Freizeit
Einsprachen gegen Besenbeiz am Radioweg Beromünster – Initianten ziehen Baugesuch zurück

Der Verein Beromünster-Radioweg wollte gemeinsam mit einer Catering-Firma beim Landessender über den Sommer eine Beiz betreiben. Der Kanton Luzern, Umweltverbände und ein Bundesamt haben aber etwas dagegen.

Dominik Weingartner
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Seit knapp zwei Wochen ist der Radioweg in Beromünster wieder offen. Doch auf eine Bewirtung entlang der Strecke müssen die Besucherinnen und Besucher bis auf weiteres verzichten. Der Verein Beromünster-Radioweg hat ein Baugesuch für eine Besenbeiz direkt beim Landessender zurückgezogen, wie er mitteilt. Grund sind zwei Einsprachen sowie Vorbehalte des Kantons Luzern gegen den temporären Bau. Vereinspräsident Erwin Herzog sagt auf Anfrage:

«Wir sind enttäuscht. Die Lage direkt beim Landessender wäre genial gewesen.»

Zusammen mit der Catering- und Eventfirma Galfri GmbH aus Beromünster wollte der Verein dort eine Besenbeiz von Mai bis Ende September betreiben. «Wäre es gut gelaufen, hätten wir die Besenbeiz jedes Jahr betrieben», sagt Herzog. Erste Abklärungen beim Kanton seien positiv verlaufen, umso grösser sei die Vorfreude gewesen.

Beeinträchtigte Messstation durch einen Grill?

Nun lehnt der Kanton in seinem Zwischenbericht das Baugesuch ab, weil es sich nicht um eine standortbedingte Nutzung handle. Um eine solche handle es sich aber nur dann, wenn ein Bauvorhaben aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen oder wegen der Bodenbeschaffenheit auf einen bestimmten Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen sei. «Die gastgewerbliche Verpflegung der Radioweg-Benutzer kann innerhalb der Bauzone befriedigt werden», heisst es im Bericht der zuständigen kantonalen Dienststelle Raum und Wirtschaft.

Hinzu kommen zwei Einsprachen zum Baugesuch. Eine stammt von den Umweltschutzverbänden Birdlife und Pro Natura. Die zweite kommt von der Eidgenossenschaft: Das Bundesamt für Umwelt betreibt beim Landessender eine Messstation zur Erhebung der Luftqualität und befürchtet die Beeinträchtigung seiner Messungen durch den Betrieb eines Grills.

Wie es weitergeht, ist offen

Für den Verein Beromünster-Radioweg ist der unerwartete Widerstand gegen die Besenbeiz Grund, die Pläne vorderhand zu begraben – aus finanziellen Gründen. «Wir hätten einen Anwalt engagieren müssen. Das kann schnell teuer werden», sagt Erwin Herzog.

«Als ehrenamtlicher Verein können wir uns das nicht leisten. Und die Firma Galfri kann sich das bei unsicherem Ausgang auch nicht leisten, die hat schon genug mit den Einschränkungen durch die Coronamassnahmen zu kämpfen.»

Wie es weitergeht, ist offen. Bis vor zwei Jahren gab es am Radioweg in einer Tabakscheune eine Besenbeiz, die vom dortigen Landwirt betrieben wurde, wie Erwin Herzog erklärt. Die nun vorgelegte Lösung habe man lange gesucht, auch mit Hilfe der Gemeinde Beromünster. «Wir haben zwei Jahre gesucht und sind nun ein wenig ratlos», sagt Herzog. «Wir werden weiter die Augen und Ohren offen halten, haben aber noch keinen konkreten Plan.» Bis eine neue Besenbeiz am Radioweg steht, könnte es also noch dauern. Herzog: «Im Moment haben die Besucher des Radiowegs immerhin die Möglichkeit, sich beim Start im Fläcke bewirten zu lassen.»