FRIEDHOF FRIEDENTAL: Aufbahrung scheidet die Geister

Nach Handgreiflichkeiten in der Leichenhalle gehen die Meinungen auseinander, wie gut öffentliche Aufbahrungsräume sind.

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Aufbahrungshalle des Friedhof Friedental in Luzern. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Aufbahrungshalle des Friedhof Friedental in Luzern. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Ein 66-Jähriger wollte sich in einem öffentlichen Aufbahrungsraum des Friedhofs Friedental den Leichnam einer ihm unbekannten Person anschauen, als Hinterbliebene auftauchten. Die Bitte, den Raum zu verlassen, schlug der Rentner aus, worauf es zum Handgemenge kam.

In den Leserbriefspalten der Neuen Luzerner Zeitung sorgt der Zwischenfall immer noch für Ärger. Astrid Rotner-Sigrist, Seelsorgerin im Betagtenzentrum Wesemlin, findet «öffentliche Aufbahrungsräume fragwürdig.» Der Tod und das Sterben seien etwas sehr Intimes. Heute sei es so, dass oft die Hinterbliebenen entscheiden müssten, wie und wo Tote aufgebahrt werden.

Bei der katholischen Kirche der Stadt mag man die Aufregung um die öffentlichen Aufbahrungsräume nicht so recht verstehen. «Viele Themen rund ums Sterben und den Tod werden in unserer Gesellschaft häufig verdrängt», sagt Mediensprecher Florian Flohr. Mit Aufbahrungsräumen, die für alle zugänglich seien, werde die Möglichkeit gegeben, sich «in Ruhe mit dem Tod auseinanderzusetzen».

Cornel Suter, Friedhofsverwalter im Friedental: «Bis auf den Vorfall kürzlich gab es noch nie Probleme, denn normalerweise funktionieren Pietät und der gesunde Menschenverstand.» Eine Änderung hält Suter auch aus organisatorischen Gründen für unrealistisch.

Noémie Schafroth, Emanuel Thaler/kst

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.