FRIEDENTAL: Friedhofserde landete womöglich in Baugrube

Für das neue muslimische Grabfeld im Luzerner Friedental wurde gemäss einer Meldung der Gratiszeitung «20 Minuten» im Januar Erde abgetragen und entsorgt – möglicherweise auf einer Baustelle. Und dies, obwohl der Stadtrat diese Praxis in der Antwort auf eine SVP-Interpellation verneint hatte.

Drucken
Teilen
Einzeichnungen beim Muslim-Gräberfeld. Diese Erde ist anscheinend ausgewechselt worden. (Archivbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Einzeichnungen beim Muslim-Gräberfeld. Diese Erde ist anscheinend ausgewechselt worden. (Archivbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Der Verdacht des Erdaustausches im Friedental geht auf eine Beobachtung des Luzerners Angy Burri zurück, der seit dem Tod seiner Frau im letzten Jahr den Friedhof fast täglich besucht.

«Im Januar wurde unsere heilige Erde im Friedental auf rund 1.80 Meter Tiefe abgetragen und mit Lastwagen entsorgt», wird der 69-jährige Musiker in «20 Minuten» zitiert. Ein Angestellter der beauftragten Littauer Firma Lötscher Logistik AG habe ihm das Fotografieren verboten und gesagt, die Erde lande in einer Baugrabe.

Schlechte Bodenbeschaffenheit
Im November 2006 hatte SVP-Grossstadtrat Urs Wollenmann eine Interpellation zum muslimischen Gräberfeld eingereicht, unter anderem mit der Frage, ob ein Erdaustausch stattfinde, was vom Stadtrat negiert wurde. Gemäss «20 Minuten» erklärt Baudirektor Kurt Bieder den Erdaustausch mit der technischen Begründung, «der Boden sei schlecht und feucht gewesen».

Wollenmann ist verärgert: Mit dem Wissen um den Erdaustausch hätte die SVP bestimmt das Referendum gegen das muslimische Gräberfeld ergriffen. Dieses war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden.

scd