten an, um eine gute Durchmischung des Waldes zu erreichen. Derzeit werden Weisstannen-Setzlinge gepflanzt – von Hand. Stück um Stück. Eine mühselige Arbeit, weiss Erwin Meier, Forstbetriebsleiter der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa). Die Tannen, welche das Bergwaldprojekt hier vor zehn Jahren gepflanzt haben, sind mittlerweile etwa sechs Meter hoch. «Anders als Wälder im Tal braucht ein Bergwald viel mehr Zeit, um zu wachsen», so Meier.

Thomas Löffel von Bergwaldprojekt kontrolliert Jungtannen im Schutzwald Hilfernthal. Deren Grösse im Vergleich: Die Bäume im Hintergrund sind rund 100 Jahre alt. (Bild: Eveline Beerkircher, 29. August 2018)

Thomas Löffel von Bergwaldprojekt kontrolliert Jungtannen im Schutzwald Hilfernthal. Deren Grösse im Vergleich: Die Bäume im Hintergrund sind rund 100 Jahre alt. (Bild: Eveline Beerkircher, 29. August 2018)

Schutz vor Murgängen, Lawinen und Steinschlägen

Im Kanton Luzern gibt es rund 8000 Hektaren Schutzwald, die Hälfte davon im Entlebuch. Diesen zu unterhalten, kostet Kanton und Bund jährlich rund zwei Millionen Franken. «Der Schutzwald erbringt viele Leistungen für die Öffentlichkeit. Er schützt Häuser, Strassen, Schienen oder Stromanlagen vor Murgängen, Steinschlägen und Lawinen», sagt Lawa-Leiter Christoph Böbner. Wobei: Nicht nur die direkt betroffenen Anwohner profitieren von den Schutzwäldern. Ein intakter Wald ist auch für die Wirtschaft, den Tourismus oder die Wildbestände von Interesse.

Entsprechend motiviert sind die Freiwilligen als auch die Forstarbeiter bei der Arbeit. Und sie müssen sich beeilen: Käfer und der Blaupilz fühlen sich im herumliegenden Holz wohl. Hinzu kommt: Bereits ab Oktober fällt im Hilfernthal der erste Schnee. Dann werden die kurvigen Kiesstrassen unbefahrbar – die schweren Geräte und die Handarbeit müssen wieder bis zum Frühling ruhen.

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