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Freizeitkapitän behindert Dampfschiff Gallia im Luzerner Seebecken

Beim Lido in Luzern hat am Sonntag ein Hobbykapitän in der Linie der Kursschiffe geankert. Erst als sich ein Raddampfer näherte, drehte er sein Boot ab. Den Ernst der Lage hat er offenbar nicht erkannt.
Roger Rüegger
Eine Matrosin versucht das Boot, das die «Gallia» beim Ablegen vom Lido behindert, zu vertreiben. (Bild: Markus von Rotz; Luzern, 5. August 2018)

Eine Matrosin versucht das Boot, das die «Gallia» beim Ablegen vom Lido behindert, zu vertreiben. (Bild: Markus von Rotz; Luzern, 5. August 2018)

Der Kapitän des Raddampfers Gallia hat am Sonntagabend bei der Anlegestelle Lido einen Freizeitkapitän mehrmals aufgefordert, sein Boot von der Anlegestelle wegzumanövrieren, damit das Dampfschiff ablegen kann. Denn das Boot hat auf der Fahrstrasse der Kursschiffe geankert und damit die Fahrt des Raddampfers und der anderen Passagierschiffe behindert.

Unser Mitarbeiter Markus von Rotz hat die Szene als Passagier zufällig miterlebt und den Dialog der Besatzung aufgeschnappt. Ihm zufolge sagte der Kapitän zu einem Matrosen: «Es gibt ein langsames Manöver, da ankert einer in unserer Fahrstrasse.» Der Kapitän habe dann mehrfach mit Hupen Zeichen gegeben, während die Matrosen am Bug mit Zurufen und Gesten agiert hätten. Doch der Mann auf dem Motorboot zeigte keine Reaktion. Darauf sagte der Kapitän: «Wir fahren mal langsam los.» Was die Dampfer-Passagiere mit einem Schmunzeln quittierten. Der Kapitän betätigte erneut mehrmals die Hupe. «Als sich die ‹Gallia› dem Boot näherte, wechselte der Freizeitkapitän auf die andere Seite seines Standplatzes – den Anker liess er dabei im Wasser», so unser Augenzeuge. Die «Gallia» konnte deshalb nicht passieren, weshalb der Kapitän stoppen musste. Er rief dem Schiffsführer zu, er solle mit seinem Boot weg, da bald ein weiteres Kursschiff anlege. Ausserdem solle er «sein Hirn einschalten».

Die Wasserpolizei wurde aufgeboten

Da die Fahrt der «Gallia» behindert wurde, hat der Kapitän die Wasserpolizei Luzern benachrichtigt. Michel Scheurer, Leiter Nautik und Chefkapitän bei der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee sagt auf Anfrage. «Der Kapitän der ‹Gallia› wurde vom privaten Boot behindert, weshalb er den Vorfall meldete. In Fahrstrassen der Kursschiffe und im Bereich der Anlegestellen darf nicht geankert werden.» Wer ein Boot steuere, sollte die geltenden Bedingungen auf dem See kennen, sich entsprechend verhalten und seinen gesunden Menschenverstand gebrauchen, so Scheurer.

Korrektes Verhalten auf dem Wasser

Was müssen Hobbykapitäne beachten? Andre Häfliger, stellvertretender Chef der Wasserpolizei Luzern, verweist auf die Binnenschifffahrtsverordnung. Gemäss dieser muss sich ein Schiffsführer vergewissern, ob das Befahren eines Gewässers gefahrlos möglich ist. Er muss die Fahrt den örtlichen Gegebenheiten anpassen und alle Vorsichtsmassnahmen treffen, welche die Sorgfaltspflicht gebietet. Er muss die Behinderung der Schifffahrt und der Fischerei vermeiden. Im Klartext heisst das: «Die Kurslinie muss immer frei gehalten werden. Ein Kursschiff hat immer Vortritt, jedes andere Schiff muss ausweichen», so Häfliger. Für Schwimmer und Taucher ist das Aufhalten bei Landungsstegen im Umkreis von 100 Metern um Hafeneinfahrten und Landestellen der Fahrgastschiffe verboten. Dies gilt auch für Einfahrten, wenn dadurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird. (rgr)

In der heissen Ferienzeit mit der hohen Dichte an Booten und Schiffen auf dem Vierwaldstättersee kommt es hin und wieder zu Begegnungen von Privatpersonen mit Kursschiffen. Andre Häfliger, stellvertretender Chef der Wasserpolizei Luzern, bestätigt dies: «Die Situation mit den Böötlifahrern bei Landungsstegen kennen wir und agieren entsprechend. Die Wasserpolizei patrouilliert hauptsächlich im Lido, beim Tribschenhorn sowie in Vitznau regelmässig und orientiert die Leute, wenn sie sich fehlerhaft verhalten.» Die meisten seien einsichtig und würden die Ratschläge der Polizei befolgen, es seien aber auch einige Unbelehrbare, die man antreffe.

Am Sonntagabend hat die Patrouille der Wasserpolizei dem Hobbykapitän sein Fehlverhalten vor Augen geführt, wie Häfliger sagt. Sie verzichtete auf eine Verzeigung und beliess es bei einer Verwarnung. Nur in wenigen Fällen würden Schiffsführer aufgrund eines fehlbaren Verhaltens verzeigt. Jährlich handle es sich etwa um eine Handvoll. Da sich auf den Gewässern bei Hitze viele Leute eine Abkühlung suchen, kommt es unweigerlich zu Begegnungen zwischen grösseren und kleineren Wasserfahrzeugen. Dazu gehören laut Häfliger nicht nur kleinere Motorboote, die man mieten kann, sondern auch Pedalofahrer, Leute mit Stand-Up-Paddles oder Ruderbooten. «Die Leute, die auf dem Wasser unterwegs sind, müssten sich eigentlich mit den Bedingungen im See vertraut machen», sagt der Polizist, der privat auch Segler ist.

Beobachtungen sind «haarsträubend»

In der Luzerner Seebucht trifft sich an schönen Sommertagen so ziemlich alles, was schwimmen kann. Die Wasserpolizei hat deshalb nicht nur Schiffsführer im Fokus, sondern auch Schwimmer, die sich ebenfalls häufig in der Nähe von Landestegen vergnügen oder sich oft gefährlich nahe an Kursschiffe heranwagen. Häfliger warnt: «Was wir bei Landungsstegen teilweise beobachten, ist haarsträubend. Es gibt Personen, die kurz vor den Schiffen ins Wasser springen, was sehr gefährlich ist.» Abgesehen, dass sich diese Leute mit waghalsigen Sprüngen in Lebensgefahr bringen, sei es auch verboten, unbefugt an Schiffe heranzuschwimmen, die sich in Fahrt befinden, oder sich an ihnen festzuhalten, zitiert er den Abschnitt aus der Binnenschifffahrtsverordnung.

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