FREIZEIT: Badi Reiden zählt bei Finanzierung der Sanierung auf umliegende Gemeinden

Die Sanierung der Badi wie auch deren künftiger Betrieb kosten die Gemeinde viel Geld. Sie setzt deshalb auf ein erweitertes Angebot – und auf Solidarität.

Ernesto Piazza
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Blick auf den Eingang der Badi Reiden. (Bild: Corinne Glanzmann (Reiden, 2. März 2017))

Blick auf den Eingang der Badi Reiden. (Bild: Corinne Glanzmann (Reiden, 2. März 2017))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Die Reider Badi braucht für ihren neuen Weg Goodwill und Geld. Deshalb hatten Gemeinderat und Verantwortliche der neuen Badi Reiden AG, Betriebsgesellschaft, Kommunenvertreter zur Projektvorstellung eingeladen. Gemeinden wie Altishofen, Dagmersellen, Pfaffnau oder Zofingen mieten in Reiden Wasserflächen für das Schulschwimmen. Sie sollen die Pläne finanziell mit unterstützen. Denn die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf 9,5 Millionen Franken.

Die Präsentation zeigte auf, wie die Erneuerung der Badi angedacht ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. So will die AG auf fünf Standbeine setzen: Hallen- und Freibad, Spa, Cafeteria, Erlebnisspielplatz sowie Stellplatz für Wohnmobile. Diese Variante war eine von drei Möglichkeiten, die der Verwaltungsrat an der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember 2017 vorgestellt hatte. «Das Ziel muss sein, die Badi weiter zu erhalten», sagt deren Präsident Bruno Aecherli. «Unter diesem Gesichtspunkt ist das auf dem Tisch liegende Projekt die wirtschaftlichste Lösung.» Durch die Zusatzstandbeine lasse sich der Ertrag steigern, erklärt Pius Schumacher, ebenfalls Badi-Verwaltungsrat. Der Gemeinderat stützt diese Version ebenfalls. Die beiden andern Szenarien waren: Schliessung und Rückbau der Anlage sowie Weiterführung Hallen- und Rückbau Freibad.

50-Meter-Becken soll auf 25 Meter reduziert werden

Die dritte Variante, welche nun weiterverfolgt wird, bringt beim Freibad grosse Veränderungen. Das 50-Meter-Becken soll auf 25 Meter reduziert werden. Zudem werden das Nichtschwimmerbecken und das Spielbassin für Kinder verlegt. Das Hallenbad erhält eine zeitgemässe Infrastruktur. Garderoben und Duschen bedürfen einer Neugestaltung. Das zweite Standbein bildet das Spa. Dessen Angebot bleibt wie bisher. Die Infrastruktur wird jedoch überholt. Die dritte Komponente bildet die Cafeteria mit Selbstbedienung. Sie bekommt neu einen Wintergarten und einen Mehrzweckraum für Feste und Tagungen. Das vierte Standbein ist ein Erlebnisspielplatz. Und zu guter Letzt gibt es Stellplätze für Wohnwagen und -mobile. Dieses Angebot richtet sich an Touristen auf der Durchreise.

Bei den 9,5 Millionen Sanierungskosten ist folgender Finanzierungsplan vorgesehen: Reiden erhöht sein Aktienkapital um 1,4 Millionen Franken. Im letzten Mai hatte die Gemeindeversammlung bereits der Neugründung mit 100'000 Franken zugestimmt. Des Weiteren gewährt Reiden ein Darlehen von einer Million Franken. Über beide Positionen muss die Gemeindeversammlung noch befinden. Dies dürfte voraussichtlich im September der Fall sein. Eine halbe Million sollen durch Beiträge Dritter – etwa Stiftungen oder Swiss-Lotto – gedeckt werden. Zu den verbleibenden 6,6 Millionen Franken sollen Banken 5 Millionen beisteuern. Aecherli gibt sich dahingehend «zuversichtlich». Beim Restbetrag von 1,6 Millionen hofft Reiden auf Darlehen auch erwähnter Kommunen.

Neben den Investitionen zählt die Gemeinde zur Deckung des jährlichen Betriebsdefizits von rund einer halben Million Franken auch auf Solidaritäts­beiträge. 350'000 Franken übernimmt Reiden. Die Restsumme sollen umliegende Gemeinden berappen. «Wir haben einen Perimeterverteilschlüssel erarbeitet und diesen ihnen zugeschickt», so Aecherli. Antworten stehen noch aus. «Wegen des schlechten Zustands der Anlage müssen wir jedoch schnell handeln», betont der Badi-Verwaltungsratspräsident. Deshalb ist der Baubeginn für Frühling 2019 (Hallenbad) respektive Herbst 2019 (Freibad) geplant.

Und zum aktuellen Betrieb sagt Aecherli: «Er läuft sehr gut. Wir sind über Budget.» Seit 1. Juli ist die neue Badi Reiden AG operativ tätig. Und wie steht es um die Schwimmbadgenossenschaft, deren Überschuldung zum Handeln gezwungen hatte? «Diese wird aufgelöst. Die Kreditoren konnten bezahlt, mit den Banken ein Schuldenschnitt vereinbart werden. Die Bürgschaft von 1,5 Millionen Franken an die Luzerner Kantonalbank musste die Gemeinde allerdings bezahlen», erklärt Finanzvorsteher Bruno Aecherli.