FRIEDENTAL: Gräberfeld: Die SVP erhebt schwere Vorwürfe

Im Zusammenhang mit dem vorgeworfenen Erdaustausch beim Friedhof Friedental schiesst die SVP der Stadt Luzern scharf gegen die Baudirektion: Man habe schon zum Vornherein gewusst, dass ein Erdaustausch unumgänglich sei.

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René Kuhn, Präsident der SVP der Stadt Luzern. (Bild Fabienne Arnet/Neue LZ)

René Kuhn, Präsident der SVP der Stadt Luzern. (Bild Fabienne Arnet/Neue LZ)

Gemäss Informationen, die der SVP der Stadt Luzern vorliegen wollen, hätten die Verantwortlichen bei Probegrabungen im Januar 2007 «mit Schrecken» festgestellt, dass die Leichen nicht richtig verwest gewesen seien. Man habe sogar noch die Gesichter der Verstorbenen erkennen können. Es sei schon «vielen Jahren» klar gewesen, dass die «Erde auf dem Friedental derart ist, dass die einwandfreie Verwesung gemäss der kantonalen Verordnung nicht immer gewährleistet ist».

Die vierseitige Medienmitteilung zielt in ihrer Argumentation darauf hin, dass aus Kostengründen und aus Angst, einen Fehler bei der Berechung zugeben zu müssen, «Fragen der Pietät [...] offenbar in den Hintergrund getreten» seien. Konkret: Weil man nicht bereit gewesen sei, ein knapp Vierfaches der veranschlagten Kosten von 200'000 Franken zu berappen, habe man «improvisiert», also auf einen «anerkannten Fachspezialisten» verzichtet, um die Aushub- und Transportarbeiten zu erledigen.

Baugruben-Verdacht nicht vom Tisch
Gemäss Rechnung der SVP waren für diesen Abtransport der Erde «35 Lastwagentransporte» notwendig. Dabei sei offen geblieben, was mit den so genannten «Fettwachsleichen» passiert sei. Die SVP stellt die Frage in den Raum, ob diese womöglich doch in einer Baugrube gelandet sein könnten – ein Verdacht, der zuvor vom Luzerner Musiker Angy Burri gegenüber der Gratiszeitung «20 Minuten» geäussert worden war.

Die Stadt taxiert den aufgrund der schlechten Bodenbeschaffenheit notwendig gewordenen Erdabtransport nicht als «Austausch», da es sich nur um einen Zehntel der ausgehobenen Erdmenge gehandelt habe. Die bestehende Erdschicht sei bis auf eine Tiefe von 140 Zentimetern abgetragen worden. Dabei zum Vorschein gekommene Überreste Verstorbener seien «sorgfältig» an gleicher Stelle etwas tiefer gelegt worden, heisst es in einer Medienmitteilung vom vergangen Donnerstag. Die abtransportierten Resterde sei frei von menschlichen Überresten gewesen. Am Dienstag wollte sich Stadtrat Kurt Bider nicht zum Muslimenfriedhof äussern.

scd